Castello di Spessa – Capriva del Friuli

Ein Märchenschloss, das schon Casanova besuchte.

Da ich eine eigene Unterkunft im Friaul habe, bestand nie die Notwendigkeit, in einem Hotel in Friaul zu nächtigen. Bei meinem Besuch im Castello di Spessa fand ich das allerdings sehr schade, denn das Castello di Spessa Resort mit seinen nur 15 Zimmern bzw. Suiten würde mir definitiv gefallen.

2x/Jahr (jeweils Anfang April & Oktober) darf man die allgemeinen Räumlichkeiten (nicht die Gästezimmer) im Zuge von Castelli aperti besichtigen. Dass ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lasse, wird euch nicht wundern. 

Die Lage des Schlosses ist ganz wunderbar: eingebettet in die sanften Hügel im östlichen Friaul (Collio Gorizia) – nahe der slowenischen Grenze. Schon die Anfahrt ist ein Genuss!

Einen großen Parkplatz findet man gleich rechts beim Tor und selbst die Aussicht von hier ist nicht weniger schön als von der Terrasse!

Wie in der Toskana!

Sobald man durch das Eisentor kommt, befindet sich rechts ein Gebäude, in dem die Rezeption des Hotels untergebracht ist, aber auch ein Shop, in dem man kleine Erinnerungen, Wein und verschiedene Destillate kaufen kann.

Auf der linken Seite ist ein kleines Gebäude, in dem die Besucher Toiletten untergebracht sind.

Darüber hinaus konnte ich es nicht lassen und habe durch das Glastor hinein gespäht! Motorisierte Schönheiten befinden sich dahinter, die ebenfalls mein Interesse geweckt haben.

Doch wir gehen weiter Richtung Hauptgebäude, ohne dabei die Details am Boden und im Garten zu übersehen!

 

Ruheplätzchen sind immer wieder zu finden!

Die Gruppe der Gäste trifft sich üblicherweise direkt vor dem Schloss, das auf eine fast tausendjährige Geschichte zurückblicken kann.  Wobei auch schon zu Zeiten der Römer hier ein Aussichtspunkt aus strategischen Gründen errichtet worden war, der später auch von den Langobarden genutzt worden sein soll.

Wir beginnen unsere Runde durch einen holzvertäfelten Gang, der uns nicht nur in ein Speisezimmer und ein Jagdzimmer führte, sondern im Salon zu meiner Freude auch unübersehbar Habsburger Spuren zeigt.

Hier kann man in unterschiedlichen Räumen bestimmt wunderbar feiern – egal ob Geburtstage, Taufen oder Jubiläen.

Heiraten kann man in der hauseigenen Kapelle natürlich auch

Ein Schloss wie dieses MUSS einfach ein Arrangement für Hochzeiten anbieten und die kleine neugotische Kapelle ist für die Trauung wie geschaffen. Für die Feier eignet sich der Saal, in dem Sisi & Franzl wohlwollend auf die Gäste blicken. Falls das Wetter mitspielt, sind aber auch auf der Terrasse und im Garten Möglichkeiten, mit den Gästen die Romantik dieses Anwesens zu genießen.

Der Weinkeller

Den Weinkeller kann man natürlich auch besichtigen und bestimmt gibt es außer mir noch viele andere Besucher, die das eine oder andere Fläschchen für daheim käuflich erwerben mögen (beim Shop nahe des wunderschönen Einfahrtstores). Für geführte Verkostungen, die mit einer kurzen Videoeinführung beginnen, ist eine Anmeldung nötig.

Unrühmliche Spuren der Vergangenheit gibt es übrigens auch: In einer weiteren Ebene unter dem Weinkeller – etwa 18 Meter unter dem Boden, bei einer konstanten Temperatur von 14° C – befindet sich ein Bunker, der 1939 militärischen Zwecken diente.

Wer lieber speist als trinkt, lässt sich vielleicht vom Küchenchef bei einem Kochkurs beeindrucken.

Natürlich gibt es auch einen Golfplatz

Neben Weinbergen kann man vom Platz vor dem Herrenhaus seit den frühen 2000er Jahren auch auf den 18-Loch-Golfplatz schauen.

Der Park umgibt das Schloss vollständig und selten habe ich einen italienischen Garten gesehen, der besser gepflegt war. Im Laufe der wechselnden Besitzer wurde dieser mehrfach umgestaltet. Den Garten kann man zu jeder Zeit „einfach so“ besichtigen. „Spessa“ bedeutet übrigens dicht, reich – was auf die üppige Bewaldung vergangener Tage hinweist.

Die Statuen und die jahrhundertealten Bäume sind aus unterschiedlichsten Perspektiven beeindruckend. Ich konnte mich kaum sattsehen!

Casanova’s Besuch ist historisch belegt

1773 besuchte Giacomo Casanova das Anwesen in Spessa und soll hier im Schloss ein amouröses Abenteuer mit einer jung verwitweten Magd gehabt haben. Da diese den Grafen zuvor aber abgewiesen hatte und das Abenteuer natürlich nicht geheim blieb, musste Casanova (wie so oft) überstürzt das Haus verlassen.

Dennoch wurde ihm zu Ehren im Park ein romantischer Spazierweg mit 10 Stationen angelegt.

Erinnerungen an den Lebemann vergangener Tage

Es lohnt sich, auch die am Wegesrand aufgestellten Zitate auf eisernen Tafeln zu beachten.

Langsam aber sicher geht unser gemeinsamer Spaziergang durch Schloss und Garten zu Ende und noch einmal genieße ich den Blick vom Parkplatz in die Hügel. Wem der Blick alleine nicht reicht, kann sich auf einem ca. 4,5 langen Spazierweg durch die Weinberge moderat sportlich betätigen und die Schönheit dieser Gegend ausgiebiger genießen. Eine weiter Möglichkeit bietet ein Spaziergang Richtung Cormòns – La Subida, auch nur 3-4,5 km – je nach Route.

Blickt bei der Rückfahrt zur Hauptstraße unbedingt auch noch einmal hinauf zum Castello, denn auch hier gibt es noch wunderschöne Perspektiven!

Falls ihr nach einem Besuch im Castello di Spessa Hunger verspürt, so habt ihr mehrere Möglichkeiten:

  • die Tavernetta al Castello
  • Hosteria del Castello
  • Golf & Country Club Castello di Spessa
  • La Boatina

In dieser Gegend einen romantischen (Kurz-) Urlaub zu verbringen wird bestimmt einigen von euch schon in den Sinn gekommen zu sein. Im ersten (10 Country-chic Zimmer) und letzten (nur 5 Doppelzimmer) kann man übrigens auch übernachten, falls eine Nächtigung direkt im Schloss zu exklusiv erscheint.

Castello di Spessa

Via Spessa, 1
34070 Capriva del Friuli (GO)

+39 0481 808124
info [at] castellodispessa [dot] it

Tanti Saluti – Elena


Offenlegung:

Dies ist ein rein redaktioneller Artikel, für den ich weder beauftragt, noch bezahlt wurde, jedoch wurde mir netterweise an der Rezeption sehr hilfreiches Informationsmaterial zur Verfügung gestellt.


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