Montagnana und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Zuletzt aktualisiert am 2. Mai 2019 um 16:07

Montagnana, eines der schönsten Borghi in Venetien

Diese tolle Stadt besuche ich seit Jahren immer wieder; weil ich

  • Italien liebe,
  • Venetien ganz speziell und
  • die Gegend rund um die Euganeischen Hügel im Besonderen.

Doch diesmal war mein Besuch anders als sonst, denn ich wurde eingeladen gemeinsam mit italienischen Bloggern, Vloggern und Instagramern mehr über Montagnana zu erfahren (Werbung | Blog Tour).

Stadtmauer von Montagnana

Dass ich mich als einzige Österreicherin in der Runde geehrt gefühlt habe, könnt ihr euch vorstellen! Trotz meiner gar nicht berauschenden Italienisch Kenntnisse haben sich viele der Gruppe bemüht, sich mit mir zu unterhalten. Einige haben mir sogar sprachlich geholfen, wenn ich unserer Stadtführerin auf Grund der Rede-Geschwindigkeit nicht mehr folgen konnte.

Dafür bedanke ich mich bei allen herzlich!

Als ich diese unglaublichen Mauern mit den welfischen (Guelfen) Zinnen vor Jahren das erste Mal gesehen habe, war mein damaliger Urlaub fast zu Ende und ich konnte nur kurz einen Blick ins Stadt-Zentrum werfen. Klar war schon damals für mich, dass ich wiederkommen werde – inzwischen bereits mehrfach 🙂

Wo genau ist Montagnana?

Die mittelalterliche Stadt mit gut 9.000 Einwohnern liegt in der Provinz Padua, wobei Verona, Vicenza, Ferrara und Mantua Städte sind, die in einem Umkreis von +/- nur einer Stunde liegen.

Anreise Montagnana

Mit dem Auto

Am schnellsten geht es natürlich über die Autobahn, wobei sich 2 Routen anbieten

Man kann über Innsbruck – Brixen – Bozen und Trento auf der A22 anreisen oder wie ich
über Villach – Udine und dann weiter die A13; bei Monselice geht’s dann weiter auf die Bundesstraße.

Ich selbst bin (wie so oft) von Venedig kommend über die Brenta-Riviera durch die Ortschaften Mira, Dolo und Stra gefahren, um dann, an Padua vorbei, über Monselice an meinem Ziel anzukommen. Bei schönem Wetter und vielleicht sogar im Cabrio wäre alleine diese Strecke den Weg schon wert!

Mit der Bahn

Doch auch als Bahnreisender kann man Montagnana gut erreichen und der Bahnhof ist so nahe an der Stadtmauer bzw. der Porta XX. Settembre, dass sich ein Taxi kaum lohnt.

Blumenpracht vor den Toren
Porta Padova

Die Mauern von Montagnana

Strategisch gut gelegen, wurde diese 2 km lange perfekt erhaltene Mauer vor 1260 erbaut, da der Ort immer wieder zerstört wurde. Hier möchte ich nur das Geschlecht der Ezzelini nennen! Erste Funde belegen allerdings ein Kastell aus der Römerzeit.

Über Ezzelino da Romano konntet ihr hier bereits 2x lesen: Mein Ausflug nach San Zenone degli Ezzelini und das Ritterfest!

schlichte Häuser im Ortskern

Ich habe auch die Straßen außerhalb der Stadtmauern erkundet: nette Wohngebiete, sehr sympathische Gegend. Jedoch innerhalb der Mauern mit seinen engen Gassen, den Arbeiter- und Bürgerhäusern, aber auch den Palazzi verbirgt sich ein historisches Zentrum, das absolut einen Besuch wert ist.

Cassa die Risparmio bei Via Carrarese
Cassa die Risparmio Balkon
Cassa die Risparmio Arkaden

Seit dem 10. Jahrhundert gibt es Verteidigungsmauern, doch was wir heute sehen stammt aus dem späten Mittelalter. 24 sechseckige Türme unterbrechen immer wieder das bis zu 8 Meter hohe Mauerwerk und es gibt Eingänge in die Stadt in jeder Himmelsrichtung.

• Porta Vicenza (ca. 1500 erbaut)
• Porta Padova – hier ist auch der Mastio, die Bibliothek, das Stadtmuseum „A. Giacomelli “, sowie die Stadtinformation zu finden
• Porta XX Settembre – Richtung Rovigo
• Porta Legnago (Rocca degli Alberi) – Richtung Verona

Porta Legnago

Letztgenanntes Tor war in unmittelbarer Nähe meiner Unterkunft und da ich am Wochenende in Montagnana war, konnte ich auch an der Straße kostenfrei parken. Bei meinem Glück habe ich sogar einen Top-Parkplatz direkt vor dem B&B gefunden 🙂

Meine Unterkunft in Casa Stefi

Es war für mich trotz Navi nicht ganz leicht zu finden, obwohl je ein Schild auf beiden Seiten des Hauses angebracht ist. Das Haus wird privat bewohnt, daher ist die Besitzerin Stefania immer gleich zur Stelle, falls etwas benötigt wird. Es gibt auch nur 3 Zimmer, wobei eines ein privates Bad hat und sich die beiden oberen Zimmer ein Bad, aber auch ein großes Wohnzimmer teilen.

Casa Stefy Wohnbereich
Casa Stefy Durchgangsbereich

Unser italienisches Frühstück war liebevoll zubereitet und da auch ein Kühlschrank zur Benutzung vorhanden ist, können Gäste in den Delikatessen-Läden der Stadt einkaufen nach Lust und Laune. Wer eine Unterkunft mit gutem Preis/Leistung Verhältnis sucht und sein Auto nicht benutzen will, der ist hier gut aufgehoben. Neben Parkplatz und Top-Lage ist in der warmen Jahreszeit auch noch ein Pool ein großes Plus.

Casa Stefy Schlafzimmer
Casa Stefy Frühstücksraum
Casa Stefy Garten

Doch wenden wir uns der meiner Meinung nach Hauptattraktion von Montagnana und dem ältesten Stadtteil zu.

Castel San Zeno

Das Hauptgebäude der befestigten Anlage hat einen rechteckigen Grundriss, wobei wir heute im Innenhof einige Folterwerkzeuge vergangener Tage besichtigen können. Auf der einen Seite wird der Palazzo begrenzt durch zwei Aussichtstürme und auf der anderen Seite die Festung Ezzelino.

Castel San Zeno mit Vorgarten

Diese Anlage diente nicht als Wohnsitz für Edelleute, sondern wie wir erfahren durften zur Unterbringung der Soldaten im Winter und im Sommer als Depot für Hanf, bevor Seile und Segel daraus gefertigt wurden! Diese wurden dann ins Arsenale für Venedig’s Schiffe geliefert.

Castel San Zeno

Dass es früher einen Wassergraben zur Verteidigung gab, wird euch nicht wundern, aber eine für mich neue Verteidigungsmöglichkeit habe ich erfahren: die großen Flügeltüren sind mit umgedrehten Scharnieren befestigt, was auf einfache Weise das Aushängen verhindert. Zusätzlich waren zur Verstärkung Holzbretter zwischen den Mauern verbaut.

Schutz gegen Feinde
Stadtinformation

Der Ausbau auf den Venezianischen Flügel stammt übrigens aus der Zeit der österreichischen Herrschaft.

Ja, auch hier hatten unsere Vorfahren Ihre Hände im Spiel!

Museo Civico Antonio Giacomelli

Zur Erinnerung daran gibt es heute das „Venezianische Zimmer“ und die „Österreichische Aula“.

Ritter im Torre

Der Mastio di Ezzelino

Wappen

Mit ca. 40 Metern ist das der älteste und höchste Turm der Stadt und von hier aus wurde die Gegend nach feindlichen Soldaten ausgespäht.

Verloren gegangen im Laufe der Zeit ist ein kleiner Turm am obersten Plateau.

Gleich beim Informationsbüro IAT Montagnana führt eine Metalltreppe Etage für Etage hinauf und der Lohn für die Mühe ist eine spektakuläre Aussicht auf die Dächer der Stadt und bei klarer Sicht auf die Colli Berici (südlich von Vicenza).

Weitblick zu den Hügeln

Ihr kennt Colli Berici nicht?

Ich kannte bis zu diesem Besuch auch nur die Colli Euganei und muss nun feststellen, dass es auf meiner endlos langen Liste von Möglichkeiten in der Region ein weiteres Hügelgebiet gibt, das es zu entdecken gilt!

Aussicht nach links
Aussicht nach rechts

Villa Pisani

Blickt man in die entgegengesetzte Richtung kann man aber eine Villa Rustica samt Loggetta del Veneziano entdecken, die aber beide leider innen nicht zu besichtigen sind.

Villa Rustica Pisani
Barcessa Villa Rustica Pisani
Blick auf Villa Rustica Pisani

Dennoch ist unübersehbar, dass Andrea Palladio, der berühmte Architekt, der mir im Veneto quasi ständig begegnet, die Pläne für diesen Adelssitz im Auftrag von Francesco Pisani um 1550 entworfen hat. Wieder ein Gebäude, das (seit 1996) zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Montagnana mit Arena

Nachdem wir von oben auch noch ein Freiluft-Theater aus vergangen Tagen bewundert und in den ehemaligen Wassergräben herumspaziert sind, führte uns unser Wer weiter zum Rathaus (Municipio), dem Palazzo Comunale Sanmicheli.

Piazza Vittorio Emanuele 2.

Fast jede Stadt hat einen Hauptplatz – genannt „Il Listón“ (für Promenade), aber dieser hier liegt fast in der Mitte wenn man die Diagonalen der Stadtmauer-Eckpunkte verbindet. Zu beachten sind die Einlegearbeiten am Boden, die mich sehr an den Markusplatz in Venedig erinnert haben.

Straßenlaterne
Straßenlaterne
Vittorio Emanuele II

Natürlich gibt es unübersehbar auch eine ziemlich große Statue des Namensgebers und ersten König von Italien. Was mir allerdings etwas seltsam erscheint ist, dass er mit dem Rücken zur Kirche steht. Aber das hat vielleicht weltanschauliche Gründe, wer weiß?!

Duomo S. Maria Assunta

Was mich ebenso verwundert hat, war die Position der Kathedrale. Obwohl fast alle Straßen längs und quer ausgerichtet sind, steht das Gotteshaus diagonal zum Platz. Die Baumeister hielten sich seinerzeit trotz anderem Straßenverlauf strickt an die übliche Ost-Ausrichtung von Kirchen.

Duomo

Ein Vorteil, der sich daraus ergibt, ist, dass man nicht nur das Portal, sondern auch eine der Seiten gut betrachten kann. Wenn ich unsere Stadtführerin richtig verstanden habe, so wird die Kathedrale oft mit einem Schiff verglichen, das in den Hafen einläuft und das könnte man auch durchaus so sehen.

Beeindruckend finde ich ein winziges Detail: Links und rechts vom Hauptportal sind 2 Marmorkugeln auf angedeuteten Säulen zu sehen. Genau zu Mittag werden diese von der Sonne angestrahlt und es sieht aus, als würden sie leuchten!

David
Judith and Holofernes

Erbaut wurde diese Kathedrale im 15. Jahrhundert – außen im gotischen und innen im frühen Renaissance-Stil. Das Kirchenschiff ist reich an Gemälden aus der Renaissance, darunter einige Werke des Malers Giorgione wie „David mit Goliath“ oder „Judith und Holofernes“.

Herkules
Schlange

Besonders schön fand ich die Rosenkranzkapelle mit ihrem mysteriösen astrologischen Fresko aus dem 15. Jahrhundert. Ebenfalls angetroffen habe ich meinen Lieblingsheiligen, den Heiligen Antonius, dessen Altar sich an einer der Seiten des Hauptschiffes befindet.

Seitenaltar
Hauptaltar
Antoniusaltar

Weiter ging unser Rundgang zu einer anderen Kirche – 5 gibt es übrigens in/bei Montagnana.

Chiesa di San Francesco

Ich wäre gerne auch in diese Kirche gegangen, aber leider ist sie genau bei unserem Besuch nicht geöffnet. Interessant fand ich, dass man genau sieht, wo das Kirchenschiff vergrößert wurde und ein wenig traurig fand ich, dass bei dieser Kirche auch Spuren von Armut sind.

Campanile San Francesco
Porta San Francesco
Vergrößerung San Francesco

Der Weg zu San Francesco lohnt sich in jedem Fall, denn gleich dahinter kann man als Fußgänger die Länge der Mauer noch einmal so richtig bestaunen und abgesehen von den 4 bereits erwähnten Toren gibt es hier auch noch einen kleinen Ausgang (nicht für Autos).

Beim kleinen Ausgang Via Cesare Battisti

Nun habt ihr den 1. Teil meiner Eindrücke in Montagnana gelesen – bleibt neugierig, denn zum 2. Teil geht’s hier gleich weiter!

Tanti Saluti
Elena


Offenlegung:

Obwohl ein Teil der Informationen und Fotos von meinen früheren Montagnana-Besuchen stammt, war diese Blog Tour eine Einladung, bei der alle Speisen & Getränke sowie die Übernachtungen und die Besichtigungen übernommen wurden. Danke Guido!


Montagnana

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