Wo Umbrien noch ursprünglich ist
Es gibt Orte in Italien, die wirken, als wäre die Zeit stehen geblieben.
La Cerqua, ein familiengeführtes Agriturismo in Pietralunga, ist so ein Ort. Wer hierherkommt, taucht nicht nur in die Natur ein, sondern auch in die Geschichte und das einfache Leben auf dem Land.
Fernab vom Trubel der Städte erwartet euch ein Bauernhof, der auf Nachhaltigkeit, biologische Landwirtschaft und echte Begegnungen setzt. Gino und Silvana Martinelli haben La Cerqua in den 1990er-Jahren zu dem gemacht, was es heute ist: ein Platz zum Ankommen, Durchatmen und Mitmachen.
Ihr findet hier 8 Zimmer und 2 Appartements sowie einen Lehrbauernhof, daher ist es hier auch sehr für kleine “Neugierdsnäschen” geeignet (Streicheltiere vorhanden). Verteilt ist das Ganze auf verschiedene Gebäude, was das Anwesen wie einen Weiler in Wald und Wiese erscheinen lässt.
Mit 600 m Entfernung gibt es noch ein anderes Gebäude (La Balucca) mit 10 Zimmern für Gruppen und Yoga Kurse.
Die Anreise – ein kleines Abenteuer
Ganz ehrlich? Die letzten Kilometer zu La Cerqua haben es in sich. Nach den kurvigen Landstraßen kommt eine typisch umbrische Schotterstraße, die volle Aufmerksamkeit fordert. Eng, noch kurviger, manchmal staubig oder matschig (wir hatten beides). Also: Langsam fahren, nicht hetzen und am besten bei Tageslicht ankommen.
Wie viele von euch wissen, ist mein Auto nicht wirklich Offroad-tauglich. Trotz Navi und Google Maps war es bis zum Ende spannend, ob wir wirklich richtig sind.
Und genau das gehört dazu. Denn dieses bisschen Abenteuer fühlt sich an wie der Auftakt zu einem besonderen Aufenthalt.
Urlaub auf dem Bauernhof – aber echt
Anders als bei vielen Agriturismi in Italien steht bei La Cerqua nicht der Hotelkomfort im Mittelpunkt, sondern das Miteinander. Wir fanden es schön, im kleinen Frühstücksraum mit einer jungen Familie gemeinsam zu frühstücken und ein wenig zu plaudern.
Frühstück gibt’s natürlich mit hofeigenen Produkten: Brot, Marmeladen, Eier, Käse – alles Bio. Wie ihr euch denken könnt, bin ich NICHT abgereist, ohne noch einige Gläser selbstgemachter Marmelade mit nach Hause zu nehmen. Als Urlaubsverlängerung, sozusagen!
Wellness und Erholung
Trotz des rustikalen Ambientes wurde nicht auf Entspannung verzichtet. In der warmen Jahreszeit dürft ihr einen Pool erwarten, doch bei uns war es viel kälter als wir gedacht hatten. Umso glücklicher waren wir, als wir Sauna und Whirlpool nur für uns hatten. Keine anderen Gäste!
Ich liebe private Spa und kann mich nur so wirklich entspannen. Im Klartext: Es gibt einen einmaligen freien Eintritt für Gäste, die mindestens drei Nächte auf dem Bauernhof übernachten.
Wo einst eine Abtei stand
La Cerqua steht übrigens auf historischem Grund. Genau hier, mitten im umbrischen Wald, soll im Mittelalter eine kleine Benediktinerabtei gestanden haben.


Die Geschichte des Ortes reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Auch wenn von der San Salvatore nur noch Spuren geblieben sind – die Energie des Platzes ist geblieben.


Die heutigen Gebäude, ehemalige Bauernhäuser aus dem 18. Jahrhundert, wurden liebevoll restauriert und erzählen noch immer von ihrer Vergangenheit.



Mir hat unser rustikal eingerichtetes Zimmer sehr gefallen und geräumige Bäder liebe ich sowieso!



Mein Highlight: Der Tagliatelle-Workshop
Es gibt diesen einen Moment, den ich nie vergessen werde: Im Frühstücksraum, mit Mehl an den Händen, stehe ich am Holztisch. Die Köchin zeigt uns, wie man Tagliatelle macht. Nicht nach Rezept, sondern mit Gefühl.



Ich gebe es zu: Noch nie zuvor habe ich daheim selber und alleine einen Nudelteig zubereitet.
Wie ihr euch sicher denken könnt, wird nicht einmal ein kleiner Rest vom Teig verschwendet. Am Ende wird man einfach kreativ!


Es ist jetzt keine Hexerei, aber etwas Übung kann man schon brauchen, wie ich bemerkt habe.
Wir lachen (über manche Ungeschicklichkeit meinerseits), kneten (jede für sich), schneiden (mehr oder weniger gleichmäßig) und am Ende sitzen nicht nur wir zusammen bei Tisch, auch die anderen Gäste „müssen“ mein Werk essen.



Natürlich war diese Pasta nur der Auftakt zu einem richtigen Abendessen! Mein Erstlingswerk ist vielleicht nicht perfekt geschnitten, aber vermengt mit den Profi-Tagliatelle ist das gar nicht aufgefallen.
Dieser Tagliatelle-Workshop ist kein Touri-Event, sondern ein echtes Erlebnis, das bleibt. Ob ich je wieder welche mache, weiß ich zwar nicht, aber zumindest habe ich gelernt, dass ich es könnte, wenn ich wollte.

Ausflugsziele rund um La Cerqua
La Cerqua liegt perfekt für kleine Entdeckungen in der Umgebung:
→ Perugia – falls ihr Lust auf ein bisschen Stadtleben habt.
→ Città di Castello – ideal zum Bummeln und Kaffeetrinken.
→ Gubbio – ein mittelalterliches Juwel mit steilen Gassen.
→ Monte Cucco Nationalpark – für Wanderer und Natur-Entdecker.

Und im Herbst?
Wir waren im Frühling, aber Trüffelsuchen, Kastanienfeste oder kleine Märkte wären auch fein gewesen. Geöffnet ist das La Cerqua zwischen März und Dezember, aber es empfiehlt sich, bei der Reiseplanung genau zu prüfen, ob schon bzw. noch geöffnet ist, denn die Zeiten sind etwas variabel.
Gino und seine Kinder Filippo und Armonia sind absolut bemüht, euren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Wir waren 3 Nächte hier und gegen Ende waren Hund und Katz schon mit uns vertraut und willig, gestreichelt zu werden 🙂


Biobauernhof La Cerqua
Voc. San Salvatore 27
06026 Pietralunga (PG)
+39 075 946 0283
+39 340 5160633 (auch whatsapp)
info [at] cerqua [dot] it
cerqua [at] cerqua [dot] it
Tanti Saluti
Elena
Offenlegung:
Dies ist ein rein redaktioneller Artikel ohne Auftrag und Bezahlung.
Der Aufenthalt in diesem Agriturismo war ein Teil meines Gewinnes beim Premio ENIT Medienpreis in der Kategorie „Bester Travel Blog“.
Danke an dieser Stelle an das Unternehmen erlebe.de, das diese drei Nächtigungen gespendet hat.
Bucht doch ein Zimmer direkt oder über den *Link bei Booking.com. In letzterem Fall würde ich eine kleine Provision bekommen, aber für euch bleibt der Preis in jedem Fall gleich.