Beim Castello Miramare nahe Triest

Rund um das Castello Miramare

Der weitläufige Schlosspark ist für mich kein Anhängsel des Schlosses. Er ist ein eigener Grund, nach Miramare zu kommen.

Es gibt Orte, die besucht man, weil sie in jedem Reiseführer stehen. Und dann gibt es Orte, bei denen man schon beim ersten Blick weiß, dass sie in Erinnerung bleiben werden. Das Castello Miramare gehört für mich seit meinem allerersten Besuch eindeutig zur zweiten Kategorie.

Elena beim Eingang Miramare

Nur wenige Kilometer außerhalb von Triest erhebt sich das weiße Schloss direkt über dem Meer. Es wirkt fast ein wenig unwirklich. Als hätte jemand beschlossen, eine romantische Schlosskulisse nicht auf einen Hügel oder an einen See, sondern direkt an die felsige Adriaküste zu setzen.

Info beim Portal Miramare

Für alle, die gar keine Vorstellung haben, was sie hier erwartet: Besucht doch gleich beim Portal das Informationsbüro der Region Friaul-Julisch Venetien.

Ganz ehrlich: Beim ersten Besuch war ich überrascht, wie groß die Anlage tatsächlich ist. Auf Fotos sieht man meist nur die berühmte Vorderseite mit den weißen Türmen.

Elena schaut auf Miramare

Vor Ort merkt man erst, dass Miramare viel mehr ist als nur ein schönes Schloss.

Es ist ein Ort, an dem ich automatisch langsamer werde. Einer, an dem man spaziert, aufs Meer schaut und die Zeit für eine Weile einfach vergisst.

Die Anreise zum Castello Miramare

Das Schöne an Miramare ist, dass sich der Besuch sehr unkompliziert gestalten lässt. Ganz egal, ob du mit dem Auto, der Bahn oder anderen Verkehrsmitteln unterwegs bist.

Mit dem Auto

Von Österreich aus ist Triest für viele von uns erstaunlich schnell erreichbar. Von Kärnten oder der Steiermark dauert die Fahrt oft nur wenige Stunden, von Salzburg etwas länger.

Parken bei Miramare

Das Schloss liegt etwa acht Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Triest. Zwischen der Abfahrt von der Hauptstraße und dem Schloss findet ihr sogar einige Gratisparkplätze.

gebührenpflichtiger Parkplatz Miramare

Direkt vor dem Park-Portal befinden sich kostenpflichtige Parkplätze. In der Hauptsaison können diese allerdings schnell voll werden. Wer früh kommt, hat eindeutig die besseren Karten.

Der große Vorteil: Man kann den Besuch problemlos mit einem Aufenthalt in Triest verbinden.

Mit der Bahn

Viele denken beim Castello Miramare gar nicht an die Bahn, dabei funktioniert diese Variante erstaunlich gut. Von Triest aus fährt die Regionalbahn Richtung Monfalcone beziehungsweise Udine. Die kleine Station „Miramare“ liegt nur wenige Gehminuten vom Parkeingang entfernt.


Bereits der Weg vom Bahnhof zum Schloss ist besonders schön, denn plötzlich taucht zwischen den Bäumen das Meer auf.

Mit dem Stadtbus

Vom Zentrum Triests fahren regelmäßig Busse Richtung Schloss. Besonders die Linien entlang der Küstenstraße werden von vielen Besuchern genutzt.

Die Fahrt dauert je nach Verkehr ungefähr zwanzig Minuten. Wer in Triest übernachtet, kann den Schlossbesuch also problemlos ohne Auto einplanen.

Man steigt allerdings weder bei dieser noch bei der nächsten Option direkt beim Schloss aus und der Fußweg ist zwar wunderschön, aber es zieht sich.

Unterwegs zum Castello Miramare

Mit dem Hop-on-Hop-off-Bus

In der Hauptsaison gehört Miramare zu den beliebtesten Haltestellen der Hop-on-Hop-off-Busse in Triest. Gerade für einen ersten Aufenthalt in der Stadt ist diese Variante angenehm, weil man mehrere Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden kann.

Bike-Sharing Castello Miramare

Mit dem Fahrrad

Wer kein eigenes Rad mit hat, kann in Triest auch auf Bike-Sharing zurückgreifen.

Für die Sportlichen unter uns eine absolute Option!

Bedenkt aber, dass außer der Küstenstraße alles, und ich meine ALLES hier wirklich hügelig ist!

🚴‍♂️🚴‍♀️🚴

Zu Fuß

Für die ganz Sportlichen unter euch: Man kann die Strecke von der Wallfahrtskirche Monte Grisa bis zum Castello Miramare auch gehen. Ja, ihr habt richtig gehört – zu FUSS! Ihr geht über die Strada Napoleonica (auch Strada Vicentina genannt) und legt dabei knapp 9 km zurück.

Blick von Monte Grisa zu Miramare

Mit dem Linienschiff

Besonders schön finde ich die Anreise über das Meer. In den Sommermonaten verkehren teilweise Linien- oder Ausflugsschiffe zwischen Triest und Miramare.

…und das Schönste daran: Es ist sogar günstiger, als man vielleicht vermuten würde.

Castello Miramare vom Meer aus

Das Schloss erscheint dabei langsam am Horizont. Die weißen Mauern heben sich vom Grün des Parks und dem Blau des Meeres ab. Genau für solche ♥ Momente reise ich!

Wichtige Anmerkung: In diesem Fall kommt man von hinten (Hafen Grignano) in den Schlosspark.

Grignano Eingang Park Miramare
Hafen Grignano

Ein Schloss aus Liebe

Das Castello Miramare wurde Mitte des 19. Jahrhunderts für Erzherzog Maximilian von Habsburg und seine Frau Marie Charlotte von Belgien errichtet.

Castello Miramare mit unterem Garten

Maximilian, der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph, verliebte sich in diesen Küstenabschnitt und ließ sich hier seinen Wohnsitz errichten. Der Name „Miramare“ bedeutet sinngemäß „Blick aufs Meer“ und könnte kaum besser gewählt sein.

Wenn man heute auf einer Bank sitzt und aufs Meer schaut, versteht man sofort, warum er ausgerechnet diesen Ort ausgewählt hat.

Castello Miramare

Die Geschichte des Paares entwickelte sich allerdings tragisch. Maximilian nahm später die mexikanische Kaiserkrone an und wurde 1867 in Mexiko hingerichtet. Charlotte kehrte nie wieder in ein normales Leben zurück und verbrachte viele Jahre in geistiger Umnachtung.

Rampe ins Castello Miramare

Wenn ihr viel Geschichte wollt und an historischen Details interessiert seid, so geht auch in das Schloss hinein und gönnt euch auch den (barrierefreien) Rundgang durch die Innenräume. Der Eintritt ist aus meiner Sicht absolut angemessen und falls ihr die FVG Card habt, ist es ohnehin inkludiert.

Eine weitere Erleichterung für Menschen, die nicht mehr ganz so mobil sind, habe ich auch entdeckt – allerdings nicht benutzt.

Transportunterstützung Castello Miramare

Solltet ihr nach oder statt dem Schlossbesuch lieber durchatmen wollen oder euch die vielen historischen Details irgendwann reichen, dann macht es wie ich und spaziert einfach durch den Park oder genießt die Plätze und Aussichten.

Blick aufs Wasser im Hof von Miramare

Der Park: Mein eigentlicher Lieblingsort

So beeindruckend das Schloss auch ist, mein persönlicher Lieblingsplatz ist der riesige Schlosspark.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich liebe Schlösser, Villen und Burgen. Aber irgendwann habe ich jedes Zimmer gesehen, jedes Möbelstück bestaunt und jeden Kronleuchter bewundert. Im Park ist das anders. Dort entdecke ich bei jedem Besuch wieder etwas Neues.

Reitende Amazone in Miramare

In den rund 22 Hektar großen Park kehre ich immer wieder gerne zurück. Die riesige Anlage, die Maximilian selbst mitgestaltete, und der Blick von außen auf das Schloss ist für mich immer wieder ein Genuss.

Pflanzen aus aller Welt wurden hier zusammengetragen. Mediterrane Gewächse treffen auf exotische Bäume und alte Zedern. Man spaziert auf geschwungenen Wegen, entdeckt immer wieder neue Blickwinkel auf das Meer und hat ständig das Gefühl, dass hinter der nächsten Kurve noch etwas wartet.

Ruhe am Wasser im Park von Miramare

Welche Pflanzen hier genau wachsen, überlasse ich lieber den Botanikern. Ich freue mich einfach darüber, dass alles so wunderbar zusammenpasst. Gerade an warmen Tagen lohnt es sich, genügend Zeit einzuplanen.

Viele Besucher besichtigen nur das Schloss und gehen danach direkt wieder zurück.

Pause in Park von Miramare

Macht diesen Fehler bitte nicht!

Towards You in Miramare

Es gibt kleine Aussichtspunkte, versteckte Wege, immer wieder Bänke mit Blick auf die Adria oder etwas anderes zu entdecken.

Kiosk, Bar, Caffè Massimiliano

Zwischendurch möchte ich mindestens einmal etwas trinken oder sogar eine Kleinigkeit essen. Es ist, abgesehen von dem Eiswagen beim Schloss, die einzige Möglichkeit.

Beim Caffe Massimiliano
Terrasse Caffe Massimiliano

Ehrlich gesagt dürfte das gastronomische Angebot für meinen Geschmack etwas besser sein. Andererseits denke ich mir jedes Mal: Lieber diese eine Möglichkeit als gar keine. In Zeiten des Personalmangels wird vermutlich auch hier improvisiert werden müssen. Toiletten gibt es übrigens hinter dem Gebäude und waren völlig in Ordnung.

Essen im Caffe Massimiliano
Caffe Massimiliano
Snack im Caffe Massimiliano

Wenn ihr weiter spaziert, lasst einfach die Ruhe des Grüns auf euch wirken. Erfreut euch an Wasser, das immer wieder zwischendurch zu sehen ist und betrachtet die Figuren, die da und dort aufgestellt sind.

Springbrunnen und Putte mit Schwan

Wenn ihr einen Führer in Buchform dabei habt, so wie ich meist, kann man einfacher überlegen, welche Wege man gehen will und was man auslässt. ALLES werdet ihr vermutlich nicht abschreiten!

Das Castelletto

Etwas versteckt im Park liegt das sogenannte Castelletto. Das kleine Schlösschen diente Maximilian und Charlotte während der Bauzeit des großen Schlosses als Wohnsitz.

Es wirkt deutlich bescheidener als das Hauptgebäude, vermittelt aber einen sehr persönlichen Eindruck vom Leben des Paares.

Castelletto Collage

Heute wird es vom WWF als Besucherzentrum genutzt. Leider ist das etwas, das man NICHT gratis besuchen kann, und wird daher von vielen Besuchern übersehen.

Aber warum ich es in diesem Artikel trotzdem erwähne: Es gibt im Erdgeschoß einen Bookshop, der sich von anderen typisch touristischen Souvenirshops hervorhebt. Wirklich nette Mitbringsel und Erinnerungen könnt ihr hier erwerben. Achtet nicht nur auf die Waren, sondern seht euch auch den Raum an.

Deckenverzierung im Castelletto
Wandbemalung im Castelletto

Nur wenige Meter weiter entdeckt ihr auch das Glashaus und eine skurrile Kunstinstallation, die mir bei meinem letzten Besuch aufgefallen ist: ein riesiger Gorilla mitten im historischen Park. Zugegeben, moderne Kunst ist nicht unbedingt meine Welt, aber vielleicht macht gerade dieser Kontrast den Reiz aus.

Gorilla in Miramare

Wobei ihr auch das große Glashaus und die kleinen Details im unmittelbaren Umfeld nicht übersehen solltet.

Figur vor Glashaus Miramare

Collage beim Glashaus

Die kleine Kapelle San Canciano liegt ebenfalls gleich in der Nähe.

Kapelle San Canciano Collage

Hier entscheidet ihr auch, ob ihr Richtung Grignano zum Meer geht oder wieder zurück zum Haupteingang. Je nachdem, wie eure Anreise erfolgt ist. Ich bin fast immer mit dem Auto unterwegs, daher wenden wir uns dem Weg Richtung Schloss zu.

Kanonen bei Miramare

Dort stehe ich dann plötzlich vor einer Reihe alter Kanonen. Gut, das ist jetzt nicht unbedingt meine Welt. Aber offensichtlich wollte man seinerzeit für alle Eventualitäten gerüstet sein.

Der hintere Schlossplatz mit dem italienischen Garten

Ich weiß gar nicht warum, aber ich mag Treppen. Und ich mag Gärten, in denen alles seine Ordnung hat.

Treppenförmiger Gartenbereich Miramare

Kommt doch zu unterschiedlichen Jahreszeiten und erfreut euch an den immer wieder anderen Eindrücken. Die Zink-Figuren sind auch perfekte Statisten für schöne Fotos.

Die Sphinxen von Miramare

Vor dem Schloss stehen mehrere steinerne Sphinxen, die Maximilian von seinen Reisen nach Ägypten mitbringen, beziehungsweise nach ägyptischen Vorbildern anfertigen ließ.

Sie wirken auf den ersten Blick fast etwas ungewöhnlich für ein Schloss an der Adria. Genau diese kleinen Details machen Miramare aber besonders. Es erzählt von Reisen, von Fernweh und von einem Erzherzog, der weit über die Grenzen seiner Heimat hinausblickte.

Sphinx bei Castello Miramare
Sphinx mit Castello Miramare

Gerade hier im Hafen beginnt bei mir jedes Mal das Kopfkino.

Als Österreicherin stelle ich mir unweigerlich vor, wie Kaiserin Sisi hier mit dem Schiff angelegt haben könnte. Ob es genauso war? Keine Ahnung. Aber genau dafür liebe ich solche Orte.

Hier ist übrigens noch eine weitere Option, um auf die Toilette zu gehen.

Toiletten beim Hafen Miramare

Von dieser Position aus kann man auch ganz wunderbare Fotos vom Schloss machen und diese letzte Chance solltet ihr auch nutzen.

Blick auf Miramare vom Hafen aus

Nun haben wir alles gesehen und ihr seid hoffentlich genauso entspannt wie ich, auch wenn ihr wirklich viele Schritte gemacht habt und sogar bergauf/bergab unterwegs wart.

Orti di Massimiliano
Bergauf im Park Miramare

Eine Bitte habe ich noch

Eigentlich sollte sie selbstverständlich sein. Trotzdem sehe ich leider immer wieder achtlos weggeworfenen Müll oder Zigarettenstummel an Stellen, wo sie ganz sicher nicht hingehören.

Hinterlasst den Park so sauber, wie ihr ihn selbst gerne vorfinden möchtet.

Am Weg zum Ausgang

Nun geht’s wieder nach Hause und ihr habt noch eine Möglichkeit auf Eis🍦(falls noch etwas da ist).

Eiswagen Miramare

Hier kommt ihr noch bei den ehemaligen Stallungen vorbei, die inzwischen natürlich auch eine andere Nutzung als Ausstellungsraum haben.

Ausstellungszentrum Miramare

Letzte Chance für ein WC und dann neigt sich ein schöner Rundgang dem Ende zu. Achtet unbedingt auf die Öffnungszeiten, denn besonders in der kalten Jahreszeit, wenn es früh dunkel wird, sind diese deutlich kürzer und ihr wollt ja nicht übernachten 🙂

Mein Tipp für den Besuch

Gerade in den Sommermonaten können rund um die Mittagszeit viele Reisegruppen unterwegs sein. Die Stimmung verändert sich jedoch deutlich, sobald es ruhiger wird. Dann hört man die Wellen, den Wind in den Bäumen und versteht vielleicht ein wenig besser, warum Maximilian genau diesen Ort ausgewählt hat.

Unterwegs zum Ausgang Miramare

Maximilian wünschte sich einen romantischen Rückzugsort am Meer. Mehr als 160 Jahre später kann ich sagen: Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich immer wieder hierherkomme.

Denn Miramare ist nicht einfach nur ein Schloss. Es ist ein Ort, an dem Geschichte, Landschaft und persönliche Geschichten zusammenkommen. Ein Ort, den viele Besucher nicht nur einmal sehen möchten.

Tanti Saluti

Elena


Offenlegung:

Für diesen Beitrag habe ich weder ein Honorar noch einen Auftrag bekommen. Die Bilder sind bei unzähligen Besuchen entstanden.


 

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