Zwischen Chioggia und Ravenna endet der Po im Meer. Ein ziemlich großes Gebiet mit ziemlich viel NICHTS.

Damit meine ich, dass es in dem größten Regionalpark Italiens jede Menge Landschaft und vor allem Vögel zu beobachten gibt.
Wer Action sucht ist hier falsch. Wir haben uns auf die Reise gemacht und diese Gegend erkundet.

Von Österreich aus fährt man zuerst Richtung Venedig und dann weiter südlich Richtung Chioggia auf dem Damm der SS309.
Von Salzburg aus sind das knapp 500km und zwischen 4,5 und 5 Stunden reine Fahrzeit.

Über diese Stadt mit ca. 50.000 Einwohnern habe ich in einem früheren Artikel bereits berichtet. Zu finden sind dort nicht nur Kanäle wie in Venedig – nein, es dürfen AUCH Autos in die Stadt fahren.

Allerdings ist es ratsam, einen Parkplatz noch vor dem eigentlichen Zentrum am Hafen zu nehmen.
Ich war schon mehrfach dort und habe immer einen freien Platz gefunden – zu einem sehr moderaten Preis.

Diesmal haben wir uns jedoch nicht aufgehalten, sondern uns

Sottomarina

mit dem kilometerlangen Lido angesehen – den Badestrand dieser Gegend. Leider muss ich sagen, dass wir nicht gerade begeistert waren! Aber vielleicht bin ich vom Strand in Lignano einfach zu verwöhnt. Nur durch 2 Brücken sind diese beiden Städte verbunden und wir sind die eine hin und die andere relativ rasch wieder zurück gefahren.

Was uns gut gefallen hat, war der alte römische Straßenbelag, der direkt bei den Wohnhäusern frei gelegt wurde.

Da wir jedoch eigentlich zum Delta des Po unterwegs waren, war es direkt gut, Zeit zu sparen. Unsere 1. Station war

Rosolina Mare

um ein spätes Mittagessen einzunehmen. Details dazu findet ihr hier

Die Gegend selbst ist sehr ruhig und der Ort hat seine besten Tage sicher schon hinter sich. Wer jedoch einen ruhigen Badeurlaub abseits der Touristenmassen haben und viel Gegend zum Rad fahren haben möchte, ist hier sicher nicht falsch.

Weiter ging es bereits mitten im Schutzgebiet, auf engen Straßen in Richtung der Privatinsel

Albarella

Durch einen Schranken geschützt wie ein Hochsicherheitstrakt wurde uns die Zufahrt verwehrt, denn wir hatten weder eine Unterkunft gebucht, noch hatten wir Freunde auf der Insel.

So blieb uns nichts anderes übrig als die enge Straße wieder zurückzufahren und weiter ins Po-Delta vorzudringen. Wir fuhren kreuz und quer auf kleinen Straßen, die man mehr als asphaltierte Wege bezeichnen könnte. Ganz klassisch kann ich hier wieder einmal behaupten: der Weg ist das Ziel!

Unzählige gar nicht so kleine Vögel haben wir unterwegs gesehen, aber da ich keine Ornithologin bin (ganz im Gegenteil, wie alle wissen, die mich besser kennen), kann ich hier leider keine weiteren Details anbieten.

Als wir durch Porto Viro (immer noch in Venetien) durchfuhren, habe ich ein sehr schönes Hotel bemerkt.

Villa Carrer

Hätte ich nicht schon etwas weiter südlich in Ravenna (bereits in der Emilia Romagna) gebucht gehabt, das wäre meine Unterkunft geworden.

Delta des Po

Ich fand es aber extrem entspannend, einfach so ohne Plan und Ziel durch dieses wenig besiedelte Gebiet zu fahren. Dass überall Schilder stehen mit dem Hinweis, dass Jagen und Fischen verboten ist, versteht sich von selbst!

Am Ende waren wir wieder an einem Badestrand im NIRGENDWO!

Spiaggia Boccasette

heißt es dort und die allerletzte Ecke heißt Foce del Po di Maistra. Obwohl es keine Badesaison mehr war, haben wir Leute dort angetroffen. Allerdings waren wir fast die einzigen NICHT-Italiener.

Wer mehr über diese Region und die Möglichkeiten hier wissen möchte, kann gerne hier weiterlesen. 

Wir machten uns wieder auf den Weg in dichter besiedeltes Gebiet und hatten erst mal Lust auf einen Café. Da ich nie zuvor in dieser Gegend war, mussten wir den Zufall entscheiden lassen und der führte uns nach

Mesola

Zu unserer Überraschung fanden wir in dem kleinen Dorf ein Schloss (gebaut von Alfonso II. d’Este, der letzte Herzog von Ferrara, knapp vor 1600), das wie viele andere der Familie der Este gehört. Dieses Adelsgeschlecht ist über 1000 Jahre alt und ihnen gehörten bedeutende Mäzene der Renaissancezeit an. Im Laufe dieser Reise begegnen sie uns immer wieder! Mehr Informationen zur Geschichte der Este findet ihr hier! 

Das Jagdschloss sieht schlicht und elegant aus und sollte der Mittelpunkt einer neuen Stadt werden, was jedoch nie realisiert wurde, da dem Herzog trotz 3 Ehefrauen kein männlicher Erbe geboren wurde und der Besitz nach seinem Tod an den Kirchenstaat zurück fiel. Heute beherbergt es Neben der Bibliothek und einem Kunstarchiv auch ein Wald- und Hirschmuseum. Wer etwas mehr Zeit hat sollte den einzigen Urwald-Rest – Gran Bosco di Mesola, besuchen. Mit etwas Glück und Know-how kann man dort die letzten Dünenhirsche beobachten.

Weiter ging es für uns jedoch Richtung Süden, denn der 1. Reise-Tag neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Von Mesola nach Ravenna benötigt man ca. eine Stunde, jedoch bereits nach knapp 10 Minuten hatte schon wieder ein Objekt mein Interesse geweckt und ich drehte in einer waghalsigen und grenz-legalen Aktion um, denn die

Abbazia di Pomposa

ist dermaßen imposant von der Hauptstraße aus zu sehen, dass ich mir einen näheren Blick nicht verkneifen konnte. Wenn ihr wissen wollt, wie besonders diese Abtei ist, dann lest hier weiter…

Tanti Saluti – Elena
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