Lago del Predil – Idylle mitten in den Bergen

Der Raibler See

liegt etwa 10 km südlich von Tarvis

  • an der SP76 Richtung Sella Nevea und das Raccolana-Tal nach Chiusaforte bzw.
  • von Slowenien durch das wunderschöne Sočatal kommend über die SS54.

Der Lago del Predil ist ca. 500 m breit, 1 km lang und ungefähr 30 m tief und somit der zweitgrößte See in Friaul-Julisch Venetien.

Lago del Predil Panorama

1. Besuch im Juli

Wir sind Anfang Juli von San Pietro al Natisone über Slowenien gefahren und haben uns gleich in den idyllisch gelegenen See verliebt, den ich bis dahin nur von Bildern kannte.

von Slowenien kommend

Dass der See am Anfang des Sommers noch eiskalt war, hat mich nicht besonders verwundert, aber eines war mir klar: Ende August werde ich es nochmal versuchen und vielleicht hat er dann eine Temperatur, die auch mich zum Baden verführt.

Ok – ich gebe es zu: ich bin ein Weichei, was die Wassertemperatur betrifft.

Hinter der kleinen Insel zu sehen sind übrigens der Seekopf und Zottenkopf, 2 Berge, die den Fotos vom See einen perfekten Rahmen geben.
die Insel im Juli

…nächster Besuch im August

Diesmal sind wir von der österreichischen Seite gekommen und haben bei Tarvis die Autobahn verlassen. Die Straße ist Richtung Cave del Predil sehr gut beschrieben und schon bald standen wir in dem kleinen (ehemals großen) Bergwerksort am Fuße des Monte Re, der heute eher wie ein großen Freilichtmuseum aussieht. Dabei gehen die Wurzeln des Bergbaus hier zurück bis ins römischen Zeitalter!

Cave samt Berg

Als ich vor ca. 20 Jahren schon mal da war, war ich fast schockiert, wie deprimierend es hier aussieht. Dennoch ist in den Jahren viel passiert und man hat versucht, nach der Schließung des Bergwerks 1991 zu retten was zu retten ist.

Kaiser-Franz-Erbstollen

Bergwerk Raibl

Blei- und Zink wurde hier früher abgebaut – heute ist es ein Schaustollen mit Museum und das Ganze drum herum ist teils beeindruckend, teils deprimierend.

Parco di Raibl

Irgendwie scheint es trotz Nähe zum Dreiländereck Marketing-technisch nicht optimal genutzt zu werden. Dennoch – ich wünsche den wenigen verbliebene Einwohnern hier von Herzen viel Glück, denn es wurden unheimlich viele Wohnobjekte zum Kauf angeboten. Hoffentlich kommt die Wirtschaft so in Schwung, dass viele DAHEIM bleiben können…

Glück auf

Kirchen

Deckengemälde

Wie üblich haben wir noch eine Kerze in der Kirche Sankt Anna angezündet und dabei überrascht festgestellt, dass dieser Ort sogar 2 Kirchen hat!

Kirche innen

Der“Fünfspitz“

Egal von welcher Richtung ich komme – diese Berggruppe begeistert mich obwohl ich absolut keine Alpinistin bin! Ich bleibe immer kurz mit dem Auto stehen und obwohl ich schon unzählige Bilder habe: diesen wunderschönen Panoramablick auf die “ Cinque Punte “ lasse ich mir nie entgehen.

Cave del Predil

Endlich wieder am Lago

Nun ging es endlich weiter zum Lago del Predil und siehe da: es muss den Sommer über wohl einer „den Stöpsel heraus gezogen haben“.

Insel

Ich weiß nicht wie viele Meter niedrigerer Wasserstand als 6 Wochen zuvor – aber wir waren sprachlos! Sicher, der Sommer war heiß, aber mit dieser Aussicht haben wir nicht gerechnet!

See mit Tretboot

da war mal mehr See

Richtung Insel

Die Legende von der Entstehung des Sees

An der heutigen Stelle des Sees soll einst ein Dorf gestanden haben, das von geldgierigen Menschen bewohnt war. Während eines heftigen Gewitters suchten eine Mutter mit Kind Unterschlupf, was ihnen jedoch von den herzlosen Bewohnern verwehrt blieb. Nur ein alter Mann war barmherzig und half den beiden. Sein Haus, von dem heute noch Reste auf der Insel zu sehen sind, 😉 blieb als einziges von der Überflutung verschont…

Die Jausenhütte

Gastwirtschaft Predil

Pagodenzelte

Spektakulär ist sie nicht, die Gastwirtschaft beim großen Parkplatz, aber dennoch war der Kaffee gut, der Preis moderat und die Bedienung freundlich.

Zugang zum See

Bagger am See

Bank

Die Wassertemperatur…

Was soll ich euch sagen: auch bei meinem nächsten Besuch bin ich nicht wirklich zum Schwimmen gekommen, denn dieser See ist zwar wunderschön, aber das Wasser ist mir einfach zu kalt.

Kriegsrelikte sind nicht zu übersehen

Sei es die Batteria di Sella Predil (kurz vor 1900 erbaut) oder die Forte del Lago Predil – man kommt nicht umhin die Spuren der Vergangenheit zu sehen.

Forte

Kriegsrelikte

Ich bin froh und dankbar, dass ich solche kriegerischen Auseinandersetzungen hier nicht mehr erleben muss und hoffe, dass das auch in Zukunft so bleiben wird!

Relax

Seerundgang

Beach BarIn der Beach-Bar, wo man auch Ausrüstungen für die verschiedensten Wassersportarten ausleihen kann, sagte man uns, dass es „nur“ ca. 2 1/2 Stunden dauert, um den See zu umrunden.

Surf SegelBei unserem Besuch hatten wir nicht soviel Zeit und ein Gewitter war uns auf den Fersen. Aber die Route soll touristisch leicht zu schaffen sein und falls jemand von euch das schon gegangen ist, so bitte unbedingt die Erfahrung in die Kommentare schreiben – danke!

Spiegelung

Auf dieser Höhe befindet sich auch hinter den Resten der Militärischen Anlage der Fortino Wasserfall, FALLS genug Wasser vorhanden ist, dass es auch fallen kann. Ich bin die Straße im Winter noch nie gefahren, doch angeblich soll er in der kalten Jahreszeit komplett zugefroren sein.

Auch der See soll im Winter ein Traum sein: komplett zugefroren, der Schnee auf den Bäumen und nicht zuletzt das wunderschöne Panorama!

Malga Sot Cregnedul

Malga Sot Cregnedul

Wir waren leider zur falschen Tageszeit unterwegs und hatten keinen Hunger, aber beim nächsten Mal werde ich ganz sicher hier Pause machen, denn diese Gastwirtschaft hat mir auf der ganzen Strecke am Besten gefallen.

Mandi

Sella Nevea

Am Weg ins Tal durchfuhren wir den Wintersportort Sella Nevea (zwischen dem Monte Canin und dem Montasio) und wie auch bei uns: im Sommer sehen die Hotels ohne die weiße Pracht eher nicht so toll aus, obwohl die Seilbahn für Wanderer in Betrieb war.

Ein definitives Plus ist jedoch: diese Gegend hier gehört zu den Regen- bzw. Schneereichsten der Region und ist daher das letzte Schigebiet, das im Frühling geschlossen wird.

letzter Blick zurück

Was wir sicher nächsten Jahr machen werden ist ein Abstecher nach Altopiano del Montasio  – ihr kennt vielleicht den berühmten Montasio-Käse (einfach köstlich – ich liebe ihn). Von diesem Hochplateau aus sollen auch ungeübte Wanderer (mit dem richtigen Schuhwerk) wunderschöne Ausblicke in die Berge der Julischen Alpen – auf den Großen Kanin und den Montasch – haben können.

Chiesa della Visitazione di Maria SantissimaNun geht’s wieder ins Tal und auch hier musste ich einfach dann und wann stehen bleiben (wie bei der Chiesa della Visitazione di Maria Santissima), um die Schönheit der Landschaft festzuhalten.

Mein Tipp für euch:

Macht einmal den kleinen Umweg zum Lago del Predil, wenn ihr Richtung Adria unterwegs seid und etwas Zeit übrig habt. Es lohnt sich wirklich!

 

Loch im Berg

Wasser

Eingang

Man braucht von der Grenze bis Chiusaforte auf der Autobahn ca. 1/2 Stunde (<40 km) und ca. 1 Stunde (>40 km) über diese Route. Pausen sind hier unbedingt zusätzlich einzuplanen; wir waren über 2 Stunden am Weg.

Tanti Saluti

Elena


Offenlegung:

Diese Reise habe ich gänzlich selbst finanziert und der Beitrag entstand ohne Auftrag.


Pinterest - Lago del Predil

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geschrieben von
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8 Kommentare

  • Liebe Elena,
    wie schön, ich liebe Seen. Danke für den tollen Tipp, ich werde mir den Lago del Predil im kommenden Jahr persönlich anschauen. Vielleicht ist dann auch im kommenden Jahr wieder deutlich mehr Wasser drin.
    Es sein denn wir bekommen wieder einen schon tollen Sommer wie in diesem Jahr.

    Liebe Grüße aus dem https://wellspa-portal.de Katja

    • Liebe Katja,
      diese Entfernung ist von dir aus auch absolut machbar! Ich weiß gar nicht, warum ich Jahrzehnte gebraucht habe, um diese Gegend für mich zu entdecken?! Selten bin ich irgendwo gewesen, wo es entspannender gewesen ist; Wellness für die Seele sozusagen. Abgesehen davon, dass das Wasser und der Wald richtig zum Durchatmen einladen.
      Viele liebe Grüße
      Elena

  • Ach, das ist ja lustig. An diesem See sind wir vorbei gefahren, als wir aus dem Soda-Tal nach Kärnten fuhren. Wir haben ihn natürlich prompt für einen Stopp genutzt. Zum Baden war er Ende August 2016 aber auch viel zu kalt- jedenfalls für mich. Der Junior ist immerhin kurz eingetaucht – aber auch ganz schnell wieder raus. Das ist echt eine tolle Gegend dort! Schöner Tipp!
    Liebe Grüße
    Angela

    • Liebe Angela,
      gratuliere zum abgehärteten Sohnemann! Ich hab’s echt nur bis zur Wade geschafft, aber diese Gegend finde ich sowas von beruhigend. Wäre ich nicht ein so großer Feigling mit einem so geringen Orientierungssinn, würde ich gerne auch die Wanderwege in der Umgebung erkunden. Aber man kann eben nicht überall begabt sein 🙂
      Viele Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,
    das sieht nach einem traumhaften Ausflug aus! Seen liebe ich auch!
    Ich weiß auch nicht, das Wasser zieht mich einfach an! Das Drumherum sieht so malerisch und idyllisch aus.
    Und das scheint ja auch kein Touristen Hotspot zu sein, das finde ich auch super!

    Schönes Wochenende dir 🙂
    Michelle

    • Liebe Michelle,
      du hast recht, dass sich die Zahl der Touristen in Grenzen gehalten hat. Das liegt wohl auch an der eisigen Temperatur des Wassers. Viele kommen nur schnell auf einige Fotos und einen Kaffee oder so und sind dann wieder weg. Ich fand die Ruhe absolut genial und die weiterfahrt durch den Wald und die Berge nicht weniger!
      Viele Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,
    das sind ganz wunderbare Bilder, die zu einem Ausflug dorthin einladen.
    Der Wasserstand scheint ja allgemein hin ein Problem zu sein. Vielleicht ist ja der warme Sommer dafür verantwortlich oder es hat tatsächlich jemand den Stöpsel gezogen, um die tiefer liegenden Regionen mit Wasser zu versorgen.

    Liebe Grüße

    Alex

    • Liebe Alex,
      danke für deinen netten Kommentar!
      Ich bin üblicherweise nicht so der Natur-Typ, aber die Gegend fand ich überraschend toll. Es sind auch gar nicht viele Touristen dort gewesen!
      Viele Grüße
      Elena

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