Bagni di Pisa – San Giuliano Terme

Gefühlt war ich seit Ewigkeiten in keinem Hotel mehr, was der Corona Pandemie geschuldet ist. Zum Glück hat sich das bei meiner Reise durch die Toskana im Oktober 2021 geändert (Werbung | Pressereise).

5-Sterne-Spa-Resort Bagni di Pisa

Mein letzter Aufenthalt in der Gegend von Pisa ist exakt 20 Jahre her. Damals war ich mit meinen Eltern und Paten-Eltern unterwegs und wir haben uns immer gewünscht, eine ähnliche Reise noch einmal zu machen, aber leider wird das nicht mehr möglich sein. Daher war ich in diesen Tagen in einem ständigen Wechselbad der Gefühle zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Als wir beim Bagni di Pisa vorgefahren sind gingen jedoch gleich meine Mundwinkel nach oben, denn dieses Gebäude mit den Zitrusbäumchen und dem Brunnen ist absolut nach meinem Geschmack!

Ich wünschte, ich hätte im Frühling mit meinem Cabrio hier vorfahren können ♥

Wie ihr alle wisst, liebe ich historische Bauten. Vor allem, wenn sich Geschichten um diese Gebäude ranken. In diesem Fall lässt es sich bereits bei der Adresse erahnen, worum es geht: Largo Shelley sagt euch nichts? Aber Frankenstein kennt ihr bestimmt und diese Romanfigur stammt aus der Feder von Mary Shelley, die bei der Veröffentlichung noch mogeln musste und ihrem Gatten die Geschichte zuschrieb. Gut, dass sich die Zeiten zumindest bei solchen Sachen geändert haben.

Wenn ihr euch nun fragt, was eine englische Schriftstellerin, die um/nach 1800 gelebt hat, mit dem Hotel Bagni di Pisa zu tun hat, so kann ich euch aufklären: Mary und ihr Gatte, sowie ihre Halbschwester Claire Clairmont, der Dichter Lord Byron (dessen Geliebte Claire möglicherweise war) und einige andere Personen hielten sich ~1820 zwischen Pisa und Florenz (das keine 90 km entfert liegt) auf. Grund genug für die Stadtväter, eine ganze Straße nach der Schriftstellerin zu benennen.

Doch das ist nur eine kleine Side-Story, die mich bei meinem Besuch durchaus amüsiert hat.

Der Eingangsbereich

Ich liebe diesen Stil, denn das zeitlose historische Ambiente wirkt auf mich immer edel und vornehm. Ich habe die vielen Sitzmöglichkeiten als sehr einladend empfunden.

Doch nicht nur ebenerdig fand ich es gemütlich!

Obwohl es sich beim Bagni di Pisa um ein Nichtraucher-Hotel handelt, gibt es natürlich sehr wohl einen stilvollen Salon, den man gut abtrennen kann. Im “Byron Smoking Room” kann dieser Leidenschaft auch in der kalten Jahreszeit gefrönt werden, ohne die anderen Gäste zu stören.

Beim Begrüßungsdrink setzte sich dieser einladende Stil fort und ich konnte es kaum mehr erwarten, mein Zimmer zu beziehen. Insgesamt gibt es 61 Zimmer und Suiten in diesem wunderschönen Anwesen.

Mein Luxus Zimmer

An den Bilder könnt ihr erkennen, dass mein Zimmer so groß war, dass ich darin sogar leben könnte. Eine begehbare Ankleide versteht sich von selbst in so einem Haus und natürlich gab es im Bad auch alles, was man erwarten könnte.

Tatsächlich freue ich mich auch immer über ein Stück Schokolade am Kopfkissen, doch Macarons in verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen, sowie zusätzlich Schokolade in unterschiedlichen Kakao-Stufen – da musste ich mich schon sehr beherrschen, um nicht alles auf einmal zu vernaschen 🙂 Dass man sich auch noch die Mühe machte, mir ein handgeschriebenes “Welcome” dazuzulegen, verstärkte das heimelige Gefühl noch mehr.

Dass dieses Haus zu den „The Leading Hotels of the World“ gehört, wird vermutlich niemanden überraschen.

Doch am besten von allem hat mir tatsächlich eine Kleinigkeit gefallen, der wahrscheinlich die meisten gar keine Bedeutung beimessen würden. Die kuscheligen grauen Hausschuhe, die sich von den üblichen weißen Frottee-Patschen abhoben, haben mich besonders gefreut. Ich weiß, vermutlich werden jetzt manche von euch die Augen verdrehen, denn ich sollte froh sein, wenn überhaupt welche vorhanden sind, doch ich mag solche Abweichungen von der Norm.

Ein Standard Zimmer

Wenn ihr euch jetzt sagt, dass so ein großes Deluxe Zimmer nicht in eurem Budget sein wird, so kann ich euch noch ein klassisches Doppelzimmer zeigen, das gleich nebenan war. Für einen kurzen Aufenthalt würde mir das auch absolut reichen, zumal Bad und die Extras nicht weniger gut waren als bei meinem Zimmer.

Elegantes Ambiente im Restaurant Dei Lorena

Abgesehen davon, dass mehr von dem Olivenöl samt Brot ausgereicht hätte, um mich in Kombination mit dem wunderbaren Wein satt zu machen, war jeder einzelne Gang sehr, sehr wohlschmeckend.

Ich liebe Polenta, aber in dieser Crispy Form habe ich den Maisgrieß noch nie konsumiert. Toskanische Gemüsesuppe hatte ich auch noch nie, aber ich mag Suppen jeder Art wirklich sehr.

Chefkoch Umberto Toscano legt besonderen Wert auf gesunde und kalorienarme Küche, die er mit seinem Team mit typisch toskanischen und mediterranen Einflüssen gekonnt umsetzt. Selbst Vegetarier würden hier mit vielen kreativen Gerichten bestimmt mehr als zufrieden sein.

Der nächste Gang: Pici sind wie dicke Hartweizengrieß-Spaghetti und wurden ursprünglich von Hand gerollt.

Das Stück Rinderbraten war dermaßen zart, dass man kein Messer hätte eindecken müssen – einfach köstlich!

Dass Cantuccini nicht fehlen dürfen, versteht sich von selbst. Natürlich gab es dazu Vin Santo, einen süßen Likörwein.

Ich esse üblicherweise nicht in den Hotels, in denen ich schlafe, aber in diesem Haus kann ich euch nur dazu raten!

Was für ein Frühstück!

Doch nicht nur wunderbar Abendessen kann man im Bagni di Pisa. Obwohl durch die Pandemie kein Buffet-Frühstück angeboten wird, hat es uns an nichts gemangelt.

Mittels QR-Code kann man alle Möglichkeiten sehen und sollte das Richtige nicht dabei sein, so muss man nur den Wunsch äußern und die ebenso kompetenten wie freundlichen Bedienungen bringen das Gewünschte.

Das Kaffeehaus am Hügel

Eines meiner persönlichen Highlights war der Bereich hinter dem Hotel auf einem mit jahrhundertealten Olivenbäumen bewachsenen Hügel. Der geschwungene Weg bergauf war durchaus anstrengend, zumal ich ihn zu einer Uhrzeit gegangen bin die ich üblicherweise noch im warmen Bett verbringe. Vorbei an großen Feigenkakteen mit den typischen “Ohren” kommt man zu einer offenen Säulenhalle.

In früheren Zeiten waren hier Leinen Bahnen gespannt und die feinen Damen und Herren genossen hier im Schatten Tee oder eben Kaffee. Vermutlich wurde Karten gespielt oder auch Brettspiele?! Wobei bei dieser Aussicht würde mir die Konzentration sehr schwerfallen!

Die Morgennebel hüllen die ca. 6 Kilometer entfernte kleine Stadt in mystisches Licht und natürlich wurde mir bei dem Anblick klar: Obwohl ich schon einmal in Pisa gewesen bin – ich will so schnell es geht nochmal hin 🙂

Doch auch der Blick in den kleinen Hof hinter dem Hotel oder neben dem Gebäude sollte man nicht übersehen. Schade, dass so wenig Zeit war, denn ich hätte hier gerne bei romantischer Beleuchtung das ein oder andere Glas Wein mit schöner Hintergrundmusik genossen.

Dass hier auch häufig Hochzeiten stattfinden wird euch bei dieser wunderschönen Location nicht verwundern. Ich könnte mich kaum entscheiden ob ich die Trauung Indoor oder Outdoor haben möchte. Vielleicht sogar ganz oben im Kaffeehaus?!

Vermutlich habt ihr bereits bemerkt, dass ich ein wenig zu Neugier neige, wenn ich mir noch unbekannte Hotels besuche, vor allem wenn diese historische Gebäude sind. Im Bagni di Pisa fand ich sogar die Gänge und Treppenhäuser reizvoll.

Therme und Spa in historischem Ambiente

Wie ihr sicher alle wisst, haben bereits die Etrusker und Römer die Vorzüge von Thermalquellen zu schätzen gewusst. Auch ich mache besonders gerne Halt in Hotels, die Thermalwasser Pools anbieten.

Schön finde ich, dass auch Tagesgäste aus der Umgebung hier Day-Spa als kleine Auszeit buchen können. Schade dass die Zeit wie immer zu kurz war, denn gerne hätte ich mich mit einer Ayurveda-Massage verwöhnen lassen.

Auch wenn ihr bei Google und in Prospekten Bilder von schönen Models mit wallenden Mähnen seht, die einzige negative Überraschung für mich war, dass der Zutritt zu den Pools nur mit Badehaube erlaubt ist. Gerne hätte ich auch schöne Instagram Bilder gemacht, aber leider, leider…

Im Innenbereich biete das Bagno di Mercurio ein ganz wunderbares Gefühl der Schwerelosigkeit, denn das Wasser ist mit 18 % Sole angereichert. Gleich daneben befindet sich das Bagno di Minerva –  mit “nur” 35 °C warmen Süßwasser befüllt. Hier sind wirklich – und ich meine WIRKLICH – kräftige Unterwasser-Massagedüsen verbaut. Mir war das schon etwas zuviel des Guten, aber ich bin auch eher der Typ, der Entspannung sucht. Im großen Indoor-Pool hingegen war ausreichend Platz zum schwimmen und für mich genau die perfekten Massagedüsen.

Der Outdoor-Pool wird Bagni di Ponente genannt und ist mit 38 °C warmen Thermalwasser befüllt. Leider war es bei unserem Aufenthalt bereits zu kühl, um auf einem der Liegebetten, mit einem Cocktail in der Hand, zu chillen.

„Salus per Aquam“

Den lateinische Satz übersetzt man mit “Gesundheit durch Wasser” und das wird hier im Hause sehr wörtlich genommen. Das Dampfbad in der Naturgrotte war bedauerlicherweise auf Grund der Pandemie geschlossen, aber ich bin mir sicher, dass es sehr entspannend wäre.

Unser letztes Abendmahl

Bevor wir nun dieses traumhafte Haus verlassen, will ich noch einmal dafür sorgen, dass euch das Wasser im Mund zusammen rinnt. 🙂 Wir durften mit einem wunderbaren Fisch-Menü unseren Aufenthalt beschließen!

Von den perfekt gegarten Garnelen hätte ich eine ganze Platte voll essen können, wobei die Pasta mit den Vongole natürlich auch sehr gut war.

Branzino (Wolfsbarsch) ist ein Fisch, den ich sehr häufig bestelle und auch dieser war perfekt gegart. Um dem Tiramisu eine herbstliche Note zu verleihen, hat der Pâtissier Kastanien Creme beigefügt. Einfach himmlisch ♥

Dieses Hotel und die ganze Umgebung sind einfach bezaubernd! Kein Wunder, dass Franz Stephan von Lothringen, Großherzog der Toskana (und Mitregent seiner Gattin Kaiserin Maria Theresia), diesen Kurort Mitte des 18. Jahrhunderts zu seiner Sommerresidenz machte.

Bagni di Pisa

Largo Shelley 18
56017 San Giuliano Terme (PI)
+39 050 88501

info [at] bagnidipisa [dot] com

Tanti Saluti
Elena


Offenlegung:

Zum Aufenthalt (inkl. 2x Dinner & Frühstück) im Bagni di Pisa wurde ich im Zuge einer Pressereise eingeladen. Meine Beschreibung bleibt wie immer trotzdem ehrlich.


 

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