La Rotonda – das Meisterwerk von Andrea Palladio

Villa Almerico Capra

…unzählige Male hatte ich diese architektonische Meisterleistung bereits im Internet bewundert. Als ich dann noch über La Rotonda interessante Details in meinem Kunstgeschichte Kurs gehört habe, stand mein Entschluss fest: ich muss dort hin!

Da sich in dieser Gegend einige einer liebsten Reiseziele befinden, war es auch nicht besonders schwer, dieses Gebäude in eine dieser 3-4 Tagesrouten einzubinden.

Die berühmteste Villa von Andrea Palladio ist leicht zu finden und schon von der Weite bietet sich die Möglichkeit, erste Fotos zu schießen.

1-Rotonda - aus der Ferne betrachtet

Was sich aber als deutlich schwieriger herausstellte, war einen geeigneten Parkplatz zu finden. Entlang der Straße, gegenüber vom Haupttor, kann man sein Auto zwar abstellen, aber bei unserem Besuch waren wir hier leider nicht erfolgreich.

Wir stellten zwar fest, dass beim Nebengebäude, den ehemaligen Stallungen (=Barchesse) sowie den Unterkünften für die Landarbeiter, reichlich Platz im Hof wäre, aber leider ist dieser Teil des Garten nicht für die Fahrzeuge der Besucher geöffnet. Schade!

3-Stallungen

In meinem Fall ließ ich meine Begleitung vor dem Tor aussteigen und versuchte in einer der Wohnstraßen in der Umgebung mein Glück. Der Weg war durchaus lang, aber zu schaffen!

Nicolò Valmarana - rose viale

Die Belohnung war dann, als wir ENDLICH vor diesem tollen Gebäude standen und den Anblick dieser perfekten Symmetrie erst einmal auf uns wirken ließen. La Rotonda in voller Größe und ich bin tatsächlich hier!

4- Rotonda

5-Rundgang

 

Wir begannen mit einem kleinen Rundgang durch den Garten, denn die Aussicht ist nicht nur AUF die Villa beeindruckend, sondern auch von der Villa WEG in die Gegend.

11-Garten1994 wurde dieses außergewöhnliche Bauwerk in die Liste vom

UNESCO Weltkulturerbe

aufgenommen. An der Villa wurde fast 25 Jahre gebaut, bevor sie kurz vor 1600 von Vincenzo Scamozzi fertig gestellt wurde.

Die Lage ist günstig gewählt, denn sie liegt auf einem kleinen Hügel, was die spektakuläre Aussicht zu allen Seiten natürlich begünstigt.


10-Aussicht

6-Untergeschoß

 

Nach unserer ersten Euphorie sind wir rund um die Villa gegangen und haben zuerst einen Blick in die Räume im Untergeschoss gewagt.

Wie ich später erfahren habe, ist ein Teil des Gebäudes vom Besitzer (der bekannten Adelsfamilie Valmarana) sogar noch bewohnt.

Das ist dann vermutlich auch die Erklärung, warum man nicht an allen Tagen und zu jeder Uhrzeit die Prunkräume (Piano nobile) besichtigen kann.

 

8.1-umrundet

Nicolò Valmarana - luce da sudest

9-unter der Treppe

Von runden Saal, also dem Zentrum der Prunkräume, darf ich euch zum Gusto holen ein Foto zeigen, das mir freundlicherweise von der Besitzer-Familie zur Verfügung gestellt wurde.

Ebenfalls habe ich erfahren, dass es nicht nur (ziemlich großer) Geldmittel bedarf, ein historisches Gebäude wie dieses zu erhalten, sondern es ein immer wiederkehrender Kampf mit der italienischen Bürokratie ist. Es ist offensichtlich in Italien nicht weniger zeitaufwendig als hier bei uns, Genehmigungen für Arbeiten an denkmalgeschützten Gebäuden zu erhalten.

Ich finde ich es ganz toll, dass sich trotzdem noch viele Besitzer solcher Schönheiten diesen Kraftakt antun und die Objekte nicht nur erhalten, sondern auch für die Allgemeinheit zugänglich machen.

Zu meinem und zu eurem Glück, denn sonst gäbe es meinen Blog in dieser Form nicht und in meinem Leben wäre unzählige glückliche Stunden weniger zu verzeichnen, denn solche Gebäude besichtigen zu dürfen, das empfinde ich als Glück und bin immer wieder dankbar dafür.

13-Rotonda

7-Hinterseite

  • Das Obergeschoss (mit den kleineren, aber natürlich auch symmetrisch angeordneten Fenstern) kann NICHT besichtigt werden.
  • Im Untergeschoss waren die Wirtschaftsräume, in denen sich früher die Bediensteten aufgehalten haben.
    Lagerräume gab es natürlich auch noch reichlich (auch in der obersten Etage, wie mir erzählt wurde).
  • Die Prunkräume (vor allem der runde Saal) waren zur Zerstreuung der Besitzer gedacht. Schon damals gab es also die Herausforderung, dass das Runde ins Eckige muss 🙂 Palladio hat das einfach genial gelöst!

Übrigens: falls ihr derzeit nicht verreisen könnt und trotzdem noch ein wenig mehr von der Innenansicht sehen wollt, so befragt Google oder Wikipedia.

Nicolò Valmarana - vista nordovest

Im Garten finden sich immer wieder Bänke, um ein wenig Rast zu machen und einfach das Gebäude auf sich wirken zu lassen. Da dieses Villa und auch der Garten nicht besonders groß ist, eignet sich eine Besichtigung auch für Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind.

12- Sitzplatz im Garten

In dem langgezogenen Nebengebäude das die rechte Seite des Zugangsweges zur Villa flankiert, befindet sich der Buch- & Souvenir Shop, sowie – was bei jeder Besichtigung nicht ganz unwichtig ist – der Abgang zu den Toiletten.

 14-Nebengebäude

16-Umgebungskarte

 

In der Nähe des Ausganges befindet sich auch noch eine sehr informative Tafel, falls ihr noch weitere Objekte in der Gegend besichtigen wollt.

Die aktuellen Besuchszeiten

lest ihr am besten direkt auf der Webseite der Villa Almerico Capra

Innenbesichtigung derzeit nur Mittwoch und Samstag!

Abschließend noch ein herzliches

Danke schön – Grazie

an Nicolò Valmarana für die ergänzenden Fotos und die informativen Auskünfte.

15-Ausgang

Eintrittskarten La Rotonda

Villa La Rotonda

Via della Rotonda, 45
36100 Vicenza (VI)

info [at] villalarotonda [dot] it

Tanti Saluti – Elena


Offenlegung:

Nicht alles ist WERBUNG auch wenn manch einer das so auslegt; hier handelt es sich um eine Empfehlung, die von Herzen kommt und weder beauftragt, noch bezahlt wurde.


La Rotonda von Andrea Palladio

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13 Kommentare

    • Hallo,
      nicht nur, dass es ein architektonisch wirklich ein Meisterwerk ist – bei klarer Sicht kann man unglaublich weit in die wunderschöne Gegend sehen.
      Liebe Grüße
      Elena

  • Danke !

    Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn…?

    „Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,
    Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
    Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
    Was hat man dir, du armes Kind, getan?
    Kennst du es wohl?
    Dahin! Dahin
    Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn…“

    • Hi Ron,
      ja der gute alte Goethe ist nie falsch! Seine italienische Reise möchte ich auch einmal machen, sobald ich ausreichend Zeit und Geld habe.
      Viele Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,
    wow, das klingt nach einem tollen Ausflug. 🙂 Ich liebe die italienischen Gebäude und die Vielfalt der Architektur. Ich kann mich gar nicht daran sattsehen.
    Ich glaube, ich hätte sehr viel Zeit auf einer Bank an den Grünflächen verbracht und mir das Gebäude noch ein wenig länger angesehen. 🙂
    Vielen Dank für den Ausflugstipp. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    • Liebe Kathi,
      genau das haben wir auch gemacht! Dadurch, dass ich viele Reisen mit meiner Mutter unternehme, werde ich automatisch in meiner Geschwindigkeit eingebremst und sehen immer wieder Details, die ich sonst vielleicht nicht bemerkt hätte. Die abgebildete Bank ist ideal, um sowohl die Villa als auch die vorbeiziehenden und staunenden Gesichter beobachten zu können.
      Viele Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,
    ein schöner Bericht über die La Rotonda. Ich bewundere Palladio und seine Werke, die er geschaffen hat. Ich finde es auch ganz toll, dass es immer wieder Menschen gibt, die solche Kostbarkeiten wieder ins Leben rufen. So haben wir alle die Möglichkeit, diese Bauwerke zu besichtigen.
    Liebe Grüße, Selda.

    • Liebe Selda,
      da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich habe schon viele Werke von Palladio besucht und jedes ist auf seien Art einzigartig. Dieses hier jedoch muss zu seiner Zeit sehr gewagt gewesen sein.
      Viele Grüße
      Elena

  • Wieder ein echt toller Tipp. 🙂
    Leider haben wir das kürzlich nicht geschafft, als wir in der Nähe waren.
    Die Bilder sehen aber toll aus und so hab ich es mal in meinen Italien-Ordner auf Pinterest geschoben, denn evtl. wollen wir demnächst noch mal los in den NOrden von Italien.

    Viele Grüße
    Tanja

    • Liebe Tanja,
      ich habe auch Jahre gebraucht, um mir diesen Abstecher in meine Route rund um Vicenza einzubauen, aber die runde Halle innen ist echt etwas Besonderes und wenn dann auch noch das Licht gut durch die Fenster fällt…
      Viele Grüße
      Elena

  • Hallo Elena,

    Italien hat so ein ganz besonderes Flair und gerade diese alten Gebäude tragen dazu bei.
    Schon öfters habe ich davon gehört, dass die italienische Bürokratie wirklich aufwendig ist und teils noch viel länger braucht als bei uns.
    Da braucht man starke Nerven.
    Herzlichst
    Sabine

    • Liebe Sabine,
      ich selbst besitze zwar keines dieser Traumhäuser, aber schon bei meiner kleinen Wohnung bemerke ich, WIE schwierig der Umgang mit den Behörden sein kann. Bei einer Villa wie dieser will ich mir das gar nicht vorstellen. Aber umso schöner für uns Besucher, dass sich die Besitzer trotzdem diese Hürde antun!
      Liebe Grüße
      Elena

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