Eigentlich wollten wir der Aussicht wegen mitten am Berg essen
Unser Plan für diesen Tag war ein ganz anderer. Wir waren in Mezzomonte und wollten dort etwas essen. Doch in dem kleinen Ort hatte an diesem Tag offenbar niemand auf uns gewartet. Alles war geschlossen.
Eine Briefträgerin, die wir nach einer Möglichkeit zum Essen fragten, wusste zum Glück, wo wir hinfahren sollten: nach Coltura zur Trattoria Marcandella.
Und manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn der ursprüngliche Plan nicht funktioniert.
Ein Lokal mit Geschichte
Schon beim Betreten hat mir das Marcandella gefallen. Die Einrichtung ist bodenständig, aber dazwischen stehen einige Möbelstücke und Gegenstände, die ganz offensichtlich schon viele Jahrzehnte erlebt haben. Ich würde schätzen, dass manches davon 80 oder sogar 100 Jahre alt ist.
Besonders gut hat mir ein Zimmer gefallen, das wie ein kleines Wohn- oder Lesezimmer eingerichtet ist. Man kann es auch von der Straße aus sehen. Ich musste natürlich gleich genauer hinschauen. Gerade solche Räume erzählen für mich oft mehr über ein Lokal als eine perfekt zusammengestellte Einrichtung.
Auch die anderen Gäste haben uns sehr freundlich aufgenommen. Sie schienen sich untereinander gut zu kennen, während wir ganz offensichtlich ortsfremd waren. Trotzdem hatten wir nie das Gefühl, irgendwie außen vor zu sein. Es war einfach eine angenehme, unkomplizierte Atmosphäre, in der wir uns sofort wohlgefühlt haben.
Und dann habe ich erfahren, wie lange es das Marcandella schon gibt.
Seit 1836!
Das musste ich erst einmal sacken lassen. Ein Lokal, das seit fast 200 Jahren mit diesem Ort verbunden ist, findet man schließlich nicht alle Tage. Das Marcandella wird nachweislich seit 1836 durchgehend von derselben Familie geführt und gehört zur Vereinigung Locali storici d’Italia.
Schade finde ich, dass diese lange Familiengeschichte mit der heutigen Inhaberin Leara zu Ende gehen wird. Gerade bei einem Haus mit einer solchen Geschichte ist das für mich ein trauriger Gedanke.
Unser Mittagessen
Wir haben uns für zwei ganz unterschiedliche Gerichte entschieden.
Bei meiner Begleitung gab es Schweinebäckchen mit Ratatouille und Kartoffeln. Ein ausgesprochen bodenständiges Essen, aber genau das hat uns gefallen. Die Schweinebäckchen waren zart und alles zusammen hat einfach gut harmoniert.
Dazu haben wir den weißen Hauswein probiert. Auch der hat uns gut geschmeckt und war eine angenehme Begleitung zum Essen.
Auf meinem Teller standen Penne mit Meeresfrüchten. Auch hier war nichts übertrieben inszeniert. Es war einfach ein gutes, ordentliches Mittagessen, bei dem wir beide sehr zufrieden waren.
Danach hätten wir eigentlich aufhören können. Haben wir natürlich nicht. Zum Abschluss gab es noch Babà und einen Caffè. Der Babà war für uns genau das Richtige zum Abschluss und der Caffè gehört in Italien sowieso dazu.
Da müssen wir noch einmal hin
Beim nächsten Besuch möchte ich unbedingt noch ein paar andere Gerichte probieren. Besonders Frico und Pitina stehen auf meiner Liste. Beides sind Spezialitäten aus der Region.
Zum Glück ist das Marcandella von meiner zweiten Heimat gar nicht weit weg. Pordenone kenne ich inzwischen recht gut und bin dort immer wieder einmal zum Shoppen. Da bietet sich ein Abstecher nach Coltura geradezu an.
Fazit & Kontaktdaten befinden sich wie immer unter den Bildern!

Marcandella dal 1836
Trattoria | Bar | Ristorante
di Leara De Toffol
Piazza Fontana, 2
33070 Polcenigo, Fraz. Coltura
+39 388 981 5575
Dienstag bleibt das Lokal geschlossen. Montag und Mittwoch nur mittags.
Dafür könnt ihr euch Donnerstag bis Sonntag mittags und abends kulinarisch verwöhnen lassen.
Fazit:
Das Marcandella war für uns ein ungeplanter Abstecher, den wir gerne und hoffentlich bald wiederholen werden.
Tanti Saluti
Elena
Offenlegung:
Dies ist ein rein redaktioneller Beitrag ohne Gegenleistung oder Auftrag.
