Die längsten zusammenhängenden Laubengänge Europas sind in Pordenone

Alle Jahre wieder – mindestens 1-2x – muss ich nach Pordenone! Die gar nicht so kleine Stadt (etwas über 50.000 Einwohner) liegt ca. 60 km süd-westlich von Udine und fast gleich weit nord-westlich von Lignano. Die Fahrzeit beträgt jeweils knapp 1 Stunde und lohnt sich für einen Tagesausflug, da Pordenone eine so wunderschöne Einkaufsstraße hat, dass ich mich jedes Mal aufs Neue darauf freue.

Pordenone City

Zufrieden stellte ich auch diesmal wieder fest, dass das Autobahn-Teilstück immer noch kostenlos ist, was in Italien bekannterweise eher selten vorkommt. Ich nehme immer gleich die Abfahrt zur Messe (Fiera), denn dann komme ich direkt zu einem Parkplatz, auf dem ich zeitlich unbegrenzt und kostenlos parken kann.

Santissima TrinitàWer lieber einen Fixpunkt ins Navi eingeben möchte, wählt Via San Giuliano, die vor der markanten, achteckigen Kirche SS. Trinita beginnt und – von dort aus links – der Parkplatz nicht zu übersehen ist. Direkt von der Kirche aus führt ein Weg durch den Flusspark und über den „Noncello“, genauer gesagt über die Adam-und-Eva-Brücke.

Adam & Eva Brücke

Beide Figuren wirkten in Kombination mit dem Wasser und dem Park sehr idyllisch und haben meinen Blick noch einmal zurück gelenkt.

Noncello

Was gut war, denn ich habe dadurch ein Boot, ähnlich unseres Salzach-Schiffes (nur kleiner natürlich) bzw. der Insel-Bar bemerkt. Das heißt, ich muss unbedingt im Sommer noch einmal hin um herauszufinden, ob man damit einen Ausflug machen kann oder „nur“ etwas konsumieren. Ich werde es euch wissen lassen!

Palazzo beige

Jedenfalls: durch den Park, über den Fluss, über die Straße – und schon ist man am Beginn der Altstadt angelangt! Nur wenige Minuten vom Auto entfernt und auch für Menschen mit wenig Orientierungssinn unmöglich, sich zu verlaufen!

Municipio

Die 1. Pause mache ich immer gleich auf der Piazza San Marco, wo man links das Municipio (Rathaus) mit den beiden weißen Statuen mit der Glocke am gotischen Mittelturm sieht. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde zwischen 1300 und 1400 erbaut.

Flußpark mit Blick auf den Dom

Unübersehbar (rechts) geht es weiter zum Dom mit seinem romanisch-gotischem Glockenturm, der knapp 80 m hoch ist – und zu den schönsten Italiens zählt!

Fuzo1

Spätestens hier wird jeder bemerken, dass man diesen Ausflug auch bei Regen machen kann, denn links und rechts des Corso Vittorio Emanuele II. sind Arkaden im venezianischen Stil vor den Häusern, die ein Flanieren ohne lästiges Schirm auf- und zuspannen möglich machen.

Fuzo2

Es sind übrigens die längsten zusammenhängenden Laubengänge Europas! Aber egal welche Wetterlage, das Augenmerk sollte man unbedingt auch auf die vielen Fresken legen, die zwar zum Teil nur mehr in Fragmenten restauriert werden konnten, jedoch einen guten Eindruck vermitteln, wie es im 14. Jahrhundert ausgesehen haben könnte.

Siesta in the city

Abgesehen vom harmonischen Altstadtbild, den Kirchen und den vielen Parks gibt es in Pordenone auch mehrere Museen und das Verdi Theater. Wer nicht so sehr auf Kunst und Kultur steht, kommt trotzdem auf seine Kosten: Die Geschäfte in der Einkaufsstraße sind abwechslungsreich und natürlich sind immer wieder auch Lokale dazwischen.

Palazzo dei Capitani

Wir hatten zusätzlich Glück, da wir an einem Samstag dort waren und somit konnten wir auf der Piazza Cavour noch ein wenig mehr italienisches Flair genießen – nämlich den wöchentlichen Markt!

Pause

Palazzo San Marco

Nach einer kurzen Pause (was wäre Italien ohne seinen guten Kaffee oder ein Glas Vino) sind wir dann aber weiter in den Corso Garibaldi gegangen, bevor wir am Rückweg links und rechts noch die malerischen Gassen und umliegenden Plätze der Altstadt besichtigt haben.

Hinterhof

Hinterhoftor

Es gibt unzählige Palazzi und Kirchen, die ich hier nicht alle aufzählen möchte. Ich hoffe, die Bilder sprechen für sich, denn wer mehr historische Details wissen möchte, findet alles Nötige auf Wikipedia.

Klassisch

Kirche

Ganz kurz will ich aber trotzdem erwähnen: Von 1278 bis 1508 gehörte Pordenone uns! Naja – genau gesagt den Habsburgern, bevor es dann leider doch zu Venedig kam.

Palazzo in rot-weiß-roter Hand

Palazzo Fresko

Pordenone existiert nachweislich seit mehr als 1000 Jahren und der Wohlstand des Bürgertums begann mit dem Handwerk zu blühen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren es Töpfereien und Baumwollspinnereien, die jedoch nach dem 2. Weltkrieg durch die Herstellung von Haushaltsgeräten abgelöst wurden. ZANUSSI dürfte jedem ein Begriff sein. Dieses Unternehmen wurde 1919 hier gegründet.

Palazzo 2

Aber nicht nur die Stadt selbst, sondern auch das Umland hat viel zu bieten: Cordovado, Sacile und Spilimbergo sind nur 3 der sehenswerten Dörfer in der Umgebung, die ich euch in den nächsten Monaten noch vorstellen werden.

Palazzo rot

Last but not least: Nur gut 10 km Richtung Norden befindet sich übrigens (gleich in der Nähe des bekannten Schigebietes Piancavallo) die Aviano Air Base, der Luftwaffen Stützpunkt der US-Airforce. Daher sollte man sich nicht wundern, wenn man eine der ca. 50 dort stationierten F-16 hört oder sieht.

Fuzo heimwärts

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Lust auf eine kleine Auszeit vom Strandurlaub machen, denn bei Sonne, Sand und Meer ist es manchmal ganz gut, einen Tag Pause einzulegen und der Haut wieder ein wenig Ruhe zu gönnen!

Und falls jemand von euch in Pordenone essen geht, lasst mich wissen, wo es euch besonders gut geschmeckt hat!

Tanti Saluti – Elena

[googlerouteplaner=15]

Print Friendly