Die komplette Tour für Stadt, Küste und Schloss Miramare
In vielen Städten gibt es sie, so auch in Triest. Die Hop-On-Hop-Off Busse, die vor allem Neulingen in kürzester Zeit eine gute Übersicht verschaffen, was interessant sein könnte.
In der “Stadt der Winde” heißt das Unternehmen “HopTour Trieste by Bus“. Wenn ihr jetzt glaubt, dass ich von der Firmenleitung für diesen Artikel bezahlt wurde, so irrt ihr.

Was allerdings hilfreich war, das war die FVGcard. Das ist ein digitaler Servicepass, den es für 48 Stunden oder eine Woche gibt, und mit dem man sich viel Geld spart, wenn man einiges auch von innen besichtigen möchte. Diese Tour und so manches mehr könnt ihr damit auch machen.
Doch nun erkläre ich euch zuerst einmal, wie die HopTour Trieste abläuft.
Ihr könnt euch, wie bereits erwähnt, die FVGcard besorgen oder ihr kauft das Ticket direkt beim Busunternehmen. Das Busticket gilt nicht nur einen Kalendertag, sondern 24 Stunden, was durchaus hilfreich sein kann, wenn man sich Zeit lassen möchte und einiges noch zu Fuß genauer erkunden will.

Alle Haltestellen der HopTour Trieste
Ich rate euch, pünktlich bei den Haltestellen zu sein, denn entgegen der sonst nur vagen Zeitvorstellungen, die man oft in Italien vermutet, ging es bei meiner Tour akkurat zu.

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Molo Audace / Piazza Unità d’Italia
Wir starten am Molo Audace direkt am Hafen (gleich neben der Piazza Unità d’Italia), mit Meerblick und Hafenluft inklusive. Dadurch fällt es gar nicht so schwer, bereits einige Minuten früher anwesend zu sein. Ihr könnt sogar direkt bis zur Kirche Monte Grisa am Hügel sehen, wenn ihr wisst, wo sie sich befindet.

Bei der Station, die gut beschriftet ist, sind zwar nur wenige Sitzmöglichkeiten, aber das ist leider bei allen Busstationen so.
Nach Ausgabe des Tickets gibt es persönliche Kopfhörer und eine Erklärung der Anlage, damit die richtige Sprache und Lautstärke gewählt werden kann.


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Molo dei Bersaglieri – Cruise Terminal
Direkt nach dem Molo Audace bekommt ihr wirkliches Hafengefühl, denn wir fahren vorbei an Kreuzfahrtschiffen, die hier wirklich oft zu sehen sind. Wenn ihr Glück habt, sind sogar Segelschiffe zu sehen, die echt groß sind!

Üblicherweise mag ich diese großen Schiffe nicht so, aber bei diesem weitläufigen Hafen stört es mich nicht.
Das Kongresszentrum der Hafenstation „Stazione Marittima“ mit der Statue des italienischen Marineoffiziers Nazario Sauro ist das erste wirklich große Gebäude, an dem wir vorbeifahren.

=> Btw: falls ihr euch wundert, dass manche Fotos nicht so wirklich scharf sind oder Spiegelungen zu sehen sind – ich habe natürlich durch die Scheibe des HopTour Trieste Busses fotografiert und nur manche Bilder sind direkt von der Straße aus gemacht. Das ist Absicht, damit ihr wirklich merkt, wie sich das anfühlt.
Weiter geht es entlang der Riva Tegetthoff, wo ihr das Meeresaquarium von Triest besuchen könntet, das in der ehemaligen Fischmarkthalle untergebracht ist.

Nun fahren wir vorbei an 2 Lokalen, die ich euch schon vorgestellt habe: zuerst Pier the Roof und dann das Eataly. Beide besuche ich immer wieder. Ersteres eher in der warmen Jahreszeit und letzteres (wo man auch gut einkaufen kann) wenn es kalt und windig ist.

Vorbei am Yacht Club Adriaco geht es weiter um das Hafenbecken Richtung Molo Teresiano mit dem Leuchtturm La Lanterna und dem Bagno Marino Pedocin, dem einzigen Strandbad in Europa, bei dem Männer und Frauen noch getrennt liegen und ins Wasser gehen müssen.

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Piazza Venezia – Museo Revoltella
Bevor der Bus quasi “umdreht”, fahren wir noch vorbei am Eisenbahnmuseum, das zwar momentan renoviert wird, aber das wird bestimmt nicht ewig dauern.

Dann geht es Richtung Piazza Venezia, vorbei an einem Gebäude, das ich immer wieder wunderschön finde.

Unübersehbar fahren wir vorbei an der Statue von Maximilian, dem Bruder von Kaiser Franz Joseph I., der bedauerlicherweise in Mexiko kein gutes Ende fand.

Hier seid ihr mitten im Stadtleben, mit Straßenflair, Cafés und mehreren Museen. Perfekt, um ein bisschen Architektur und Alltag zu fotografieren und zu fühlen, wie lebendig Triest sein kann.

Allein für die nähere Umgebung der Statue könntet ihr 2 Tage mit Museums-Besichtigungen und “Lokal-Recherchen” verbringen.
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Piazza Sant’Antonio
Wir fahren weiter und sehen rechts am Hügel die beiden Kirchen Santa Maria Maggiore und San Silvestro.

Nachdem wir an der Einfahrt zum Parkhaus San Giusto (meine häufigste Option, wenn ich mit dem Auto anreise) vorbeigefahren sind, zeigt sich bereits die nächste Besonderheit: das römische Theater!

Kurz darauf halten wir an der Piazza Sant’Antonio. Hier könnt ihr den Brunnen genießen oder auch die gleichnamige Kirche.


In unmittelbarer Umgebung ist auch die serbisch-orthodoxe Kirche der Dreifaltigkeit und des Hl. Spyridon zu bewundern. Eine Besonderheit für mich als Katholikin innen und außen!
Doch wir bleiben noch in der näheren Umgebung, denn die nächste Station unserer Fahrt ist in Sichtweite.
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Ponte Rosso – Canal Grande di Trieste
Es wird romantisch, mit Wasser, Brücke und Altstadt im Hintergrund! Wenn ihr zur richtigen Zeit unterwegs seid, könnt ihr hier tolle Lichtstimmungen einfangen. Hier kann ich wirklich empfehlen, einmal zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Blick zu wagen, denn die Reflexionen am Wasser und die Sonne bieten immer ein anderes Bild.

Trotz der vielen Leute ist es eine idyllische Ecke, die man nicht verpassen sollte. Wenn ihr Glück habt, ist bei eurem Besuch auch ein Markt beim Kanal.
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Castello e Cattedrale di San Giusto
Nun bewegt sich der Bus, vorbei an der Piazza della Borsa, durch den Tunnel unter der Scala dei Gigante auf den Hügel hinauf. Auf dem Colle di San Giusto liegt die nächste Station.

Hier könntet ihr das Castello samt Museum besichtigen oder auch in die schöne Cattedrale di San Giusto.

Dass es hier oben ein sagenhaftes Panorama über Triest gibt, versteht sich von selbst und allein das wäre ein Grund, auszusteigen und mit dem nächsten Bus die HopTour Trieste fortzusetzen.

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Piazza Oberdan
Die Piazza Oberdan ist unser nächster Stopp, urban, unübersehbar mitten im Alltag. Ideal, wenn ihr etwas moderneres Stadtflair ohne die klassischen Sehenswürdigkeiten sehen wollt. Ich kann euch empfehlen, einfach bewusst zu schauen, wenn ihr auf diesem Platz bzw. in der unmittelbaren Umgebung seid.

Zuerst meint man, das sei jetzt nicht so toll (im Vergleich zum Bisherigen), ABER es gibt so unglaublich viele Details bei den Gebäuden, dass ich auch nach vielen Besuchen immer noch Neues entdecke. Der Platz ist definitiv unterschätzt, wenn ihr euch für Kunst und Kultur interessiert, die nicht zwingend Jahrhunderte alt sein muss.
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Stazione Centrale – Piazza Libertà
Danach geht es zur Stazione Centrale und zur Piazza Libertà. Die Lage des Bahnhofs ist optimal, wenn ihr mit dem Zug angereist seid. Auch diese Ecke hat ihren eigenen Reiz mit etwas Trubel und Bahnhofsatmosphäre.

Es gäbe hier noch die Statue unserer Kaiserin Elisabeth zu bewundern, aber ich habe tatsächlich noch kein Foto gemacht. Bei Gelegenheit werde ich das nachholen.
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Viale Miramare – Pineta di Barcola
Der Bus bringt uns weiter an die Küste, Viale Miramare und die Pineta di Barcola. Hier könnt ihr Meeresstimmung, Pinien und Spazierwege festhalten. Perfekt, um für einen Moment der Stadt zu entfliehen, falls ihr ein wenig Ruhe braucht.
Bei der Hinfahrt bin ich leider “auf der falschen Seite” gesessen und kann euch fast nur Bilder zeigen, die rechts der Straße sind (aber keine Angst; wir fahren ja auch wieder zurück).
Aber immerhin kann man trotzdem Blicke auf den Faro della Vittoria und die Wallfahrtskirche Monte Grisa erhaschen, wenn man schnell ist und weiß, wann man die Kamera griffbereit haben sollte.


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Castello e Parco di Miramare
Endlich erreichen wir die Zugangsstraße zum Castello und den Park von Miramare. Schloss, Park und Meer bieten einen Mix aus Geschichte, Natur und Fotomotiven. Hier lässt sich gut entspannen oder vielleicht sogar den Tag ausklingen lassen.
Ich muss betonen, dass der HopTour Trieste Bus NICHT bis zum Portal des Miramare Areals fährt.
Das wäre auch gar nicht möglich, denn ich weiß aus Erfahrung, dass man selbst mit dem Auto Geduld braucht, um bis zum Parkplatz vorzudringen. Mit einem Bus, der an einen Fahrplan gebunden ist, ist das schlichtweg nicht möglich.
Der Fußweg, den ihr bewältigen müsst, beträgt ca. 15-20 Minuten, je nach Geschwindigkeit.
Ich empfehle daher, diesen Ausstieg gut zu durchdenken, denn bei meinem letzten Besuch im Schloß und im Park samt einem kurzen Halt in der Snack Bar habe ich fast 3 Stunden gebraucht (inkl. Weg vom und zum Auto).

Eine der Möglichkeiten wäre, dass ihr einen der ersten beiden Busse am Folgetag nehmt und euch das Areal in Ruhe anseht und mit dem öffentlichen Bus wieder zurück ins Zentrum oder zum Bahnhof fahrt.
Es könnte sonst stressig werden, denn beim Aussteigen wird man gefragt, mit welchem Bus von HopTour Trieste ihr zurückfahren wollt. Auch das will geplant werden, damit alle einen Sitzplatz finden.
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Porticciolo di Cedas und La Sirenetta di Trieste
Für unsere nächsten Wegpunkte müsst ihr ein wenig aufpassen. Wir fahren an einem kleinen Hafen römischen Ursprungs (Porticciolo di Cedas) vorbei. Das ist genau gegenüber vom Old Wild West Steakhouse.

Die berühmten Topolino Badeanstalten kommen dann eine nach der anderen, aber die sind natürlich vom Bus aus nicht ideal zu fotografieren. Topolino heißt übrigens Mickey Mouse in Italien und die Runden Gebäude sollen an die Ohren erinnern.

Wenn ihr alles gut sehen wollt, geht entweder im Sommer direkt dort baden, oder bucht euch für kleines Geld eine Bootsfahrt Richtung Grignano/Miramare. Die kostet kaum mehr als die örtlichen Busse und es ist ein Erlebnis!
Eine weniger bekannte maritime Ecke ist La Sirenetta, die kleine Meerjungfrau von Triest, unsere nächste Haltestelle.
Diese Skulptur befindet sich genau am Anfang der Pineta di Barcola, dem großen Pinienhain vor Triest. Ich meine, dieser große Park ist nicht zu übersehen. Vor vielen Jahren habe ich mit Freunden und ihren kleinen Kindern hier gern die Spielmöglichkeiten und den Schatten genutzt.

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Porto Vecchio – Polo Museale
Zum Abschluss hält der Bus noch beim Porto Vecchio, dem alten Hafen mit Museen und Industriecharme. Duch die alten Lagerhäuser ideal für Fotos mit Lost-Place-Flair.


Mit dem HopTour Bus habt ihr 24 Stunden Zeit, alle Haltestellen zu entdecken. Ihr steigt einfach aus, wo ihr Lust habt, schlendert ein bisschen und steigt später wieder ein. Für mich ist es die beste Möglichkeit, Triest entspannt zu erkunden und gleichzeitig eine schöne Mischung aus Stadt, Küste, Historie und Meer einzufangen.

Nun biegen wir in die Zielgerade ein (Riva Tre Novembre) und unsere Rundfahrt ist zu Ende. Solltet ihr alles durchgefahren sein, so seid ihr 75 Minuten unterwegs gewesen.

Ich würde euch raten, noch einmal die Weite der Piazza Unita zu genießen. In einem der Lokale auf oder um diesen großen Platz könnt ihr das Gesehene verarbeiten und gleich Pläne machen, was ihr zu Fuß erkunden wollt. Vorschläge dazu habe ich euch bereits in einigen anderen Artikeln gemacht.
Also lasst euch von der Stadt, die definitiv viele österreichische Spuren trägt, verzaubern.
Tanti Saluti
Elena
Offenlegung:
Bei dieser Spazierfahrt handelt es sich um meine persönliche Empfehlung, die von Herzen kommt und nicht bezahlt bzw. schon gar nicht beauftragt wurde.
Die FVGcard wurde mir für diese und viele weitere Entdeckungen freundlicherweise von PromoTurismoFVG zur Verfügung gestellt, damit ich euch meine Erfahrungen berichten kann.
