Entdecke mit mir die Colli Euganei

Colli Euganei

Meine liebsten Orte zwischen den Hügeln

Die Colli Euganei sind für mich eine Gegend, durch die ich immer wieder gerne fahre. Mal mit einem konkreten Ziel, mal einfach, weil mich eine Straße neugierig macht. Zwischen Weinbergen, kleinen Orten und den charakteristischen Hügeln gibt es erstaunlich viel Geschichte zu entdecken. Zusätzlich ist es natürlich für mich als Cabrio-Fahrerin immer wieder eine Freude, diese Straßen zu erkunden.

Elena bei Abano
MX5 bei Abano

Die beiden Bekannten

Abano Terme und Montegrotto Terme gehören natürlich zu den Colli Euganei und sind für viele Besucher sogar der Ausgangspunkt für eine Reise in diese Gegend. In meine persönliche Auswahl nehme ich die beiden bekannten Thermalorte trotzdem nicht ausführlich auf.

Die Anfänge von Abano Terme
Die Anfänge von Abano Terme

Über Hotels in Abano habe ich bereits an anderen Stellen geschrieben, und auch Montegrotto ist vor allem als Thermenort bekannt und das schon sehr, sehr lang!

Spuren der Vergangenheit in Montegrotto
Duomo dei Santi Pietro ed Eliseo Montegrotto

Mir geht es hier um die Orte rundherum, um historische Häuser, Villen, Burgen und alte Ortskerne. Und auch darum, dass die Colli Euganei nicht nur ein Reiseziel für Menschen sind, die ein paar Tage im Bademantel verbringen möchten.

Galzignano Terme

Galzignano Terme verbindet die Thermaltradition mit einer Landschaft, in der sich zahlreiche historische Villen und Gärten verstecken.

Besonders bekannt ist natürlich Valsanzibio mit der Villa Barbarigo und ihrem barocken Garten. Für mich ist Valsanzibio eines jener Ziele, die man bei einem Aufenthalt in den Colli Euganei nicht einfach nur nebenbei mitnehmen sollte.

Fast angekommen

Die Villa und der Garten zeigen sehr schön, wie die venezianische Oberschicht die Euganeischen Hügel als Landsitz und Rückzugsort nutzte.

Dazu kommen weitere historische Villen, von denen leider viele nicht öffentlich zugänglich sind, aber auch ein Blick von der Straße lohnt oft. Nicht zu vergessen, so manches idyllische Dorf, das unvermutet nach einer Kurve zu sehen ist.

Via Roccolo Aussicht

Battaglia Terme

Battaglia Terme ist auf den ersten Blick ein kleiner, vom Wasser und den Kanälen geprägter Ort. Seine Geschichte ist eng mit dem Thermalwasser und der früheren Bedeutung der Wasserwege verbunden.

Battaglia Terme Kirche
Battaglia Terme Kanal

Für mich besonders interessant sind aber die historischen Anlagen rund um den Ort.

Villa Selvatico

Die Villa Selvatico fällt schon von weitem auf. Sie liegt auf einer kleinen Anhöhe und wirkt mit ihren Türmen und der ungewöhnlichen Architektur fast ein wenig wie ein Märchenschloss.

3 Versuche brauchte ich für eine Besichtigung, aber 2026 war es endlich soweit. Nehmt euch ausreichend Zeit für den großen Park und die wunderschönen Innenräume.

Villa Selvatico Fresken

Battaglia Terme zeigt damit sehr schön, wie dicht hier Thermalgeschichte, venezianische Villenkultur und die Landschaft der Hügel miteinander verbunden sind.

Arquà Petrarca

Arquà Petrarca gehört zu den Orten, bei denen man nicht lange erklären muss, warum man hier anhalten sollte. Der historische Ortskern zieht sich am Hang entlang und ist von alten Häusern, kleinen Gassen und der Kirche Santa Maria Assunta geprägt.

Sarkophag Petrarca
Im Dorf ArquaPetrarca

Seinen Namen verdankt der Ort Francesco Petrarca, der hier die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Sein Wohnhaus kann heute besichtigt werden, ebenso befindet sich seine letzte Ruhestätte auf dem Platz vor der Kirche.

Wusstet ihr eigentlich, dass über die Jahrhunderte sein Schädel verschwunden ist und dieser mit dem einer unbekannten Frau ersetzt wurde, die noch vor seiner Geburt verstorben ist?

Arqua Petrarca Plan

Dabei ist Arquà für mich mehr als nur ein Petrarca-Ort. Gerade die Mischung aus mittelalterlicher Architektur, den Häusern am Hang und der Landschaft ringsum macht den Ort so besonders.

Man kann hier ein wenig herumgehen, schauen, fotografieren und zwischendurch einfach irgendwo sitzen. Und natürlich gibt es auch Gründe, sich mit dem kulinarischen Teil der Euganeischen Hügel zu beschäftigen – inklusive des dort typischen Likörs “Brodo di Giuggiole”, den ich natürlich verkosten MUSSTE!

Zugang ArquaPetrarca
Brodo di Giuggiole

Monselice

Monselice hat einen ganz eigenen Charakter. Die historische Stadt liegt am Fuß eines Hügels, und schon beim Näherkommen wird klar, dass dieser Hügel für ihre Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

Das Castello Cini di Monselice gehört zu den bedeutendsten historischen Anlagen der Euganeischen Hügel. Der Komplex verbindet mittelalterliche Befestigung mit späteren Wohn- und Repräsentationsbauten und erzählt damit gleich mehrere Kapitel der Stadtgeschichte.

Castello di Monselice

Besonders interessant finde ich den historischen Weg hinauf, der von den Kapellen der Via Sacra begleitet wird. Anstrengend, das gebe ich zu, aber oben angekommen, bekommt man einen guten Eindruck davon, wie eng die Entwicklung der Stadt mit ihrer erhöhten Lage verbunden war.

Via Sacra Monselice

Wem das noch nicht reicht, kann sich noch weiter nach oben kämpfen, denn es gibt noch einiges zu sehen wie zum Beispiel Villa Duodo samt Exedra.

Exedra der Villa Duodo Monselice

Wenn Ihr schon bergauf unterwegs seid, schaut Euch unbedingt die Villa Nani-Mocenigo an. Sie liegt direkt am Pilgerweg und fällt schon durch ihre monumentale Freitreppe auf.

Portal Villa Nani-Mocenigo Monselice

Zwerg bei Villa Nani-Mocenigo MonseliceBesonders ins Auge gestochen sind mir aber die kleinen Zwergenfiguren auf der Außenmauer. Sie haben mich ein wenig an den Salzburger Zwergerlgarten erinnert, auch wenn die Figuren in Monselice natürlich ganz anders inszeniert sind.

Alleine entlang dieses Weges könnte man mindestens einen Tag verbringen, wenn man alle interessanten Gebäude im Detail besichtigen möchte.

Este

Este ist einer jener Orte, an denen die Geschichte nicht irgendwo außerhalb des Ortskerns liegt, sondern das Stadtbild bis heute prägt.

Das Castello Carrarese mit seinen langen Mauern und Türmen gehört zu den auffälligsten historischen Anlagen der Stadt. Die mittelalterliche Festung wurde später teilweise zu einem repräsentativen Wohnsitz umgestaltet. Heute ist vor allem der weitläufige Schlosspark öffentlich zugänglich.

Castello Carrarese von Este
Aussicht vom Castello Carrarese von Este

Rund um die Piazza Maggiore finden sich außerdem historische Paläste und Kirchen aus unterschiedlichen Epochen. Besonders interessant ist der Palazzo del Principe, der zu den historischen Residenzen der Stadt gehört.

Museo Nazionale Atestino Este

Wer noch tiefer in die Vergangenheit eintauchen möchte, kann im Museo Nazionale Atestino archäologische Funde aus Este und der Umgebung bewundern. Ich würde Este allerdings nicht nur wegen einzelner Sehenswürdigkeiten besuchen. Die Stadt hat genug Atmosphäre, um sich auch einfach ein wenig treiben zu lassen.

Baone

Baone liegt am südlichen Rand der Euganeischen Hügel und besteht aus mehreren Ortsteilen, die sich in die hügelige Landschaft einfügen.

Historisch besonders interessant ist die Villa Beatrice d’Este auf dem Monte Gemola. Die Anlage geht auf ein ehemaliges Kloster zurück und beherbergt heute ein Museum. Allein die Lage auf dem Hügel macht verständlich, warum gerade solche Plätze früher für Klöster und Landsitze ausgesucht wurden.

Villa Beatrice d Este

In der Umgebung finden sich außerdem weitere historische Villen und Spuren älterer Befestigungsanlagen. Aber der 360° Rundum-Blick allein ist schon den Besuch wert.

Baone wirkt auf mich weniger wie ein klassischer Ausflugsort, an dem eine einzige Sehenswürdigkeit alles bestimmt. Es ist eher eine Gegend, in der man beim Fahren und Schauen immer wieder auf etwas Historisches stößt.

Teolo

Teolo liegt höher in den Euganeischen Hügeln und wirkt dadurch schon landschaftlich anders als die Orte in der Ebene. Die Straßen führen kurviger durch die Landschaft, und irgendwann merkt man, dass man nicht mehr einfach nur durch eine flache Kulturlandschaft fährt.

Besonders erwähnenswert ist die Abtei von Praglia. Das Benediktinerkloster geht auf eine mittelalterliche Gründung zurück und wird bis heute von Mönchen bewohnt. Die Anlage ist nicht nur wegen ihrer religiösen Bedeutung interessant, sondern auch architektonisch und kunsthistorisch.

Abtei von Praglia Collage

Auf den Hügeln finden sich außerdem die Reste älterer Befestigungen, etwa auf der Rocca Pendice – bekannt bei Sportkletterern.

Torreglia – Luvigliano

Torreglia ist für mich vor allem wegen Luvigliano interessant. Hier befindet sich mit der Villa dei Vescovi eine der bedeutendsten historischen Villen der Euganeischen Hügel, und Ihr könnt dort sogar nächtigen.

Villa dei Vescovi

Die Renaissancevilla wurde als Landsitz der Bischöfe von Padua errichtet. Ihre Lage auf einer leichten Anhöhe und der Blick über die Landschaft erklären ziemlich schnell, warum sich die geistlichen und weltlichen Herrschaften hier so gerne zurückzogen.

Aber auch Torreglia selbst ist einen Abstecher wert. Der Ort liegt mitten in einer Landschaft, in der alte Höfe, Villen, Weinberge und die Hügel sehr selbstverständlich zusammengehören. Von hier aus ist es auch nicht mehr weit nach Padua.

Weingut Villa Emo Capodilista Selvazzano
Villa Emo Capodilista - La Montecchia - Selvazzano

Due Carrare

Ein letzter Abstecher, den ich Euch in den Colli Euganei ans Herz legen möchte, führt zum Castello di San Pelagio. Das ehemalige Schloss liegt in der Nähe von Due Carrare und ist heute vor allem für seine historischen Räume und den weitläufigen Garten bekannt.

Besonders spannend finde ich die Verbindung zur Geschichte der Luftfahrt. Gabriele d’Annunzio startete 1918 von hier aus zu seinem berühmten Flug über Wien. Im Schloss befindet sich heute das Museo del Volo, das diese Geschichte und die Entwicklung der Luftfahrt auf unterschiedliche Weise erzählt.

Castello di San Pelagio
Flugzeug im Garten vom Castello di San Pelagio

Aber auch ohne großes Interesse an Flugzeugen lohnt sich der Besuch. Das Schloss selbst, seine Räume und vor allem der Garten mit seinen unterschiedlichen Bereichen machen San Pelagio zu einem schönen Zwischenstopp auf einer Rundfahrt durch die Euganeischen Hügel.

San Pelagio ist dabei nur eines von vielen Beispielen dafür, dass sich eine Fahrt durch die Colli Euganei immer wieder mit solchen kleinen und großen Entdeckungen verbinden lässt.

Ich habe dem Castello übrigens sogar zwei Artikel gewidmet. Wenn Ihr genauer wissen möchtet, was Euch dort erwartet, könnt Ihr dort noch einmal ausführlicher mit mir durch Schloss und Garten gehen.

Vielleicht ist genau das eine der Stärken der Colli Euganei.
Man muss nicht ständig auf dem Weg zu einer berühmten Sehenswürdigkeit sein. Manchmal ist schon die Fahrt dazwischen ein Teil des Erlebnisses, und in meinem Fall ist seit 1990 der Weg das Ziel!

Valnogaredo

Hinweis für die kurvigen Bergstraßen

Wenn ihr die Straßen kreuz und quer durch die Hügel fahrt, achtet besonders auf Radfahrer, die bergab unterwegs sind. Sie sind oft schneller als jedes Auto und schneiden dabei nicht selten die Kurven.
Monumento al Saluto

Meine Auswahl ist deshalb ganz bewusst persönlich und keineswegs vollständig.

Vielleicht habt ihr eure eigenen Lieblingsorte in den Colli Euganei. Dann freue ich mich, wenn ihr mir hier in den Kommentaren davon erzählt.

Tanti Saluti

Elena


Offenlegung:

Die Reise durch die Hügel entstand gänzlich ohne Auftrag und auf eigene Kosten bei unzähligen privaten Fahrten durch diese wunderschöne Landschaft.


 

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