Villa dei Vescovi – Architektur und Natur perfekt vereint

Ein Traum in den Euganeischen Hügeln

Seit ich zum ersten Mal die Euganeischen Hügel besucht habe, fahre ich fast jedes Jahr wieder in diese Gegend. Ich kann euch nicht sagen, wie oft ich die Villa dei Vescovi auf der kleinen Anhöhe schon von außen bewundert habe. Einfach im Vorbeifahren oder quasi umrundet – immer in der Hoffnung einen Parkplatz zu finden.

Villa im Vorbeifahren

Im Juli 2018 war es dann soweit:

Bei der Hochsommer-Hitze an diesem Tag war ein einziger winziger Parkplatz frei! Aber wenn man einparken kann 🙂 ENDLICH konnte ich dieses schöne Gebäude auch von innen besichtigen.

Kirchenparkplatz

Was ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wusste: Üblicherweise wird der Parkplatz vom nahe gelegenen Friedhof von Luvigliano (Via Roberto Ferruzzi) mit benutzt und man kommt nach kurzem Fußweg zum Eingang der Villa. Dauer ca. 5-6 gemütliche Minuten, jedoch bergauf!

Die Villa dei Vescovi in der Nähe von Abano Terme gehört zu den wichtigsten Gebäude der Renaissance (vor Palladio). Die Villa wurde im frühen 16. Jahrhundert als Sommerresidenz für die Bischöfe von Padua erbaut, wobei in den letzten Jahrhunderten Künstler und Intellektuelle die Villa zur Inspiration bzw. als Rückzugsort nutzten.

NOCH sind wir vor der Villa

Seit 2011 kann man dieses schöne Gebäude besichtigen, nachdem es durch die private Stiftung FAI (Fondo Ambiente Italiano) restauriert wurde. Diese Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, einzigartige Kulturgüter und Naturlandschaften zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. BRAVO!

Portal

Die Umgebung MUSS man zuerst einmal bei einem kleinen Spaziergang im direkten Umfeld der Villa genießen, bevor man (vorbei am oberen Eingangstor, das geschlossen war) den Kassen- & Verkaufsraum betritt. Vier monumentale Portale gibt es insgesamt – in jeder Himmelsrichtung eines.

Der Innenhof der Villa

Nun stehen wir im Vorgarten mit seinen geometrisch angelegten Beeten und sind in diesem Moment einfach begeistert von der Villa, die wirklich zum Wohnen geschaffen wurde und entsprechend auch eine „kleine“ Größe hat.

Innenhof

Zum Glück wurde die Villa im 18. Jahrhundert nur behutsam umgebaut, sodass die ursprüngliche Symmetrie und die zu der Zeit herrschende architektonische Mode gut vereint wurden.

Erdgeschoss und Laubengang

Man kann hier schwerlich von Keller sprechen, jedoch waren zu früherer Zeit hier die Räume der Bediensteten. Heute findet man ein kleines Café, die Toiletten und einen Ausstellungsraum, der die Geschichte der früheren Eigentümer zeigt.

unteres Geschoss

Die Terrassen

Von der darüber liegenden Terrasse aus könnte man in den Weingarten gehen und hätte ich nicht schon einen Blick in die Loggia vom Piano Nobile gewagt, dann wäre ich bestimmt hinunter gegangen.

Als wirklich tolle Idee empfinde ich die Möglichkeit, ein Picknick-Ticket zu erwerben und es sich im Garten mit einer Decke und einem Korb voll Speis & Trank gemütlich zu machen. Stellt euch vor, ihr geht jetzt zwischen diesen Zitronenbäumchen hinunter…

Abgang in den Garten

Wir nutzten aber die Terrasse, um rund um die Villa zu schlendern. So ließen wir zuerst den Blick Richtung unteres Eingangstor – über den Weingarten – schweifen, bevor wir mit der eigentlichen Besichtigung der Innenräume begonnen haben.

Aussichten von den Terrassen

ich liebe diese Aussicht
Sitzgruppe

Blick zum Mehrzweckraum

Piano Nobile

Über eine schöne Innentreppe besichtigen wir zuerst ein Schlafzimmer (Puttenzimmer), in dem ich mich auch wohl fühlen würde.

Schlafzimmer

Weiter geht es dann in den „Alten Figuren Saal“, in dem in erster Linie die Fresken zu bewundern sind.

Legionär samt Gattin
Rüstung
Kämpfer und barbusige Dame

Danach gehen wir in das Wohnzimmer samt Kamin, von dem aus man in ein Studierzimmer kommt, in dem ich am liebsten gleich diesen Artikel hier begonnen hätte.

Wohnzimmer

Der mittlere Salon ist sowohl in der Nord-Südachse, als auch in der Ost-Westachse schön anzusehen. Auf beiden Seiten sind Ausgänge zu den Loggien, die den Raum luftig und sonnendurchflutet machen.

Denkt nur, wie man hier mit einem Glas Prosecco in der Hand eine tolle Party feiern könnte 🙂

im mittleren Salon
Möbel im Salon
Blick in den mittleren Salon

Wir gehen weiter ins Arbeitszimmer des Bischofs und im Anschluss sehen wir sein Schlafzimmer. Natürlich braucht eine Villa wie diese auch ein Esszimmer mit einem großen Tisch.

Wohnräume

Durch das Löwen-Zimmer kommen wir in ein Badezimmer, das auch heutzutage gar nicht so unbrauchbar wäre.

Badezimmer

Nun sind wir mit unserem Rundgang am Ende und ich finde, diese Villa hat eine sehr angenehme Größe für ein Feriendomizil.

Die unteren Räume der Bediensteten sind ebenso groß wie die herrschaftlichen Räume, was vermutlich daran liegt, dass es zu dieser Zeit ziemlich viele fleißige Hände gab, die den Besitzern zu Diensten waren.

Die beiden Loggien

In der Villa dei Vescovi hatte ich das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist. Anders als bei anderen Besichtigungen, durfte man es sich in den Sitzgruppen der beiden Loggien gemütlich machen. Genau genommen nicht nur das: man wird sogar ausdrücklich eingeladen, es sich mit einer Zeitschrift/einem Buch gemütlich zu machen oder Kaffee zu trinken.

sitzen in der Loggia
Pause
Blick zur Kirche

Wie wir bemerkt haben, waren wir nicht die einzigen, die das auch gemacht haben. Ich fand es sehr clever, dass man auf BEIDEN Seiten eine Loggia gebaut hat, denn somit konnte man Morgen – und Abendsonne nutzen. Die Aussicht ist ebenfalls auf jeder Seite wirklich toll!

Schlafen in der Villa dei Vescovi

Wir haben uns die Zeit genommen und sowohl die Villa als auch die Aussicht auf uns wirken lassen. Hätten wir nicht wieder zurückfahren müssen, die Vorstellung hier in diesem Gebäude übernachten zu dürfen, gefällt mir sehr. Aber vielleicht nutze ich diese Möglichkeit ein anderes Mal…

Für alle, die auch an eine Nächtigung in der Villa denken: es gibt nur 2 Apartments – die „Mansarda del Vigneto“ und die „Mansarda del Frutteto“, die jeweils über 2 Doppelzimmer mit eigenem Bad sowie einen Wohn-/Essbereich samt voll ausgestatteter Küche verfügen.

Aufgang Apartments

Die Unterkünfte kann ich euch leider nicht zeigen, da beide vermietet waren. Aber der Aufgang war auch nicht schlecht!

Richtung Ausgang

Bei unserem Besuch war es mega-heiß, was aber den Vorteil hatte, dass ich fast ohne Wartezeiten fotografieren konnte, weil sich die wenigen Menschen gut auf dem Anwesen verteilt haben.

Sumpfpflanze

Bevor wir das Areal verlassen, lasse ich noch einmal meinen Blick in die Landschaft schweifen, denn diese Perspektive werde ich vermutlich nie wieder haben.

Abschied von der Villa dei Vescovi

Shop
Nun ist unser Rundgang aber auch schon fast beendet. Wir machen noch einmal kurz Halt im Shop, um im umfangreichen Angebot zu gustieren.

Natürlich gibt es auch jede Menge Bücher, die ich aber absichtlich nicht fotografiert habe. Heutzutage muss man leider bei jeder Kleinigkeit aufpassen, damit man nicht irgendwelche (Bild-) Rechte verletzt!

Dennoch, glaubt mir: das Angebot ist wirklich groß!

Via dei Vescovi

Villa dei Vescovi

+39 049 993 0473 oder faivescovi [at] fondoambiente [dot] it

Die Öffnungszeiten für Besichtigungen sind je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich, daher bitte direkt auf der Website prüfen!

Ihr seid länger hier in der Gegend unterwegs?

Dann seht euch doch auch diese Artikel an:

letzter Blick

Auch Wiedersehen Villa dei Vescovi – für mich ist diese Villa ein Bauwerk, das ich schon lange bewundere und ich hoffe, euch gefällt es auch. Ja, ja, die Geistlichen wussten früher schon, wie man das Leben fein gestalten kann…

Tanti Saluti

Elena

PS: Habt ihr meine Steller Story zu diesem Beitrag schon gesehen?


Offenlegung:

Dies ist ein rein redaktioneller Artikel ohne Auftrag, Bezahlung oder sonstiger Gegenleistung.


Villa dei Vescovi

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geschrieben von
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2 Kommentare

    • Hallo Alexandra,
      danke für die netten Worte. Ich gebe zu – ja, ich bin jedes Mal wieder von der schönen Gegend der Hügel fasziniert. Kein Wunder, dass die Menschen vor Hunderten von Jahren das auch bereits waren und so schöne Gebäude hier geschaffen haben. Es gibt noch so viel zu entdecken, obwohl ich schon wirklich oft dort gewesen bin.
      Liebe Grüße
      Elena

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