Ein  Hotel, das schon so manches gewesen ist…

Auf Facebook kannten wir uns schon lange – das 3* Hotel Villa Scalabrini und ich, aber bei meinen letzten Reisen hat es nie ins Programm gepasst. Bei meiner Rundreise im September jedoch habe ich endlich die Chance ergriffen!

Das Haus selbst hat eine interessante Geschichte: es ist zwar „erst“ gut 100 Jahre alt, aber die ursprüngliche Nutzung geht auf den seligen

Giovanni Battista Scalabrini,

den Gründer der Scalabrini-Missionare zurück. In diesem Haus wurden Kinder von Auswanderern, die bei ihren Großeltern in der damals armen, ländlichen Gegend blieben, unterrichtet. Noch heute kümmern sich die Scalabrinianer in 32 Nationen um Migranten und sind die erste Anlaufstelle in multi-ethnischen Gemeinden. Ein Thema, dass lange nicht so aktuell war, wie es derzeit ist!

Garten

Später und unter wechselnden Besitzern wurde aus dem Haus dann eine Senioren-Residenz. Die aktuellen Besitzer, eine Immobiliengruppe (L’IMMOBILIARE SRL), die sich u.a. mit Tourismus und Wellness befassen, hat das Gebäude zu einem Hotel umgebaut.

Zu finden war die Villa Scalabrini leicht, da man von 2 Seiten zufahren kann und alles gut beschildert ist. Innerhalb des Grundstückes sind auch ausreichend Parkplätze vorhanden, was mich immer besonders freut!

Noch bevor wir das Hotel betraten, waren wir vom schönen, teilweise romantisch-wild belassenen Garten ganz angetan – obwohl im Herbst bei Weitem nicht mehr alle Blumen in Vollblüte stehen. Das Hotel selbst, genauer gesagt die Außenfassade, hat bestimmt schon bessere Tage gesehen, aber an einem Objekt wie diesem wird laufend etwas zu machen sein und es ist sicher vernünftig, eines nach dem anderen zu machen.

Hotel vom Garten aus

Wir sind natürlich auf der falschen Seite ins Haus gegangen, weil uns die Neugier zuerst fast rund ums Haus getrieben hat 🙂 Das war aber kein Problem, da vom Haupteingang zum Garten ein direkter Gang durch das Haus führt. Wie so oft in Italien waren bei vielen Zimmern die Holzjalousien geschlossen. Von einer italienischen Freundin weiß ich, dass viele das bei Regen machen, aber auch bei Hitze und auch in der Heizsaison; also ziemlich oft!

Aufenthaltsraum

Während ich die Anmeldeformalitäten an der Rezeption erledigt habe, hat sich meine Begleitung erst einmal in einem der unzähligen Aufenthaltsräume ausgeruht. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der jungen Damen beim Empfang vor, während und nach unserem Besuch überdurchschnittlich groß war.

Grazie – danke an Laura und Elisa!

Spieletisch

Wir haben uns gewundert, warum so viele Sofa bzw. Tischgruppen in unterschiedlichsten Räumen zu finden waren. Wir wurden aufgeklärt, dass diese Raumaufteilung noch von der früheren Nutzung stammt und beim Umbau großer Wert darauf gelegt, dass möglichst viel an Wohnzimmer Atmosphäre erhalten blieb. Wir finden es gut, dass diese Rückzugsorte in den Hotelbetrieb eingebunden blieben.

Zimmer

Die Zimmer selbst (und wir durften mehrere sehen) waren mit weißen Eisenbetten ausgestattet und hatten allesamt natürlich Bad/Dusche, WC, Fön, TV und Telefon.

Frühstücksraum

Beim Frühstück haben wir eigentlich „nur“ die italienische Variante erwartet, doch diese wurde bei weitem übertroffen! Auch an Gluten-Unverträglichkeiten und Vegetarier/Veganer wurde gedacht. Für uns, die wir alles vertragen und vieles mögen gab es ein frisch zubereitetes Eiergericht.

Aufenthaltsräume

Wir haben den Abend zwar außer Haus verbracht, doch es hätte die Möglichkeit gegeben, es sich auch im Haus gemütlich zu machen, einen Drink zu nehmen oder sich mit Spielen, Büchern und Zeitschriften den Abend angenehm zu gestalten. Fernsehen konnte man im Zimmer, aber wer das lieber in Gesellschaft macht, hätte auch einen Fernsehraum zur Verfügung gehabt.

Musikzimmer

Früher gab es sogar eine Kirche in der Villa, jedoch wurde dieser Raum inzwischen umgebaut und wird als Musikzimmer für Veranstaltungen genutzt.

Dachterrasse

Schade dass die Temperatur nicht mehr danach war, denn es gab eine riesige Dachterrasse auf der man entspannen konnte und bei richtiger Sicht unheimlich weit ins Land schauen kann.

Zimmer mit Aussicht

Überhaupt ist die Aussicht vor allem von den oberen Etagen nahezu endlos! Das Hotel befindet sich inmitten der Colli Asolani, also zwischen der Prosecco Straße (Valdobbiadene) und dem Monte Grappa. Von letzterem soll man bei optimaler Sicht bis Venedig schauen können und wenn ich mir das bei unserer sub-optimalen Sicht so überlege, könnte das wahr sein!

Blick in den Garten

Wer nicht wie wir zum Sightseeing in der Gegend unterwegs ist und auch nicht zum Radfahren (wie wir extrem oft bemerken konnten), den interessiert vielleicht Wellness und Beauty. Die

„Terme dei Colli Asolani“

ist gleich im Nachbarhaus und somit einfachst zu erreichen. Das Thermalwasser wurde bereits zu römischen Zeiten genutzt und war nur Jahrhunderte lang in Vergessenheit geraten. Besonders im 8. Jahrhundert war Crespano ein bekannter Kurort.

Dorfplatz

Crespano del Grappa (TV)

ist ein kleiner Ort mit einer dominanten Kirche auf einem belebten Hauptplatz. Hier herrschten übrigens früher die Ezzelini, von deren tragischen Ende ich euch schon berichtet habe.

Eigenartig für uns war, dass alle Restaurants und Gasthäuser am gleichen Tag Ruhetag hatten – natürlich genau an dem Tag, an dem WIR im Ort waren. Dank meiner Italienisch Kenntnisse konnten wir aber rasch bei hilfreichen Dorfbewohnern herausfinden, wo wir gut zu Abend essen könnten ohne kilometerweit fahren zu müssen (ein Bericht darüber folgt natürlich demnächst).

Kirche

Wir haben uns trotz abendlichen Ausflug in ein Nachbardorf sehr wohl gefühlt und kommen gerne wieder, wenn wir in der Gegend sind. Dann vielleicht sogar für länger, damit wir auch die Terme testen können, in der nachweislich sogar schon unsere Kaiserin Sisi sowie Papst Pio X. ihre Leiden gelindert haben…

Mehr über das Hotel findet ihr auf der offiziellen Seite

Villa Scalabrini, Via G.b. Scalabrini, 3 – 31017 Crespano del Grappa (TV).

Falls ihr auch Tipps für idyllische Unterkünfte in der Gegend vom Monte Grappa habt, so schreibt es mir doch in die Kommentare!

Tanti Saluti
Elena
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