Museum Antonio Canova

Gypsoteca Canoviana

Beim Bildhauer (Maler und Zeichner) Antonio Canova (1757-1822) und seinen Werken war es bei mir

Liebe auf den 1. Blick!

Museum

Als ich vor Jahren, sehr vielen Jahren um genau zu sein, Paolina Borghese (die jüngere Schwester von Napoleon) als Siegreiche Venus in der Galerie Borghese in Rom gesehen habe, war es um mich geschehen. Diese Anmut, diese Grazie – ich wollte von da an mehr über diesen Künstler erfahren.

Drei Grazien

  • Die 3 Grazien (für die Kaiserin Joséphine de Beauharnais, der ersten Gattin Napoleons),
  • Amor küsst Psyche und wie
  • Venus Adonis zärtlich und zugleich melancholisch ansieht,

Venus und Adonis

DAS ist Kunst in meinen Augen!

Hier zeige ich euch nur 2 Beispiele, denn viele weitere Bilder (vor allem Nahaufnahmen) könnt ihr direkt auf der Seite des Museums sehen.

Rom, Paris, Berlin, Wien und mehr – hier sind seine Werke verstreut, aber lange war mir nicht bewusst, dass sein Geburtsort gleich bei der Prosecco-Straße im Veneto zu finden ist.

Tempio Canoviano

Mit unserer Reise verbunden haben wir natürlich auch einen Besuch im Tempio Canoviano, der uns schon von weit her den Weg gewiesen hatte. Wunderbar eingebettet in sattes Grün; mit einem Berg-Panorama im Hintergrund, das wie ein Bilderrahmen wirkt. Ein Anblick, den man in dieser Gegend nicht erwarten würde!

am Weg zum Tempio Canoviano

Griechisch wirkt die Säulenfront – wie beim Parthenon, doch wenn man die vielen Treppen nach oben geschafft hat und im Inneren steht, geht der Blick zuerst nach oben. Wie das Pantheon in Rom, dachte ich zuerst! Ein gelungener Mix – ich konnte mich kaum satt sehen!

Tempio Canoviano in Passagno

Dennoch lohnt es sich natürlich, den Blick an den Wänden entlang zu Altar schweifen zu lassen und sogar der Boden ist es wert, beachtet zu werden. Nicht zu vergessen natürlich das Grabmal!

Ein kleines Detail am Rande: Wer in Venedig (S. Polo) die Basilika Santa Maria Gloriosa dei Frari (kurz Frari-Kirche) besucht, kann ein Denkmal für den Künstler besichtigen.

innen im Tempio Canoviano

Danke an dieser Stelle an den freundlichen Aufseher der mir gestattet hat, einige Aufnahmen zu machen und diese hier zu zeigen.

Freie Parkplätze waren übrigens jede Menge vorhanden und der Größe des Areals nach zu schließen, werden auch Busse erwartet, was bestimmt die Stimmung im Inneren des Gotteshauses ein wenig trügen würde, wenn man zeitgleich besichtigt.

Campanile beim Tempio Canoviano

Bevor wir uns Richtung Museum bewegt haben, ließen wir noch den Blick vorbei am Turm in die Landschaft und das Dorf schweifen. Ich kann jedem nur wünschen, einen Tag mit guter Fernsicht zu erwischen!

Museumsvorplatz

Ob man das Auto oben stehen lässt oder wie wir in der Nähe des Museums einen anderen Parkplatz sucht, ist Geschmackssache. Da wir außerhalb der Saison dort waren, war es auch mitten im Ort problemlos möglich, ausreichend Parkplatz zu finden.

Eintritt

Der Eintrittspreis im Museum ist moderat und für Senioren sogar vergünstigt. Als besonderes „Zuckerl“ gibt es eine Karte (Insel der Museen), mit der 4 weitere Besichtigungen vergünstigt anboten werden. Man kann also sogar eine kleine kulturelle Rundreise daraus machen. Über die Villa Emo (und die Villa Maser) habe ich schon berichtet!

In den Räumen des Museums selbst darf man nur mit Ausnahmegenehmigung fotografieren, aber im Außenbereich ist es erlaubt.

Daher freue und bedanke ich mich ganz besonders, dass ich Bilder im Innenbereich machen durfte und diese auch veröffentlichen darf.

Biblische Szenen AT

Vom Museumsshop aus, in dem man auch die Eintrittskarten kauft, geht man ins Freigelände hinaus. Hier kann man links und rechts an den Wänden Szenen aus dem Alten bzw. Neuen Testament bewundern.

Biblische Szenen NT

Wir haben uns erst einmal den wunderschönen Garten zwischen den einzelnen Gebäuden angesehen, bevor wir zu den eigentlichen Ausstellungsräumen der Gypsothek gegangen sind.

Innenhof

Der Architekt Carlo Scarpa – von dem ich euch bereits im Artikel um die letzte Ruhestätte der Familie Brion berichtet habe – erweiterte das Museum zum 200. Geburtstag von Canova um ein zusätzliches Gebäude. Dadurch entstanden weitere Innenhöfe, die man mit Hilfe eines Planes, der viele Erklärungen und Bilder der Exponate enthält, am sinnvollsten erkundet.

Wieder zurück, haben wir erstmal eine kleine Rast an der Außenseite des Gästehauses gemacht und mussten uns sehr zurückhalten, um nicht von den Trauben zu naschen. Aber wir sind stark geblieben – Ehrenwort!

Trauben

Im Haupthaus kann man auf 3 Etagen ein wenig nachempfinden, wie der Künstler gelebt und gearbeitet hat. Im Wohnbereich hat mir besonders sein Schreibtisch gefallen, der auch heutigen Anforderungen durch die ausziehbare Verlängerung perfekt geeignet wäre.

Schreibtisch

k-ready for Cabrio

In einem der Arbeitsräume sind viele kleinere Skulpturen und Büsten ausgestellt. Auch hier greife ich nur eine heraus:

Die Dame stellt eigentlich eine Vestalin dar, jedoch hätte ich sie spontan als Beifahrerin in meinem Cabrio akzeptiert. Die Mode hat sich eben in manchen Bereichen doch nicht so geändert 🙂

Canova, geboren im Zeitalter der Aufklärung (die Zeit von Goethe und Schiller), war einer der bedeutendsten Vertreter des italienischen Klassizismus.

Da sein Vater, der ebenfalls Steinmetz war, früh verstarb, wuchs der kleine Antonio bei seinem Großvater auf. Der 2. Gatte seiner Mutter stammt übrigens aus Crespano, das ich euch bereits in einem früheren Artikel kurz vorgestellt habe.

Nach seiner Bildhauer Lehre machte er sich bereits vor seinem 20. Lebensjahr selbständig. Er blieb zeitlebens unverheiratet und bildete keine Lehrlinge aus. Einzig für seine Kunst schien er zu leben. Allerdings fand ich bei meinen Recherchen mehrere Quellen die zeigten, dass Canova sich mit wohltätigen Aktionen für die heimische Gemeinschaft und aufstrebende Künstler engagierte – Sponsoring würde man heute wohl sagen.

3x Canova in Österreich

Kurz vor 1800 stoppt Österreich, dass inzwischen Italien besetzt hat, die offiziellen Zahlungen an Canova. Er reist nach Wien, aber man wird sich über die Wiederaufnahme der Zahlungen nicht einig. Stattdessen bekommt er jedoch den Auftrag für das Christinen-Denkmals (Erzherzogin Maria Christina von Österreich, Gattin von Herzog Albert von Sachsen-Teschen, Begründer der Albertina) in der Wiener Augustinerkirche.

Doch 2 weitere Kunstwerke von Canova sind in Österreich zu sehen:

Noch einmal in Wien – die Theseus-Gruppe im Kunsthistorischen Museum sowie im Schloss Esterházy in Eisenstadt das Original der Sitzstatue von Prinzessin Leopoldine von Esterházy, verh. Liechtenstein (als Kalliope) im Leopoldinen-Saal.

Je mehr Werke ich von diesem Künstler sehe, desto besser gefallen sie mir ♥

k-Wegweiser

 

Fondazione Canova ONLUS

Via A. Canova, 74

31054 Possagno (TV)

Tel +39 (0) 423544323

posta [at] museocanova [dot] it

Grob gesagt befinden wir uns 35 km NW von Treviso, in der Nähe von Valdobbiadene, Bassano del Grappa und Asolo.

Tanti saluti

Elena


Offenlegung:

Wir haben wie jeder andere Eintritt bezahlt und dieser Artikel ist aus eigener Motivation und ohne Auftrag entstanden.


 

18-Canova

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10 Kommentare

    • Liebe Gina,
      das geht bestimmt vielen so in der Masse aller Künstler, die je etwas geschaffen haben. Ich habe auf meinen Reisen viele Künstler in unterschiedlichsten Bereichen kennengelernt, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte – und ich bin schon gespannt auf den nächsten.
      Viele Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,
    wow, was für ein großartiger Künstler, den ich bislang leider nicht kannte. Venus und Adonis sind toll. Aber auch die Vestalin gefällt mich sehr gut! Ich kann verstehen, dass du da ins Schwärmen gerätst. Und dann auch noch dieser Schreibtisch! Großartig!

    Danke dir für den tollen Ausflugstipp!

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    • Liebe Kathi,
      freut mich, wenn dir der Tipp gefällt. Ich wusste lange gar nicht, dass der Künstler dieser Werke aus genau der Gegend stammt, die ich am häufigsten bereise. Bei einem ungewollten Umweg (sprich: ich habe mich verfahren) habe ich es mitbekommen. Somit hat sich die längere Strecke total gelohnt 🙂 Vielleicht bin ich aber auch von unsichtbarer Hand hingeführt worden, wer weiß…
      Liebe Grüße
      Elena

  • Hallo Elena,
    das ist ein ganz toller Museumstipp. Venus und Adonis sind wirklich unglaublich hingebungsvoll gestaltet. Dieser Ausdruck, einfach Wahnsinn. Ich kannte weder den Künstler noch das Museum, daher ist es um so schöner, dass Du es mir gezeigt hast. Toll das Du Fotos machen konntest! Wenn wir mal wieder Richtung Italien fahren, dann werden wir das Museum auf jeden Fall besuchen!

    Viele Grüße
    Miriam

    • Liebe Miriam,
      danke für die netten Worte! Ich habe mich in diesen Künstler echt verliebt, als ich das 1. Werk im Internet gesehen habe. Zu sehen, wie die Werke genau entstanden sind und von den Mitarbeitern vor Ort mehr Informationen zu bekommen, hat mich echt gefreut.
      Liebe Grüße
      Elena

  • Ich bin ja so absolut kein Museumsmensch. Ich kann mich eher wenig begeistern.
    Mein Freund war damals euphorischer als ich, als wir zusammen im Louvre waren.
    Auch dieses Museum wäre tatsächlich nicht mein Fall. Dafür finde ich den Tempio Canoviano hübsch.
    Die Architektur finde ich klasse, wobei ich da eher an Herkules und Griechenland denken muss 😀

    Herzlice Grüße,
    Michelle

    • Liebe Michelle,
      auch ich schaue eher Gebäude als Ausstellungen an und kann dich daher gut verstehen. Dieses Museum stellt für mich eine Ausnahme dar, da es in kurzer Zeit besichtigt werden kann und ich den Künstler besonders mag. Ich war mit meiner Mutter unterwegs, die wie du absolut gar kein Museumsmensch ist, aber auch ihr hat diese Mischung aus innen und außen und dem Tempel gut gefallen. Für alles zusammen haben wir inklusive Fußwege (langsam, da Seniorin) und Pausen keine 2 Stunden gebraucht.
      Viele liebe Grüße
      Elena

  • Hallo, sehr gelungener Post, der sofort Lust macht ins eigene Cabrio zu steigen und zum Museum zu fahren. Schön, dass du deine Fotos veröffentlichen darfst, sie machen den Beitrag lebendiger und steigern die Vorfreude
    Vg Simone

    • Hallo Simone,
      ja, ich habe mich auch gefreut, dass ich die Erlaubnis bekommen habe. Noch nie hatte ich es so schwer! Schriftlicher Vertrag in Englisch und Italienisch vor Ort unterschrieben und dann noch Bestätigung per Mail. Das war echt hart erkämpft, aber ich bin einfach eine glühende Verehrerin von diesem Künstler und wollte unbedingt das Museum präsentieren.
      Liebe Grüße
      Elena

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