Aquileia – Basilika Santa Maria Assunta

In meinem 1. Beitrag habe ich euch bereits über einige Stätten mit römischer Vergangenheit informiert. Für alle, die an frühchristlicher Kunst interessiert sind, ist auch ein Besuch in der Basilika Pflicht!

Patriarchalbasilika Santa Maria Assunta

Als ich das erste Mal mit Anfang 20 diese Straße befuhr, blieb mit im wahrsten Sinne des Wortes der Mund offen! Wir sind bei nächster Gelegenheit stehengeblieben, um uns Forum und Basilika genauer anzusehen.

Zugegeben, das ist lange her und junge Menschen sind damals noch nicht so viel und so weit gereist wie die Jugend heute. An Reiz hat dieser geschichtsträchtige Ort aber für mich noch immer nichts verloren.

Damals (wie sich das anhört!) durfte man noch in der Basilika fotografieren und es wurde kein Eintritt verlangt. Es musste z.B. auch das Forum noch nicht abgesperrt werden, wie ich auf alten Fotos sehe. Leider haben sich die Zeiten geändert!

Touristen wurden deutlich mehr und offensichtlich der Respekt vor fremden Eigentum im Gegenzug weniger. Nichtsdestotrotz sind die historischen Stätten trotz allem unbedingt einen Besuch wert.

Der Patriarch von Aquileia war viele Jahrhunderte lang höchster Kirchenfürst nach dem Papst!

Als ich das erste Mal in die mittelalterliche Basilika (Baubeginn ca. Anfang 4. Jhdt.) ging, war ich vom ca. 750 m² großen Fußbodenmosaik tief beeindruckt. Der Erhaltungszustand ist unglaublich und ist es nicht verwunderlich, dass dieses frühchristliche Kunstwerk zu den bedeutendsten Italiens gehört.

Doch auch die Größe der Basilika ist beeindruckend: ca. 65 m lang, 30 m breit und 23 m hoch! Die heutige Form ist ca. 1.000 Jahre alt und entstand nach mehreren Umbauten.

Die dargestellten Mosaike haben allesamt eine Bedeutung und wurden erst vor etwas über 100 Jahren bei Restaurierungsarbeiten entdeckt. Beachtet bei den Säulen die quadratische Erhöhung unter dem Sockel. So hoch lag das Aufschüttungsmaterial, das all die Jahrhunderte die Mosaiken schützte.

Betreten verboten – bewundern erlaubt

Seht euch unbedingt auch die Fresken in der Apsis genauer an – der Erhaltungszustand ist sensationell. Zu sehen ist neben der Jungfrau Maria auch die deutsche Kaiserfamilie. Apropos: Der Patriarch, der die Kirche in ihre jetzige Form umbauen ließ, stammt aus einer deutschsprachigen Adelsfamilie! Und dessen noch nicht genug: Wie so oft in der Gegend lassen sich in der Basilika auch Spuren der Habsburger finden! „Unser“ Kaiser Franz Josef hat die in Wien gefertigte Orgel zur Erinnerung an den 50. Jahrestag seiner Thronbesteigung gestiftet.

Unterirdisch schöne Wandmalereien

Vergesst bei der Besichtigung nicht, in die Krypta unter der Apsis zu gehen. Die Fresken zeigen die Geschichten aus dem Leben Christi und zweier Märtyrer und sind wirklich eindrucksvoll. Hinter dem Eisengitter sind jene Reliquien aufbewahrt, die im Laufe der Jahrhunderte vor Dieben geschützt werden konnten.

Solltet ihr noch mehr Interesse an der Vergangenheit zeigen, so könnt ihr links beim Hauptportal auch noch in die Krypta der Ausgrabungen gehen.

Gegenüber vom Sarkophag neben dem Haupteingang ist das Baptisterium mit einem sehr dominanten Taufbecken zu finden. Im Gebäude gleich daneben – das Gebäude mit der großen Glasscheibe – könnt ihr ohne Eintritt zu bezahlen auch wunderschöne Mosaik-Fragmente sehen.

Der Campanile

Der frei stehende Glockenturm ist über 70 m hoch und war ursprünglich wie viele andere als Wachturm gedacht. Bei seiner Errichtung um das Jahr 1.000 wurden auch Steine des ehemaligen römischen Amphitheaters verbaut.

Links vom Glockenturm findet ihr den Palazzo Episcopale, in dem Funde aus dem Bischofswohnsitz gesammelt werden. In der gleichen Richtung seht ihr auch noch eine Säule, die Romulus und Remus mit der Wölfin zeigt.

Das letzte bedeutende Gebäude an der Piazza Capitolo ist der Palazzo Meizlik, in dem immer wieder Ausstellungen zu besichtigen sind.

Nun wäre ein guter Zeitpunkt ein wenig zu pausieren. In der Konditorei direkt in der Nähe der Basilika findet ihr Leckereien, die wirklich fast göttlich schmecken (und das sage ich als Patisserie-verwöhnte Österreicherin)!

Ein letzter Blick  Richtung Basilika!

Ich bin ja absolut keine Freundin von Drohnen-Fotografie, aber die exakte Kreuzform des Kirchenschiffs wäre eine Aufnahme wert! Erlaubt mir bitte noch eine Anmerkung: Lasst diesen Ort in Ruhe auf euch wirken und hetzt nicht wie eine Busreisegruppe durch!

Il Sepolcreto Romano

Nicht nur die Basilika, auch eine Begräbnisstätte möchte ich euch zeigen. Im vorherigen Beitrag habe ich euch den Weg zum heutigen Hafen durch das Ortszentrum beschrieben. Gleich in der 1. Kurve in der Via XXIV Maggio, abgehend von einem sehr kleinen Vorplatz, befindet sich der Zugang.

Parkt bitte entlang der Straße, denn der Platz ist ausschließlich für Anwohner der umliegenden Häuser und „Zona traffico limitato“ kann teuer werden…

Auf dem kleinen Friedhof kann man 5 verschiedene Flächen unterscheiden, die jeweils einer Familie gehörten. Alles ist in den letzten Jahren restauriert (grundgereinigt) worden. Nach meinem Ermessen fast ein wenig zu viel; doch seht selbst, welche Bilder euch besser gefallen…

…noch einige weitere Schönheiten

Das Archäologische Nationalmuseum – eines der bedeutendsten seiner Art in Norditalien – in der Villa Cassis Faraone befindet sich in der Nähe des großen (gratis) Parkplatzes Richtung Grado auf der rechten Seite. Beachtet im angrenzenden Lapidarium (Sammlung von Steinwerken) die Darstellung eines Fußbodens mit Essensresten.

Natürlich gibt es aber noch mehr zu sehen in Aquileia. Ein weiteres Museum findet ihr, wenn ich bei der Haupt-Kreuzung noch vor dem Forum nach links abbiegt und dann wieder links auf die Piazza Pirano. 

Diesen Ortsteil nennt man Borgo di Monastero und er gehört zu den älteren Stadtvierteln in Aquileia. Über die „Via Sacra“ kann man von hier bequem auch zur Basilika spazieren – oder umgekehrt!

Seit ca. 1960 werden in dem Frühchristlichen Museum hauptsächlich Grabinschriften aus den Nekropolen gezeigt, aber auch einen unglaublich schönen Mosaikfußboden.

Nachweislich war Attila der Hunnenkönig mit seinen Mannen hier und brannte die ursprüngliche Kirche nieder. Zu unser aller Glück wurde sie wieder aufgebaut.

Alle Gebäude auf diesem Platz gehörten früher zur Klosteranlage samt landwirtschaftlichen und gastronomischen Nebengebäuden. Sie wurden mehrfach umgebaut und wechselten im vorletzten Jahrhundert oft den Besitzer, wobei der aktuelle Besitzer ein Weingut betreibt.

Nachdem ich euch schon Tipps für Aperitivo und Nachmittagskaffee samt Dolci gegeben habe, will ich natürlich auch noch eine Empfehlung für ein wunderbares Abendessen in der Gegend des Borgo di Monastero aussprechen: Fahrt Richtung Campingplatz auf der Via Gemina und lasst euch im Ristorante La Capannina verwöhnen.

Solltet ihr den 1. Beitrag über die Spuren der Römer in Aquileia noch nicht gelesen haben, so holt das doch jetzt gleich nach. Diese ehemals große Stadt wird auch heute noch Geschichtsfreunde begeistern!

Tanti Saluti – Elena


Offenlegung:

Neben unzähligen privaten Besuchen war ich für wenige Stunden auch während einer Pressereise hier. Ich habe zwar nichts Neues erfahren (darum auch keine Kennzeichnung), aber dafür Informationsmaterial bekommen und von offizieller Stelle die Erlaubnis, auch Aufnahmen in der Basilika zu machen und hier zu verwenden 🙂


 

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