Vorweihnachtliche Krippen Tour im Friaul

Zuletzt aktualisiert am 20. Dezember 2020 um 19:38

Weihnachtsmarkt in Aquileia

Leider wurden viele Veranstaltungen wegen der Covid-19 Situation abgesagt. Aber wie jedes Jahr wird es oft (jedoch nicht überall) möglich sein, im Zuge einer Rundreise durch das Friaul sich mit Krippen bzw. anderen weihnachtlichen Dekorationen in die richtige Stimmung versetzen zu lassen.

“Presepi” – so heißen Krippen in Italien.

Krippen sind in Italien Tradition. Ich würde sagen, mehr als bei uns! Zumindest was das zur Schau stellen in der Öffentlichkeit betrifft. Folgt mir bei meiner „Giro presepi“, der Krippen Tour.

Wie bei der Herbergssuche von Maria & Josef

Es gibt Hunderte, ja was sag ich – vermutlich Tausende von Krippen, die frei zugänglich in den Städten und Dörfer zu sehen sind. Meist sind diese am Dorfplatz zu finden oder bei der Stadtverwaltung. Natürlich sind auch die Kirchen und deren unmittelbare Umgebung ein heißer Tipp. Lasst es also ein wenig weihnachten (auch ohne Schnee)!

Venzone

Mein 1. Halt ist vor der Stadtmauer von Venzone. In den letzten Wochen des Jahres würde man zwar auch innerhalb des doppelten Mauerrings eine Parkmöglichkeit finden, doch gerade im Advent finde ich spazieren in der Dämmerung viel reizvoller als ganz bis zum Ziel fahren.

Das Gemeindeamt ist nicht zu übersehen – egal von welcher Seite man sich dem Hauptplatz (Piazza Municipio) nähert. Geschützt und einfach erreichbar durch die großen Bögen des Palazzo Comunale besuchen wir die 1. Krippe.

Doch auch ein kleiner Spaziergang durch die Via Glizoio di Mels zum Dom des “Heiligen Apostels Andreas” lohnt sich. Mich fasziniert immer wieder, dass der Ort, der im Mai 1976 nahezu komplett zerstört wurde, so schön wieder aufgebaut werden konnte.

Gemona

Unsere ca. 15-minütige Fahrt (< 10 km) geht weiter nach Gemona, wo ihr deutlich mehr Zeit einplanen solltet. Nicht nur, weil diese Stadt ~5 x so groß ist wie das Dorf vorher, sondern weil einfach wirklich total schön dekoriert bzw. beleuchtet ist. Auch gibt es mehr Kirchen als den Dom “Santa Maria Assunta” mit dem eindrucksvollen Portal und seiner ca. 7 Meter hohen Christophorus-Statue, der die Vorderansicht des Gotteshauses wirklich besonders macht.

Was mich besonders beeindruckt hat sind die Projektionen an Hauswände, die man immer wieder entdeckt, wenn man mit suchendem Blick durch die Gassen flaniert.

Wir spazieren weiter zur Ruine der Kirche “Beata Vergine delle Grazie”. In der Altstadt von Gemona geht es ziemlich auf und ab, da diese schöne Stadt am Hügel liegt. Viele von euch werden von der Autobahn aus oder von der SS13 sicher schon die Lichter der Stadt am Hang bewundert haben. Bedenkt also, dass es anstrengend werden kann, wenn man schon etwas älter ist, Knie-Probleme hat oder einfach das falsche Schuhwerk!

Ich habe festgestellt, dass es sich durchaus auch lohnt, in kleinere Kirchen hineinzusehen, auch wenn diese architektonisch nicht so wertvoll sind. Krippen findet man auch dort und im Gegensatz zu sonst, sind die Gotteshäuser im Advent deutlich mehr Stunden geöffnet.

Meine Route geht weiter über Fagagna und San Marco – dem in Friaul, nicht Venedig!

Mereto di Tomba

Bei meinem nächsten Ziel war ich eigentlich schon vorbei und musste mehr oder weniger eine Notbremsung samt umdrehen mitten auf der Straße hinlegen.

Ich war es ja gewohnt, dass Italiener ihre Vorgärten farbenfroh statt Ton-in-Ton schmücken. Aber was sich diese Hausbesitzer für Arbeit gemacht hat, fand und finde ich unglaublich!

Dieses weihnachtliche Gesamtkunstwerk darf besichtigt werden!

Sollte ich es in diesem Jahr doch noch schaffen, diese Route wie so oft als Einstimmung für Weihnachten abzufahren, so werde ich mir diesen Garten bestimmt genauer ansehen. Ab 5. Dezember um 17:00 werden heuer die Lichter wieder erstrahlen. Wer virtuell dabei sein möchte, kann das über Facebook erleben.

Doch unsere Reise ist noch nicht zu Ende!

Im nächsten Dorf – San Lorenzo – findet sich eine sehr liebevoll gemachte Krippe am Dorfplatz. In Codroipo hingegen (deutlich größer als der Ort zuvor) habe ich auf den 1. Blick zwar nette Lichtdekoration, aber keine Krippen entdeckt.

Passariano bei Codroipo

Dieser 1. Abend endet in der von mir sehr geschätzten Villa Manin; auch dort wird man fündig. Achtet bei den bogenförmigen Nebengebäuden darauf. Mehr verrate ich nicht, denn ihr sollt auch noch einige Überraschungen haben…

Was ebenfalls in der Villa Manin zu finden ist (gleich am Weg zum Hauptgebäude nach dem Eingang zu Kapelle) ist ein FVG-Informationsbüro, das viele hilfreiche Tipps und Prospekte für die Region ganz allgemein, aber auch speziell für den “Giro Presepi” anbietet. Ich kann euch auch heutiger Sicht nur die Informationsbroschüre – Krippen im Friaul vom letzten Winter zeigen, aber das ist ein guter Anhaltspunkt.

Es gibt noch mehr zu sehen – achtet genau auf die Hinweise!

In welchem Ort an der oberen Adria ihr nun die Nacht verbringt, ist eigentlich einerlei, aber am nächsten Tag nehmt euch genügend Zeit für eines der Highlights dieser Tour!

Lignano-Sabbiadoro

Natale d’Amare – die Sandkrippe

Die Sonnenuntergänge bei der Terrazza a Mare sind zu jeder Jahreszeit schön.

Seit mehr als 15 Jahren kann man diese Kunstwerke aus Sand nahe der Terrazza a Mare bewundern.

Ich liebe es jedes Jahr aufs Neue zu erkunden, welches Thema – und vor allem wie – umgesetzt wurde.

Natürlich zeige ich euch hier – genau wie bei den Bilder der anderen Krippen – Beispiele der vergangenen Jahre, doch seid versichert:
Die Umsetzungen sind jedes Jahr schön!

Wenn ihr jetzt glaubt, diese tolle Stadt aus Sand ist bereits das Highlight, dann weit gefehlt!

Im aufgebauten Zelt sind mehrere Stationen zu sehen und auch im schwierigen Jahr 2020 ist eine Besichtigung möglich, dank umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen gegen Covid-19. Mehr Informationen könnt ihr direkt auf den folgenden Seiten finden:

Die freiwilligen Spenden, die bei dieser Gelegenheit jedes Jahr eingenommen werden, werden zum Teil für die Errichtungskosten verwendet und der Rest für ein Benefiz Projekt. Es sollte 365 Tage im Jahr so sein, doch vor allem Weihnachten ist die Zeit, auch an andere zu denken.

Als Mann und Frau erschuf er sie
Maria, die neue Eva

Genesis – die Schöpfungsgeschichte in der Bibel

Im letzten Jahr drehte sich alles um das Licht der Hoffnung, um Frieden und Solidarität. Als hätte man schon gewusst, was 2020 auf uns zukommen wird! Die Mitglieder der Accademia della Sabbia di Roma beherrschen die Kunst der Sandskulpturen ganz vortrefflich.

Aprilia Marittima

Noch am Vormittag des nächsten Tages habe ich bei meiner Krippen-Suche den Tipp einer Bekannten beherzigt und einen kleinen Abstecher nach Aprilia Marittima gemacht. Der kleine Ort gehört zu Latisana, ist aber in unmittelbarer Umgebung von Lignano und sehr beliebt bei Bootsbesitzern. Die Krippe dort schwimmt sehr dekorativ am Wasser.

Ich liebe diese Spiegelungen!

Grado

Viele von euch sind bestimmt schon im ehemaligen Kurort der Habsburger Monarchie, dem historischen Adria-Städtchen Grado, gewesen. Nun frage ich euch: Auch im Winter? Das werden nun nicht wenige verneinen müssen. Ein Fehler, das kann ich euch nicht nur für die Zeit im Advent versichern!

An jeder Ecke könnt ihr liebevoll aufgebaute Krippen sehen. An die 200 sollen es sein, wobei ich sie natürlich nicht nachgezählt habe. Das Highlight ist die „Isola di Natale“, die Weihnachtsinsel.

 

Ich kann euch hier nur eine kleine Auswahl präsentieren und rate euch, gönnt euch einige Tage Auszeit und seht selbst!

Corgnolo

Porpetto (nahe San Giorgio di Nogaro) kenne ich von unzähligen Fahrten im Umfeld meiner 2. Heimat. Dem Borgo Corgnolo hatte ich noch nie meine Aufmerksamkeit geschenkt, doch inzwischen habe ich unter meinen Leserinnen und Lesern liebe Menschen, die mir manchmal Tipps senden. So auch diesen!

Krippe wäre hier eigentlich eine viel zu kleine Bezeichnung. Es handelt sich um eine ganz Stadt mit lebensgroßen Figuren. Ich habe andere Besucher reden hören, dass es mehr als 300 lebensgroßen Figuren sein sollen. Auf einem Areal von etwa 15.000 Quadratmetern!

Diese Veranstaltung wird 2020 wie so viele andere leider nicht stattfinden.

Weiter geht es Richtung Udine, doch zuvor habe ich noch in den Dörfern Castions di Strada und Chiasellis nette Entdeckungen gemacht.

Castions di Strada – UD
Chiasellis – UD

Udine

Im Zentrum von Udine war ich dermaßen vom Weihnachtsmarkt auf der Piazza Matteotti und der Beleuchtung in den angrenzenden Gassen und Plätzen fasziniert, dass ich leider zu wenig auf Krippen geachtet habe. Aber glaubt mir: Es gibt auch in Udine-Centro einige!

Folgende Informationen habe ich zusätzlich mündlich oder schriftlich erhalten:

Trieste

Krippenmuseum seit 2005 bei freiem Eintritt (bitte prüft vor der Anreise, ob bereits wieder Besuche möglich sind).
Amici del Presepio | via dei Giardini, 16 | 34146 Triest | amicipresepiots [at] gmail [dot] com

Cividale

Als ehemalige Schülerin der Ursulinen möchte ich euch diese Krippe (Il Presepe delle Orsoline) besonders ans Herz legen. Auch wenn ich bis dato noch nicht im ehemaligen Kloster Santa Maria in Valle gewesen bin, lest mehr darüber auf der Website von Cividale.

Pordenone

Grundsätzlich sehr sehenswert, jedoch 2020 wurde die Ausstellung leider abgesagt.

Frisanco | Poffabbro

In diesem kleinen Ort nördlich von Maniago (PN) bin ich bereits mehrfach gewesen, jedoch noch nie im Winter! Über 100 Krippen sollen laut FVG-Tourismus-Information zu sehen sein. Die Gebäude selbst sind schon einen Besuch wert, aber mit der weihnachtlichen Beleuchtung und Dekoration noch ein wenig mehr! 2020 allerdings dürft ihr wegen der aktuellen Situation und den engen Gassen wenig erwarten, daher nur ein Link als Vorschau.

Unzählige, wirklich unzählige weitere Optionen findet ihr auf der Seite des FVG-Tourismusverbandes. Geht aber bitte NICHT auf die deutsche Ausgabe, denn die Details samt Ortsnamen sind auf der italienischen Seite super übersichtlich aufgelistet. Da sollte wirklich für jeden etwas dabei sein, egal wo ihr eure Unterkunft gebucht habt!

Lest aktuelle Informationen auch hier: https://www.turismofvg.it/veranstaltung/giro-presepi-in-fvg oder hier www.presepifvg.it – in Kürze online.

Aber auch wenn ihr vielleicht heuer nicht nach Friaul fahren könnt/wollt, ich hoffe, ich konnte euch ein wenig in vorweihnachtliche Stimmung bringen.

Ich werde diesen Artikel vermutlich in den nächsten Jahren laufend erweitern und falls ihr Tipps für mich habt, was in Friaul-Julisch Venetien noch sehenswert ist, dann schreibt mir bitte an: info [at] verliebt-in-italien [dot] at

Tanti Saluti

Elena


Offenlegung:

Dieser Artikel beschreibt meine persönlichen Erfahrungen in der Vorweihnachtszeit in Friaul-Julisch Venetien. Alle Reisen habe ich selbst finanziert.


 

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