Im Veneto schlafen wie eine Prinzessin?

Kennt ihr das? Ihr wollt verreisen, hört euch bei Freunden nach Tipps um, surft im Internet kreuz und quer sowie auf den unterschiedlichsten Plattformen. Natürlich grenzt man zuerst die Region ein, dann folgt die Preisspanne. Anforderungen hat man auch noch wie in meinem Fall gratis WIFI im Zimmer, ein Parkplatz und mehr als ein „italienisches“ Frühstück. So geschehen bei meiner Rundreise in meinem neuen MX-5 Schätzchen (*Werbung).

Ich habe also recherchiert und plötzlich sehe ich unter all den Bildern eines, das eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein! Genau das habe ich gebucht und mich die Fahrt dorthin immer wieder gefragt, ob es wohl zumindest annähernd so sein würde oder ob im Internet nur Symbol-Bilder verwendet wurden.

Bevilacqua Ankunft

Je näher ich gekommen bin, umso nervöser wurde ich – was sonst eigentlich nicht meine Art ist. Und auf einmal war es zu sehen! Es sah von außen genau so aus, wie ich es erhofft hatte und schon begann ich zu strahlen, als ich mit meinem Cabriolet (dass sich in meiner Phantasie natürlich gleich in eine offene Prinzessinnen-Kutsche verwandelte) durch das Tor die Allee Richtung Schloss fuhr.

Haupttor

Fast endlose Aussicht

Die Parkplätze sind innerhalb des Areals – und es gibt reichlich davon! Wir gingen durch das Haupttor und wurden freundlichst an der Rezeption empfangen, die für uns ein ganz besonderes Zimmer hatten!

Als wir an der Türe mit unserer Nummer ankamen und diese öffneten, war noch einmal eine lange Treppe nach oben. Und wieder war ich in meiner Phantasie eine Prinzessin, die ihr Kleid raffen muss und die Treppe nach oben schwebt. In der Realität jedoch war die Treppe ziemlich steil und lang und meine Kondition lies zu wünschen übrig.

Aufgang

Sesseldetail

Wasser und mehr

Wir gingen aber tapfer hinauf und dann sahen wir, was ich insgeheim gehofft hatte: ein Zimmer – ein Bett, das jeder Prinzessin würdig wäre. Die Fotos im Netz entsprechen absolut der Wahrheit und wir hatten eine richtig kindliche Freude mit dem was wir sahen.

Bevilacqua Bett

Waschbecken

Bevilacqua Bad

Trotz historischer Möblierung gab es natürlich WIFI und einen großen Flat-TV. Mineralwasser und ein Wasserkocher für Tee stand uns auch zur Verfügung. Im Bad war ein Whirlpool samt großer Brause und das Waschbecken war aus rotem Marmor – es sah aus wie ein Taufbecken aus einer Kirche. Einfach ganz toll!

Abgang

Aussicht mit Gitter

Nachdem wir uns wieder ein wenig beruhigt hatten ging ich auf Entdeckungstour: Dass dieses Schloss vornehmlich für Hochzeiten genutzt wird, hat mich natürlich nicht verwundert. In vielen Räumen war bereits alles für das darauffolgende Wochenende vorbereitet. Wer also einen ruhigen Aufenthalt haben möchte, sollte so wie wir unter der Woche nächtigen.

Wappensaal

Trauungszimmer

rosa Zimmer

Speisesaal

Anrichte am Weg zum Fitnessraum

Ich „fand“ auch einen Fitnessraum – jedoch fehlte uns die Zeit, dieses zu testen. Sooo schade 😉

Fitnessraum

Was mich bei meinem Rundgang sehr überrascht hat, war ein Garten am Dach des Erdgeschosses!

Obwohl ausgedehnte Grünflächen das Gebäude umrahmen, ist ein gar nicht so kleiner Privatgarten sehr nett angelegt worden und bietet eine schöne Aussicht in die Gegend.

Dachgarten links

Ziehbrunnen

Dachgarten rechts

Apropos Gegend: Aus Zeitgründen haben wir am nächsten Tag „nur“ die nächstgelegene Stadt besichtigt: Montagnana. Keine 10.000 Einwohner, jedoch eine Stadtmauer, die sich sehen lassen kann. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich euch bei Gelegenheit einmal berichte.

Vorzimmer

Zurück zum Schloss: Miresi, die Tochter des Besitzers Roberto war so freundlich und hat mich etwas herumgeführt und mir dabei einige interessante Fakten zum Hotel erzählt:

Die Anfänge des Schlosses gehen auf 1300 zurück, wobei an der jetzigen Stelle bereits früher ein Gebäude gestanden haben soll. Das Schloss wurde im Laufe der nächsten 2 Jahrhunderte in kriegerischen Auseinandersetzungen mehrfach schwer beschädigt und immer wieder aufgebaut. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde es „modernisiert“ und Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die großartigen Säle im 1. Stock gebaut, von wo aus man in den Dach-Garten gehen kann.

Ziehbrunnen

Detail im Garten

Das nenn ich Palme!

Empfangshalle

Das gläserne Dach über dem Eingangsbereich erlaubt beim Spaziergang einen tollen Blick nach unten und die begrünte Laube ist sicher nicht nur für Hochzeitspaare ein willkommener Foto-Hintergrund.

romantischer Blumenpavillon

Traurigerweise waren es die österreichischen Truppen, die nach dem Krieg mit Napoleon das bereits schwer beschädigte Schloss auch noch in Brand gesteckt hatten (böse Vorfahren!).

Wieder wurde es in den darauffolgenden Jahrzehnten mehrfach restauriert und mit den auffallenden Zinnen ergänzt, um das damals beliebte neugotische Aussehen zu erlangen.

In den 1930-er Jahren wurde das Schloss in ein Altersheim umgewandelt und 1945 den Salesianern übergeben, die es in ein Internat verwandelten. Leider brannte es 1966 erneut und stand danach viele Jahre leer.

Hochzeitsdekoration

Lounge

ein Ritter wacht im Speisezimmer

Ritterzimmer

Der jetzige Besitzer – ein Antiquitäten Fachmann – hat es wunderschön restauriert und vornehmlich mit Möbeln aus dem 16. Jahrhundert ausgestattet. Alle 7 Zimmer sehen somit anders aus und sind auch unterschiedlich groß. Ich durfte einige sehen – schön sind sie alle!

Doch nicht nur diese Geschichten wurden mir erzählt – nein!

Miresi hat mir auch das Schloss-eigene kleine Folter Museum gezeigt, das früher Gefängnis, Gericht und Richtplatz in einem war. Zuerst wurde man offensichtlich gefoltert, dann wurde „gerichtet“ und das Ende – naja, irgendwie ist keines der beiden ideal. Gruselig, aber interessant!

Eiserne Jungfrau

Schandkäfig

Richtertisch

Hackebeil

Galgen

Nach so viel Geschichte habe ich natürlich Hunger bekommen und wir wollten dieses schöne Haus einfach nicht verlassen, sondern im Innenhof speisen.

Innenhof links

Innenhof

Innenhof rechts

Und wieder gab es eine Premiere in meinem Leben: noch nie hatte ich eine „Damenkarte“ – eine Speisekarte OHNE Preise in der Hand gehabt! Wir haben nicht nur gut gespeist, sondern auch SCHÖN, wie die Bilder sicher zeigen. Und nur als kleines Detail am Rande: die Preise fand ich sehr moderat für dieses Ambiente!

Damenkarte

Gruß aus der Küche

1. Gang

2. Gang

3. Gang

Jetzt geht (fast) nichts mehr

Müde von einem langen Tag mit vielen Besichtigungen gingen wir direkt ins Zimmer, um die Atmosphäre dort noch ein wenig zu genießen. Schließlich hatten wir am nächsten Tag auch wieder viel vor.

Wie es sich viele von euch sicher schon denken können: Beim Frühstück wurden wir auch nicht enttäuscht! Es war ein wunderschöner Raum und am Buffet gab es alles und mehr!

Frühstücksbuffet

Zum Abschluss gab es NOCH einmal etwas, was ich noch nie gesehen hatte: Nutella in Glas – ½ so groß wie ein Teebeutel! Sooo herzig, dass man es einfach essen musste!

Nutella

Bedauernd, dass wir nur eine Nacht gebucht hatten, aber auch froh, dass ich dieses Hotel überhaupt gefunden hatte, machten wir uns nach einer persönlichen Verabschiedung beim Herrn des Hauses wieder auf den Weg.

Frühstückszimmer

Dieses Hotel war ein Zwischenstopp bei meiner ersten Rundreise mit meinem neuen wunderschönen Roadster und ich bedanke mich bei Mazda Österreich dafür, dass diese Reise ein wenig luxuriöser war als sonst.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Außergewöhnliche Unterkünfte“ teil.

Nico & Ina von „MitKindimRucksack“ haben die unterschiedlichsten Vorschläge von Reisebloggern gesammelt. Schaut euch auch die anderen an – es sind spannende Möglichkeiten dabei!

Il Castello di Bevilacqua s.a.s.

Via Roma 50 | 37040 Bevilacqua (VR)

T.+39 0442 93 655 | F.+39 0442 642192

info [at] castellobevilacqua [dot] com

Tanti Saluti – Elena


Offenlegung:

Für diesen Artikel wurde ich nicht beauftragt. Bezahlt wurde das Zimmer von MAZDA AUSTRIA; vom Hotel selbst habe ich keine Vergünstigungen, wohl aber viele freundliche Erklärungen bekommen.


Fühl dich wie eine Prinzessin im Castello Bevilacqua

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21 Kommentare

  • Das sieht ja wirklich Klasse aus. Das man sich da wie eine Prinzessin fühlt kann ich gut verstehen. Danke fürs mitmachen an der Blogparade, wäre schön wenn du sie bald noch verlinkst.

    LG aus Norwegen
    Ina

    • Liebe Ina,
      Freut mich, dass dir „mein“ Prinzessinnen-Zimmer auch gefällt. Sehr gerne habe ich diese Blogparade verlinkt, da ich selbst auch immer auf der Suche nach Unterkünften bin, die NICHT nur über dem Durchschnitt sind, sondern auch sonst noch ein EXTRA haben.
      Viele Grüße
      Elena

  • Hallo Elena,
    da hst du dir ja einen ganz besonderen Ort für deine Übernachtung ausgesucht! Das ist schon mal was anderes… so wohnen wir in der Regel nie, auch nicht im Urlaub. Haben mal in Schottland vor vielen Jahren in einem kleinen Schloss gewohnt, aber das war bei weitem nicht so chick und fein wie das „Castello di Bevilacqua“. Vielleicht sollten wir beim nächsten mal eher dort übernachten. Italien hat außerdem das bessere Klima und das bessere Essen!!! 🙂
    LG aus dem hohen Norden,
    Hartmut

  • Moin Elena, ich liebe historische Hotels und freue mich immer, wenn ich ein solches entdecke… muss dann auch nicht so perfekt wie dieses sein…. danke für den Tip, nächste Ostern geht´s Richtung Venedig und vielleicht verschlägt es uns auf dem Weg dorthin für eine Nacht nach Belvilacqua… LG, Eddy

    • Hallo Eddy,
      ich habe auch eine Schwäche für Häuser mit Geschichte. In dem hier wird noch kräftig weiter restauriert, wie ich bei einem vorsichtigen Blick bei einer angelehnten Türe gesehen habe. Auch beim B&B „Antica Corte Ruffo“ wird Zimmer um Zimmer hergerichtet. Vielleicht fahre ich bei einem der beiden wieder hin, wenn alles fertig ist 🙂
      Liebe Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,

    ich suche immer nach Hotels, die eine Geschichte erzählen. Und dieses Haus ist ja randvoll mit Geschichte(n) und historischen Relikten – ein Traum für jeden Italienfreund. Toll, dass du immer so schöne Tipps abseits der touristischen Trampelpfade gibst. Das macht deine Berichte für mich wirklich besonders.

    LG
    Antje

    • Liebe Antje,
      danke für die netten Worte! Für mich sind bei meinen Reisen Übernachtungsmöglichkeiten nicht einfach ein Dach über dem Kopf mit Bett drinnen. Wenn ich schon Geld bezahle, dann will ich etwas haben, was zu meinem Italien-Gefühlt passt. Business Hotels im Low-Budget Segment nehme ich nur, wenn gar nichts anderes zum vernünftigen Preis zu finden ist (wie bei meinem Bologna Aufenthalt, wo praktisch die ganze Stadt ausgebucht war).
      Viele Grüße
      Elena

  • Hallo Elena,

    das nenne ich mal eine schöne Unterkunft. Deine Überschrift scheint hier tatsächlich Programm zu sein und ich weiß, dass sich meine bessere Hälfte hier sicherlich auch gerne mal als Prinzessin einchecken würde 🙂 Vielen Dank für diesen Tipp – kommt auf die Liste für einen Italien-Roadtrip.

    Viele Grüße
    Udo

    • Hallo Udo,
      ich bin mir fast sicher, dass das ein Hotel für Mädchenträume ist, auch wenn man dem Mädchenalter schon einige „Tage“ entwachsen ist wie ich. Unsere Phantasie ist jedenfalls sehr angeregt worden und wir haben – was selten für mich ist – jede Minute im Schloss verbracht. Alle Ausflüge wurden auf die Zeit nach unserer Abreise verschoben.
      Liebe Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,
    eine tolle Unterkunft und ein super Tipp- vielen Dank!
    Das Zimmer ist ja klasse, auch wenn ich mir gerade vorstelle, wie man auf dieser Treppe einen Koffer hochwuchten muss. Oder als Hochzeitspaar nach einer langen Feier diese Treppe bewältigen muss (Mann trägt Frau???, Frau mit Prinzessinen Kleid???).
    Auf jeden Fall ist das Hotel ein kleiner Märchentraum und man kann bestimmt eine Menge liebevolle Details entdecken.

    Lieben Gruß, Susanne

    • Liebe Susanne,
      ja, den Gedanken mit „über die Schwelle tragen“ hatten wir auch, aber dafür gab es passendere Zimmer 😉
      Was den Koffer betrifft, so gibt es natürlich einen Hausdiener, der das übernimmt und wie ich erfahren habe, sind eher Kurz-Urlauber hier zu Gast und daher hält sich das Gepäck in Grenzen.
      Viele Grüße
      Elena

  • Wow, das hat wirklich Atmosphäre! Mich begeistern solche schönen alten, gut restaurierten Häuser auch immer sehr. Da hast du wirklich einen Glückstreffer gezogen.

    Liebe Grüße
    Gina

    • Hallo Gina,
      ja ich kann mich total freuen, wenn eine Unterkunft schöner, netter oder familiärer ist als gedacht. In den Gesprächen mit der Besitzer-Familie konnte man auch die Liebe zum Haus spüren. Das war wirklich schön!
      Viele Grüße
      Elena

  • Der Innenhof ist ja ein Traum! Wandbemalungen und Schnickschnack wohin man auch schaut. Überhaupt ist das Hotel genau mein Ding. Ich liebe es tuffig, mit ganz viel altem Charme und Charakter. Das mit der Damenkarte hatte ich bisher auch nur ein Mal. Ist zwar veraltet aber auch irgendwie süß. Danke für diesen tollen Tipp!

    • Liebe Sabine,
      ich fand die Damenkarte auch süß und zu dem Hotel passte sie genau. Auch die Bedienung beim Essen war fast „altösterreichisch“, aber auch das mochte ich! Ja die Wandbemalungen und die ganz unterschiedlichen Zimmer, in die mich das Zimmermädchen freundlicherweise hat schauen lassen, waren toll. Hoffentlich entdecke ich bald wieder mal so ein besonderes Haus…
      Viele Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,

    wow, was für eine schöne Unterkunft, die jeden Aufenthalt wohl zu etwas ganz Besonderem macht. Die Unterkunft sieht wirklich genauso traumhaft aus, wie man sie sich bei dieser Artikelüberschrift vorstellen würde. Vielen Dank für den Tipp, ich werde sie sicherlich auch einmal ausprobieren. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    • Hallo Kathi,
      ich bin immer auf der suche nach solchen Glanzstücken, aber meist ist ein Hotel wie dieses für mein Budget nicht drinnen. Wenn aber der Preis als Jahreshighlight noch annehmbar ist und man im Gespräch zusätzlich merkt, mit wieviel Herzblut der Besitzer es nach und nach restauriert, dann schreibe ich doppelt gerne darüber!
      Liebe Grüße
      Elena

  • Hallo Elena,

    das war bestimmt ein besonderes Erlebnis, hier zu übernachten. Die Einrichtung mit Antiquitäten finde ich toll. Nur im Bad ist das Waschbecken meiner Ansicht nach zu klobig und passt nicht so recht zur übrigen Ausstattung. Neu ist mir auch, dass es eine Damenkarte (ohne Preise) gibt. Da geht jemand noch von Gentlemen im alten Stil aus.

    Eine tolle Geschichte.

    Viele Grüße,
    Monika

    • Hallo Monika,
      ja, es war wirklich toll dort. Das Waschbecken wirkt auf den Bildern viel größer als es war. Wahrscheinlich habe ich es so dominant fotografiert, weil ich es so beeindruckend gefunden habe. Aber zum Glück sind die Geschmäcker verschieden!
      Damenkarten kannte ich bisher nur aus Erzählungen, aber offensichtlich gibt es sie wirklich. Ich habe es höchst amüsant gefunden und in dem Augenblick war mir Gleichberechtigung vollkommen egal!
      Liebe Grüße
      Elena

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