Marano Lagunare

Immer wieder, wenn ich Ruhe suche…

mache ich einen Abstecher in das Fischerdorf Marano Lagunare. Grob gesagt liegt es zwischen Lignano-Sabbiadoro und der Lagune von Grado.

13-typisch Italien

Vermutlich stammt diese Bezeichnung noch aus der Zeit, als die Leute hier so richtig arm waren, denn die Gegend ist karg und FISCHEN war die einzige Möglichkeit.

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Die Straße führt durch ländliche Gegend, vorbei am regionalen Naturschutzgebiet: der nahezu unberührten Mündung des Stella Flusses. Es handelt sich hier um die

nördlichste Lagune im Mittelmeer

und ich kann einen Bootsausflug zu den Fischerhütten (Casone) nur empfehlen.

Im Laufe der Jahre habe ich bereits 2x einen Ausflug auf die vorgelagerte Muschel-Insel gemacht und wenn ich das hier schreibe habe ich das Gefühl, dass alle guten Dinge 3 sind. Und tatsächlich habe ich kürzlich von Lignano aus wieder eine kleine Bootsfahrt gemacht. diesmal direkt den Stella Fluss hinauf. In der 2. Hälfte meines Artikel „Mein Lignano – Teil 1“ könnt ihr einige Eindrücke vom Ausflug sehen.

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Fischerdorf darf man hier übrigens wörtlich nehmen, denn nicht nur früher lebten viele der Einwohner vom Fischfang. Auch heute noch sieht man am Hafen viele mittelgroße und auch kleine Boote, bei denen offensichtlich ist, dass es sich um Arbeitsgerät und nicht um Ausflugsboote handelt.

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Da ich das Friaul als meine 2. Heimat erwählt habe, komme ich üblicherweise auch mit dem Dialekt hier ganz gut zurecht. In Marano Lagunare hilft mir das allerdings herzlich wenig, denn es ist das einzige friaulische Dorf, in dem man Venezianisch spricht!

Dennoch – bei der Bestellung von Essen komme ich wie (fast) immer gut zurecht und ich habe hier bereits sehr bodenständig gegessen als auch edel gespeist. Ich bevorzugte hier (wie so oft) Lokale, die etwas abseits liegen.

Ilse

Man muss hier nicht lange nach einem Parkplatz suchen – ich versuche es immer zuerst bei der rechten Seite am Hafen und falls ich dort nicht fündig werde, fahre ich am Fischmarkt vorbei und spätestens dort kann ich mein Auto abstellen.

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Ihr wundert euch über die ungenaue Beschreibung? Nun ja, sagen wir es so:

das Dorf ist übersichtlich!

Dennoch liebe ich es, hier durch die uralten Gassen (Calle) zu gehen und am Hauptplatz den 1.000-jährigen Turm (Torre Millenaria) zu bewundern.

Nach dem Ende der venezianischen Herrschaft wurde nicht nur die Stadt immer „unwichtiger“, sondern auch die Verteidigungsmauern, welche 1890 bis auf wenige Reste endgültig abgerissen wurden.

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Marano Lagunare hat nicht nur einen Schutzheiligen, sondern sogar 3!

Der Hl. Vitus ist die Hauptperson, jedoch wurde gleich seine Amme, die Hl. Crescenzia und deren Mann, der Hl. Modesto in die Anbetung mit aufgenommen.

Und das, obwohl die Dorfkirche dem Hl. Martin geweiht ist und wie aufmerksame Leser bereits wissen, Martinskirchen von mir grundsätzlich immer aufgesucht werden.

 

https://www.verliebt-in-italien.at/wp-content/uploads/2017/07/8-ruhige-Gasse.jpgAnlässlich der Feierlichkeiten der Schutzheiligen von Marano Lagunare findet Mitte Juni jedes Jahr eine Prozession (Sonntag) auf das Meer statt.

Die Feierlichkeiten drum herum dauern 3 Tage und bieten die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Fischgerichte zu verkosten.

Begleitet werden diese Tage von Musik und verschiedenen Aktivitäten für Jung und Alt.

Es ist ein bisschen wie Bierzelt-Flair, nur ohne Zelt 🙂

Die Veranstaltung selbst ist eine Mischung aus Glaube, Kultur und Folklore und erfreut nicht nur die Bewohnern dieser reizenden kleinen Ortschaft, sondern auch viele Touristen.

Wir waren dabei und obwohl mir der Ort ruhig lieber ist, wollte ich dieses Ereignis (samt Essen) nicht verpassen.

Für mich ist es kaum zu glauben, dass Garnelen und Mini-Sardinen (Alici) früher einmal ein „Arme-Leut-Essen“ war.

Plakat

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Marano Lagunare (FVG-Italien)

 

Noch ist Marano Lagunare so etwas wie ein Geheimtipp für alle, die lieber abseits der ruhigen Tourismusorte an der oberen Adria nächtigen wollen.

Tagesausflüge sind vor hier aus jede Menge möglich.

Mir gefällt Marano Lagunare immer wieder, doch auch andere verbringen Kurzurlaube dort.

Ein Beispiel darüber möchte ich hier nennen: Ulrike von ullismulticoloredlittleworld.com war zu Ostern dort und lässt uns an ihren Eindrücken teilhaben.

Ein absolut lesenswerter Artikel!

 

Tanti Saluti

Elena

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22 Kommentare

    • Hallo Erich,
      herzlichen Dank für diesen Tipp! Ich war zwar erst vor wenigen Tagen wieder einmal in Marano Lagunare, aber da ich jedes Monat bei Carlino vorbeifahre, werde ich deinen Tipp auf jeden Fall ausprobieren. Ich habe mir die Adresse bereits ausgedruckt!
      Liebe Grüße
      Elena

  • LIEBE ELENA,

    das ist nun bei meinem österlichen Marano-Lagunare-Aufenthalt „rausgekommen“. Wenn du magst kannst du mich gerne verlinken, ich würde deinen Beitrag auch gerne bei meiner Story verlinken, wenn es dir recht ist!
    lg
    Ulrike

  • liebe Elena,
    +wir schauen uns das heuer mit Sicherheit an: meine zwei „Damen“ (fast 18 und 20) und ich (50+) planen gerade einen Ostertrip nach Italien und auf der Suche nach etwas weniger touristischem bin ich auf MARANO Lagunare gestoßen. Dieses entzückende Dorf werden wir genauer unter die Lupe nehmen… auch dank deines tollen Artikels und der wirklich Lust und auch Neugier machenden Fotos!
    liebe grüße
    Ulrike
    http://www.ullismulticoloredlittleworld.com

    • Liebe Ulrike,
      ich bin jedes Jahr einmal auf einen Spaziergang oder zum Essen dort. Es ist aber WIRKLICH klein und obwohl es am Meer liegt, gibt es keinen Badestrand – was aber zu Ostern egal ist. Für Ausflüge in die Gegend ist es jedoch nicht schlecht, weil man innerhalb einer Stunde so manches erreichen kann. Ideal in der Gegend finde ich auch die Collios (Weinberge Richtung Slowenien). Dort ist es um die diese Jahreszeit total schön.
      Ich wünsche euch eine gute Zeit!
      Liebe Grüße
      Elena

    • Danke liebe Katy, das freut mich!
      Natürlich liebe ich auch Venedig, Florenz und Rom, aber eben die kleineren Dörfer werden oft übersehen. Meine Liebe zu Italien hat in Monza begonnen und ist in Lignano gereift. Wenn ich einige Wochen nicht über die Grenze fahre, dann bekomme ich richtig „Entzug“. Manche behaupten sogar, ich habe einen anderen Fahrstil, sobald mein Auto auf italienischem Boden fährt. Naja- man muss sich den Landessitten eben anpassen, oder?
      Liebe Grüße
      Elena

  • Diese kleinen italienischen Ortschaften haben etwas ganz besonderes an sich, meistens kann ich gar nicht erklären was genau. Aber jetzt in Marano einen Espresso trinken und anschließend durch die Gassen schlendern, das wär’s…

    • Hallo Gudrun,
      du triffst es ganz genau – ich weiß auch oft nicht, warum mir ganz unspektakuläre Dörfer manchmal gefallen. Dieses hier hat wenigsten Geschichte, aber ich habe auch schon andere besucht, die einfach nur total gemütlich und nett waren. Wobei nett hier wörtlich gemeint ist und nicht die kleine Schwester von Sch…
      Vielleicht sollte ich einige davon mal in einen Artikel zusammenfassen?! Ohne Burg, ohne wichtige Heilige und oft nicht mal am Meer. Einfach nur italienische Dörfer am Land!
      Liebe Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,

    das ist ein Ort, der uns auch gefallen könnte. Wir lieben kleine Dörfer, und noch mehr, wenn sie am Meer liegen und so leckere Köstlichkeiten bieten wie fangfrische Garnelen. Besser kann es gar nicht schmecken :).

    Liebe Grüße,
    Monika und Petar

    • Liebe Monika, lieber Petar,
      ja, fangfrischer geht es kaum! Wäre ich nicht ein wenig vorsichtig wegen Eiweißschock würde ich die Tierchen im Urlaub fast täglich essen. Wenn nicht wie bei diesem Besuch ein Fest ist, fahre ich auch grundsätzlich unter der Woche in die Dörfer, denn ich finde, dann ist das Leben noch „echter“.
      Viele Grüße
      Elena

  • Hallo Elena,
    Danke fürs virtuelle Mitnehmen. Ich mag solche Orte ganz besonders, die nicht überlaufen sind,in denen man normales Leben spüren kann und die trotzdem irgendwie ihren Reiz haben. Von Marano Lagunare hatte ich zuvor noch nie gehört. Jetzt hätte ich Lust, hin zu fahren.
    Liebe Grüße
    Barbara

    • Liebe Barbara,
      ich denke, dass trotz Fischerei-Flotte der Ort relativ unbekannt ist. Würde ich am Weg zu meinem Patenkind nicht häufig daran vorbei fahren, hätte ich wahrscheinlich auch nie den Abstecher gewagt. Normales Leben – das trifft es genau; so etwas suche ich sogar in den größeren Städten und mit etwas Geduld findet man es überall!
      Viele Grüße
      Elena

  • Liebe Elena, dem Artikel merkt man wirklich an, dass du „Verliebt in Italien“ bist. Auch ich habe gleich Lust gekommen, wieder nach Bella Italia zu reisen. Die Fotos der kleinen Häuser und der vielen Fischerboote sind einfach wunderschön. Lachen musste ich, als du schriebst, dass Garnelen früher das „Arme Leute Essen“ waren. Das hat man uns in Kanada einmal von Lobstern erzählt. 😉 Danke für den stimmungsvollen Reisetipp, Antje

    • Liebe Antje,
      finde ich ja witzig, dass diese „Krabbeltiere“ auch in Kanada früher gegessen wurden, weil man sich nichts anderes leisten konnte. Ich könnte die alle täglich essen, aber man soll es ja auch nicht übertreiben und heute ist das leider auch durchaus ein Kostenfaktor…
      Viele Grüße
      Elena

  • Liebe Elena,
    wieder einmal ein so schöner Artikel. Man fühlt immer, dass du wirklich mit Herz und Seele dabei bist, wenn es um Italien geht! Bierzeltflair ohne Zelt hört sich nach einer lockeren, entspannten Stimmung an, ganz so wie man es von den Italienern erwartet 😉 Die alten Gassen sehen wunderschön und so einladend aus! Es ist wirklich schwer, nicht ins Schwärmen zu geraten.
    Viele Grüße,
    Kuno

    • Hallo Kuno,
      danke für die netten Worte. Ja ich liebe diese kleinen Ortschaften, in denen man ganz ungestört von Touristen MASSEN spazieren kann. Landestypisches in unspektakulären Dörfern zu suchen, das gefällt mir am meisten!
      Viele Grüße
      Elena

  • Hallo Elena,

    hach Italien, dieses Land ist einfach immer schön und besonders. Zumindest in meiner Erinnerung und deinen Bildern. Irgendwann machen wir mal eine große Italien Tour und dann fahre ich die von dir vorgestellten Orte alle ab.

    Viele Grüße

    Victoria

    • Liebe Victoria,
      danke für deine netten Worte! Ich freue mich zwar nicht aufs Alt-werden, aber ich freue mich schon jetzt darauf, weniger zu arbeiten und mehr Tage am Stück frei nehmen zu können, um den Radius meiner Road-Trips auszuweiten. Hoffentlich kann ich noch viele Orte vorstellen – meine Wunschliste ist jedenfalls sehr, sehr lang 🙂
      Liebe Grüße
      Elena

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