Immer wieder, wenn ich Ruhe suche…

mache ich einen Abstecher in das Fischerdorf Marano Lagunare. Grob gesagt liegt es zwischen Lignano-Sabbiadoro und der Lagune von Grado. Vermutlich stammt diese Bezeichnung noch aus der Zeit, als die Leute hier so richtig arm waren, denn die Gegend ist karg und FISCHEN war die einzige Möglichkeit.

https://www.verliebt-in-italien.at/wp-content/uploads/2017/07/13-Häuserdeko.jpgDie Straße führt durch ländliche Gegend, vorbei am regionalen Naturschutzgebiet: der nahezu unberührten Mündung des Stella Flusses. Es handelt sich hier um die

nördlichste Lagune im Mittelmeer

und ich kann einen Bootsausflug zu den Fischerhütten (Casone) nur empfehlen.

Im Laufe der Jahre habe ich bereits 2x einen Ausflug auf die vorgelagerte Muschel-Insel gemacht und wenn ich das hier schreibe habe ich das Gefühl, dass alle guten Dinge 3 sind und ich bei Gelegenheit wieder einmal eine kleine Bootsfahrt machen sollte, denn ich will euch doch auch mit Bildern locken 🙂 https://www.verliebt-in-italien.at/wp-content/uploads/2017/07/14-Hauptplatz.jpg

Fischerdorf darf man hier übrigens wörtlich nehmen, denn nicht nur früher lebten viele der Einwohner vom Fischfang. Auch heute noch sieht man am Hafen viele mittelgroße und auch kleine Boote, bei denen offensichtlich ist, dass es sich um Arbeitsgerät und nicht um Ausflugsboote handelt. https://www.verliebt-in-italien.at/wp-content/uploads/2017/07/11-Fischerboote.jpg
Da ich das Friaul als meine 2. Heimat erwählt habe, komme ich üblicherweise auch mit dem Dialekt hier ganz gut zurecht. In Marano Lagunare hilft mir das allerdings herzlich wenig, denn es ist das einzige friaulische Dorf, in dem man Venezianisch spricht!

Dennoch – bei der Bestellung von Essen komme ich wie (fast) immer gut zurecht und ich habe hier bereits sehr bodenständig gegessen als auch edel gespeist. Ich bevorzugte hier (wie so oft) Lokale, die etwas abseits liegen.

Man muss hier nicht lange nach einem Parkplatz suchen – ich versuche es immer zuerst bei der rechten Seite am Hafen und falls ich dort nicht fündig werde, fahre ich am Fischmarkt vorbei und spätestens dort kann ich mein Auto abstellen.
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Ihr wundert euch über die ungenaue Beschreibung? Nun ja, sagen wir es so:

das Dorf ist übersichtlich!

Dennoch liebe ich es, hier durch die uralten Gassen zu gehen und am Hauptplatz den 1.000-jährigen Turm (Torre Millenaria) zu bewundern.

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Anlässlich der Feierlichkeiten der Schutzheiligen von Marano Lagunare findet Mitte Juni jedes Jahr eine Prozession (Sonntag) auf das Meer statt.

Die Feierlichkeiten drum herum dauern 3 Tage und bieten die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Fischgerichte zu verkosten.

Begleitet werden diese Tage von Musik und verschiedenen Aktivitäten für Jung und Alt.

Es ist ein bisschen wie Bierzelt-Flair, nur ohne Zelt 🙂


Marano Lagunare hat nicht nur einen Schutzheiligen, sondern sogar 3!

Der Hl. Vitus ist die Hauptperson, jedoch wurde gleich seine Amme, die Hl. Crescenzia und deren Mann, der Hl. Modesto in die Anbetung mit aufgenommen.

Und das, obwohl die Dorfkirche dem Hl. Martin geweiht ist und wie aufmerksame Leser bereits wissen, Martinskirchen von mir grundsätzlich immer aufgesucht werden.

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Die Veranstaltung selbst ist eine Mischung aus Glaube, Kultur und Folklore und erfreut nicht nur die Bewohnern dieser reizenden kleinen Ortschaft, sondern auch viele Touristen.

Wir waren dabei und obwohl mir der Ort ruhig lieber ist, wollte ich dieses Ereignis (samt Essen) nicht verpassen. Für mich ist es kaum zu glauben, dass Garnelen und Mini-Sardinen (Alici) früher einmal ein „Arme-Leut-Essen“ war.


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Wenn ich meinen Wunsch nach einem weiteren Besuch rund um die vorgelagerten Inseln Taten folgen lasse, werde ich euch natürlich davon berichten…

Tanti Saluti – Elena
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